"Im Bereich Brand Research haben kleinere Institute einen Nachteil"

6 Fragen an Florian Bauer, Samsung Electronics Switzlerland

Welche Kriterien spielen bei der Auftragsvergabe von betrieblichen Marktforschern eine Rolle? Was macht ein gutes Unternehmensimage aus? Und: Haben kleinere Institute mehr Vorteile gegenüber den großen Playern der Branche? Diese Fragen beantwortet uns heute Florian Bauer, Consumer & Market Insight Analyst bei Samsung Electronics Switzlerland.

Florian Bauer, Consumer & Market Insight Analyst, Samsung ©Florian Bauer

Florian Bauer, Consumer & Market Insight Analyst, Samsung ©Florian Bauer

marktforschung.de: Ganz allgemein gefragt, wo sehen Sie die Hauptunterschiede zwischen großen und kleinen Marktforschungsinstituten?

Florian Bauer: Große Institute bieten häufig ein breiteres Leistungs- und Methodenspektrum, das kann den Vorteil des One-Stop-Shopping bieten oder im Projektverlauf neue Möglichkeiten eröffnen. Zudem können sich große Institute durch methodische, apparative oder analytische Innovationen differenzieren, da sie häufig mehr investive Mittel zur Verfügung haben.

marktforschung.de: Stichwort Image: Mit welchen Eigenschaften assoziieren Sie ein gutes Unternehmensimage?

Florian Bauer: Zu den wichtigsten Aspekten gehören für mich unter anderem die Qualität der Forschung und der Daten, Expertise in der entsprechenden Branche sowie Kundennähe. Zu Letzterem zähle ich eine proaktive Kommunikation ebenso wie ein gutes Verständnis über den Kontext des Forschungsprojektes.

marktforschung.de: Welche Faktoren/Kriterien sind für die Beauftragung eines Instituts für Sie ausschlaggebend?

Florian Bauer: Dass das Institut die Forschungsfragen und den Kontext, in dem diese gestellt werden, wirklich verstanden hat und sich dies im Research Design und der Offerte widerspiegelt.

marktforschung.de:  Welche Vorteile sehen Sie in der Beauftragung von kleineren Marktforschungsinstituten?

Florian Bauer: Auf Unvorhergesehenes kann unter Umständen flexibler und schneller reagiert werden, da die Strukturen einfacher und die Kommunikationswege kürzer sind.

marktforschung.de: Welche Nachteile sehen Sie in der Beauftragung von kleineren Marktforschungsinstituten im Vergleich zu großen Playern der Branche?

Florian Bauer: Im qualitativen Bereich sehe ich keine Nachteile. Dort ist der Erfolg eines Projektes meiner Meinung nach etwas stärker personengebunden und hängt entscheidend von der Erfahrung und dem Branchenwissen der Projektleitung ab. Bei quantitativen Studien kann es ein Nachteil sein, wenn teilweise Leistungen von Drittanbietern hinzugekauft werden müssen. Das kann zu Lasten der Transparenz gehen. Allerdings lässt sich dieser Nachteil durch gute Kommunikation ausräumen. Im Bereich Brand Research haben kleinere Institute einen Nachteil, da sie durch einen geringeren Datenbestand nur schwer oder wenig Benchmarks liefern können.

marktforschung.de:  Hat die Berichterstattung rund um die "Akte Marktforschung" den Prozess der Auftragsvergabe in Ihrem Unternehmen verändert?

Florian Bauer: Nein, unsere Prozesse laufen nach strengen compliance-Regeln ab und wir waren bereits zuvor bestrebt, die Qualität der Forschungsprojekte sicherzustellen. Wichtig ist, etwaige Probleme im Projektverlauf offen zu besprechen und gemeinsam und offen nach Lösungen zu suchen. Dies ist meines Erachtens ein sinnvoller Weg, Qualität nachhaltig sicherzustellen. Daher setzen wir bei Samsung auf langjährige, vertrauensvolle Partnerschaften – übrigens mit Instituten sehr unterschiedlicher Größenklassen.

marktforschung.de: Vielen Dank!

Zur Person:

Florian Bauer hat Humangeografie und Kulturanthropologie studiert und wechselte im März 2017 von Institutsseite zur Samsung Switzerland GmbH. Als Consumer & Market Insight Analyst verantwortet er die Marketingforschung des Unternehmens über alle Produktgruppen hinweg.

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