E-Commerce: Motivationen, Barrieren und Hebel | marktforschung.dossier - September 2016

E-Commerce: Motivationen, Barrieren und Hebel – Editorial

Thorsten Treder, marktforschung.de (Bild: marktforschung.de)

Von Thorsten Treder, marktforschung.de

Mal eben in der Bahn auf dem Smartphone nach den angesagten Sneakern suchen, zu Hause auf dem Sofa den besten Preis für den neuen Ultra-HD-Fernseher recherchieren und anschließend im Bett den packenden Bestseller auf das eBook laden… Der Onlinehandel in all seinen Formen hat unser Konsumverhalten in den vergangenen Jahren gehörig auf den Kopf gestellt. Dank Smartphone und Tablet können wir theoretisch von fast überall unserer Shoppinglust nachgehen, ohne dafür extra ein Kaufhaus aufsuchen zu müssen. An 24 Stunden am Tag, an sieben Tagen in der Woche – zumindest solange Akku- und Netzanzeige des Handys, Tablets oder Laptops über genügend Balken verfügen.

Doch während sich der Kunde im E-Commerce wohl endgültig zum König aufgeschwungen hat, stehen die traditionellen Geschäftsmodelle vieler Unternehmen massiv unter Druck. Besonders bewusst ist mir diese Entwicklung vor einigen Jahren geworden, als ich mich nach meinem regulären Studium mit einem Aufbaustudium in München auf eine Tätigkeit im Verlagswesen vorbereiten wollte und dabei auch mit zahlreichen Buchhändlern in Kontakt kam – eine Spezies, die die disruptive Kraft des E-Commerce dank der rasanten Entwicklung des ehemals reinen Onlinebuchhändlers Amazon besonders früh zu spüren bekam. Mit großem Tatendrang versuchten sie, ihr meist ausschließlich stationäres Geschäft trotz der neuen Konkurrenz für den Kunden attraktiv und damit zukunftsfähig zu halten – ein Kampf, den in den vergangenen Jahren jedoch viele Buchhändler trotz aller Kreativität und Kundenfokussierung verloren haben.

Amazon und all die anderen Onlinehändler als böse Buben darzustellen, würde allerdings viel zu kurz greifen. Schließlich reagieren die alten und neuen Player im E-Commerce lediglich auf unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse, die sich in den letzten Jahren, seitdem das Internet seinen Siegeszug angetreten hat, permanent geändert haben und auch weiterhin Tag für Tag ändern. Für Marktforscher bietet der E-Commerce somit die Möglichkeit, den sich immer schneller verändernden Kundenbedürfnissen auf der Spur zu bleiben und die gewonnenen Erkenntnisse für ihre Auftraggeber nutzbar zu machen. Nicht zuletzt hat auch Amazon-Gründer Jeff Bezos mit seinem Credo "Start with the customer and work backwards" die Beschäftigung mit dem Kunden und seinen – möglicherweise noch unbewussten – Wünschen ganz an den Anfang eines jeden Projekts gestellt. Spannender und abwechslungsreicher als in der Beschäftigung mit dem E-Commerce kann die Marktforschungsarbeit daher wohl kaum sein…

Doch trotz der großen Bedeutung, die die Marktforschung auch in Zukunft für den E-Commerce haben wird, steht die Branche in diesem Forschungsfeld auch vor immensen Herausforderungen. So werden durch den Onlinehandel nicht nur die Datenmengen, die potenziell analysiert werden könnten, immer größer – auch die traditionellen Methoden der Marktforschung geraten angesichts der neuen technischen Möglichkeiten auf den Prüfstand. Um nur zwei Beispiele zu nennen…

Mit diesem Dossier möchten wir Ihnen einige Anknüpfungspunkte liefern, durch die die schöne, neue Shoppingwelt vielleicht nicht mehr ganz so undurchdringlich erscheint. Lassen Sie uns also gemeinsam die spannenden Möglichkeiten entdecken!

Ihr Thorsten Treder
(Redakteur)

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Eingestellt: 15.12.2016

Jahrgang: 2016

Herausgeber: respondi AG


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