Rogator/exeo Studie Amazon macht Google Konkurrenz

Amazon positioniert sich durch sein starkes Umsatz- und Kundenwachstum als ernstzunehmender Konkurrent zu Google. Mit Amazon Prime schafft das Unternehmen eine intensive Kundenbindung, es gibt kaum Abwanderung. Das ermittelte die Pricing Lab-Studie.


Amazon erhöhte im Februar zwar die Abo-Preise für sein Prime-Angebot, doch die Abwanderungsgefahr bleibt dennoch gering, so Ergebnisse der Studie. Insgesamt gelingt es dem Unternehmen sogar, sein Kundenwachstum bei Amazon Prime auszubauen: Im Segment unter 30 Jahren werden die höchste Kundenquote und die höchste Amazon Prime-Abo-Quote erreicht. 33 Prozent der Amazon Kunden in Deutschland nutzen auch Prime, ein Viertel von ihnen schloss die Mitgliedschaft vor weniger als einem Jahr ab. Ähnlich wie in den USA, wo Amazon die Preise ebenfalls erhöht hat, scheinen sich auch in Deutschland positive Effekte aus der Preissteigerung zu ergeben.

Der Abschluss eines Prime-Abos hat bei vielen dazu geführt, dass sich ihre Kundenbeziehung zu Amazon verbessert hat. Das gaben zwei Drittel an. 57 Prozent gehen außerdem davon aus, dass sie danach auch insgesamt mehr bei Amazon bestellten als vorher. Dabei handelte es sich häufig um Verlagerungen von Umsätzen zulasten der Konkurrenz, denn 60 Prozent merkten an, dass sie solche Käufe sonst nicht bei Amazon getätigt hätten.

Prime sorgt für höhere Kundenbindung

Das Leistungsportfolio von Amazon Prime wurde in den vergangenen Jahren immer größer, ohne dass die Preise erhöht wurden. Zu den Top-Nutzungen zählen Gratis-Premiumversand  (74 Prozent), kostenloser Zugang zu Amazon Prime Instant Video (62 Prozent) bzw. Amazon Prime Instant Music (54 Prozent). Das Abo enthält insgesamt sieben leistungsbestandteile, davon werden im Mittel 2,6 genutzt. Alle Bestandteile sind jedoch bekannt, sie erreichen einen Bekanntheitsgrad von mindestens 60 Prozent. Der Gratis-Premiumversand schafft sogar 99 Prozent.

Insgesamt gab es bei Amazon Prime eine Preissteigerung von mehr als 40 Prozent. Das ist den meisten Kunden auch bewusst, zwei Drittel der Prime-Kunden habend davon gehört oder gelesen. Vergleichsweise wenig Kunden nehmen dies aber zum Anlass, um das Abo zu kündigen. Nur 15 Prozent stimmen der Aussage zu, dass sie ihr Abo wahrscheinlich kündigen. Die Studienautoren schätzen die reale Abwanderung durch die Preissteigerung auf 10 Prozent oder weniger.

Amazon wird Konkurrenz für Google und Facebook, deren Geschäftsmodell auf Kundeninformation und zielgenaue Werbung ausgerichtet ist. Dafür sorgen die Kundenzentrierung und die zusätzlichen Prime-Services. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden über Amazon kaufen, wird größer, die zusätzlichen Services führen außerdem zu einer verstärkten Nutzung. In den kommenden Jahren, so die Einschätzung der Experten, kann Amazon mit Werbung eine weitere Erlösquelle erschließen, die die Position des Unternehmens weiter verbessern dürfte.

Die Studie Pricing Lab 2017 wird von exeo und Rogator mehrmals im Jahr durchgeführt. Sie ermittelt und bewertet Trends im Preissegment und untersuchte ebenfalls die Verbraucherbewertung von Amazon und Amazon Prime. Dafür wurden 500 Personen ab 18 Jahren befragt.

io

 

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