Jana Faus - geschäftsführende Gesellschafterin

Jana Faus (Bild: pollytix strategic research)
Jana Faus (Bild: pollytix strategic research)

Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Tätigkeit in der Marktforschung gekommen?

Ich habe Sozialwissenschaften studiert. Schon damals aus Neugierde und Wissensdurst. Dann hat es mich erstmal ins Ausland verschlagen, zunächst nach Asien, dann nach Australien. Auch hier wieder, weil ich einfach wissen wollte, wie die Menschen ticken, und zwar nicht nur hier in Deutschland oder Europa, sondern auch am anderen Ende der Welt.

Und dann bin ich in Berlin gelandet. Hier wird Forschung aber ganz anders gemacht als im angelsächsischen Raum. Und nicht unbedingt besser, wie ich leider feststellen musste. Dann dachte ich mir, das kann ich doch besser. So habe ich zusammen mit meinem Mann Rainer Faus pollytix strategic research gegründet. Und aus unserem Baby ist ein junges, wildes Unternehmen geworden. Aber erwachsen werden wollen wir nicht, zumindest nicht im klassischen Sinne – unsere Neugierde wollen wir unbedingt behalten. Und ein bisschen wild werden wir wohl auch immer bleiben.

Was antworten Sie, wenn Ihre Großmutter Sie fragen würde:
Kind, warum hast Du nichts Anständiges gelernt?“

Weil ich so wahnsinnig neugierig bin. In welchem anderen Beruf kommt man mit so vielen spannenden Menschen ins Gespräch und kann sie ausfragen, bis man auch noch das letzte Detail verstanden hat? Ich habe wohl schon mit jeder “Art“ von Mensch in Deutschland gesprochen, die hier lebt – vom Spitzenpolitiker über den Vorstandsvorsitzenden, bis hin zu jungen Menschen, die glauben, keine Zukunftsperspektive zu haben. Ich kenne die Einstellung von Menschen aus der Großstadt und vom Land, aus dem Ost und aus dem West, von Nord bis Süd. Trotzdem lerne ich jeden einzelnen Tag noch etwas dazu! Und werde überrascht von spannenden Menschen – etwas Anständigeres kann man gar nicht lernen. Wahrscheinlich weiß kaum jemand in Deutschland besser als Meinungsforscher, wie die Menschen hier ticken, und wie man sie von etwas überzeugen kann.
 
Wie erklären Sie Ihre Arbeitsstelle Ihren Freunden und Ihrer Familie?

Ich bin eine Art Dolmetscherin. Ich höre Menschen zu, frage sie nach ihren Einstellungen, Wünschen, Problemen und Einschätzungen. Das können Wähler sein, Stakeholder, Mitarbeiter von Unternehmen, Mitglieder von Verbänden und Vereinen oder wer auch immer für meine Kunden relevant ist. Dann übersetze ich das, was sie sagen, für meine Kunden. Ich höre außerdem zu, was meine Kunden sagen und analysieren, was “normale Menschen“ verstehen. Und dann helfe ich dem Kunden, besser zu formulieren, was er eigentlich meint.

Ich bin auch Problemlöserin. Meine Kunden stehen vor irgendeinem Problem und ich gebe ihnen Empfehlungen, wie sie dieses Problem lösen können. Natürlich immer basierend auf qualitativen oder quantitativen Forschungsergebnissen. Umsetzen müssen sie die Lösung dann aber am Ende selbst.

Sie sitzen bei Wer wird Millionär“, es folgt die 500.000€-Frage, alle Joker sind verbraucht: Wie kann Ihnen Ihr Job nun helfen?

Ich forsche über so viele verschiedene Themen. Dadurch habe ich ein recht breites Allgemein- und auch Alltagswissen. Das hilft vermutlich. Vielleicht würde mir meine Erfahrung in der qualitativen Forschung und Moderation aber auch dabei helfen, aus Günther Jauch doch noch den richtigen Tipp rauszukitzeln.

Worüber haben Sie mit Ihren Kollegen heute Morgen in der Kaffeeküche als erstes gesprochen?

Wir sind alle Politjunkies bei uns im Büro. Und wir lieben, was wir machen. Im Moment reden wir natürlich über die Bundestagswahl und die nächste bevorstehende Landtagswahl in Niedersachsen. Aber da ja bekanntlich nach der Wahl immer vor der Wahl ist, ist dieses Thema natürlich immer präsent. Und glücklicherweise gibt es ja neben Wahlkämpfen so viele gesellschaftspolitische Themen, die wir nicht nur im Beruf erforschen, sondern an denen wir ebenfalls ein privates Interesse haben. Natürlich leben wir alle gerne in Berlin und genießen die vielen Möglichkeiten – es gibt immer eine Party, eine Ausstellung, ein neues Restaurant, das entdeckt werden muss. Themen für die Kaffeeküche oder den Mittagessenstisch in unserer Küche gehen bei uns eigentlich nie aus.

Zur Person:

Jana Faus ist Diplom-Sozialwissenschaftlerin und geschäftsführende Gesellschafterin von pollytix strategic research. Sie hat mehrjährige Erfahrung in der qualitativen Wahl- und Meinungsforschung für Parteien, Verbände und Institutionen. Vor der Gründung von pollytix war sie bereits mehrere Jahre in verschiedenen Positionen in der Markt- und Meinungsforschung tätig, unter anderem arbeitete Jana Faus in Sydney bei The Leading Edge und in Singapur bei Research International. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Gesellschaftspolitik, Kampagnenentwicklung und -evaluation sowie Markenpositionierung.

Veröffentlicht: September 2017

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