"ESOMAR ist zwar schon 70 Jahre alt, aber jünger als je zuvor"

ESOMAR Conference 2017

11.09.2017

Zur ESOMAR traf marktforschung.de Till Winkler, Head of UX Research bei Skopos, wo er die eigene UX Research Unit verantwortet. Till Winker hält regelmäßig Vorträge auf Branchenevents und spricht zumeist über innovative Methoden und Ansätze in der Marktforschung. Seit Kurzem ist er Teil des Programm-Komitees der ESOMAR.

Till Winkler (Bild: Skopos)

Till Winkler, Head of UX Research bei Skopos (Bild: Skopos)

marktforschung.de: Guten Tag Herr Winkler, nachdem Sie nun der Eröffnungsrede von Finn Raben lauschen und die Performance zum Auftakt haben verfolgen können, was erwarten Sie persönlich vom diesjährigen Kongress, welcher zudem den 70. Geburtstag des Verbandes markiert?

Till Winkler: Der 70. Geburtstag ist was Besonderes und sollte gefeiert werden. Das machen wir auch. Im eigentlichen Sinne des Feierns mit gleich zwei gut geplanten und ereignisreichen Events. Darüber hinaus mit einem wirklich sehr anspruchsvollen und interessanten Programm. Wir haben aus über 350 Einreichungen die besten herausgesucht und konnten so das Thema des Kongresses auch wirklich zum Leben bringen: VISIONARY. Darüber hinaus ist ESOMAR zwar schon 70 Jahre alt, aber jünger als je zuvor. Wir haben viele junge Marktforscher auf der Bühne und durch das YES Programm wirkt der Kongress auch deutlich jünger oder sagen wir zeitgemäßer in vielerlei Hinsicht. ESOMAR TV übertragt wieder in die ganze Welt und es lohnt sich wirklich, zuzuschauen. Viele Leser werden nicht vor Ort sein können, aber ich kann nur empfehlen, sich den ein oder anderen Vortrag live anzuschauen. Es geht um die Marktforschung der Zukunft (keine Platitüde) und um Themen rund um Automatisierung, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, neuartige Businessentscheidungen und -lösungen und vieles mehr. 

marktforschung.de: Sie sind in diesem Jahr Bestandteil des Programm-Komitees der ESOMAR. Wie ist es dazu gekommen und worin besteht Ihre Aufgabe?

Till Winkler: Nach dem ich im letzten Jahr in New Orleans präsentieren durfte, wurde ich im Anschluss an die Veranstaltung angesprochen, ob ich mir nicht vorstellen könne, Teil des Komitees zu sein. Eine solch interessante, internationale und ehrenvolle Aufgabe muss nicht lange abgewägt werden. Natürlich habe ich zugesagt. Wir haben gemeinsam alle Einreichungen geprüft, hier und da Fragen gestellt oder Tipps gegeben, in Summe waren es über 180 Einreichungen in diesem Jahr. Nach ein paar Wochen haben wir dann die ausführlichen Paper geprüft und uns in Amsterdam getroffen, um das Programm zu strukturieren, und auf die Beine zu stellen. Wir haben interessante Schwerpunkte setzen können. Digitalen Themen, ebenso wie agile Projekte und das Thema Artificial Intelligence werden einen entscheidenden Platz bekommen und ich freue mich schon sehr auf die Vorträge, die in diesem Jahr stattfinden werden. Darüber hinaus haben wir interessante Case Studies, international und national, die die Zuhörer inspirieren und vor allem motivieren sollen. Ich glaube auch, dass schaffen sie!

marktforschung.de: Aus Ihrer Berichterstattung vom Kongress für marktforschung.de aus dem letzten Jahr geht hervor, dass Sie von der Veranstaltung in New Orleans sehr angetan gewesen sind. Sie sagten zudem sinngemäß, dass die ESOMAR es schafft, Innovationsmentalität und Zukunftsgedanken der Branche vorzuleben. Wie wichtig ist es beispielsweise für die Marktforschungsbranche in Deutschland, dass der internationale Verband eine solche Rolle einzunehmen vermag?

Till Winkler: Das ist eine gute Frage. Ich glaube, es ist nicht schwer, betriebsblind zu werden. Kundenstruktur und Ansprüche wechseln eben nicht alltäglich und das zwingt einen dann auch nicht immer dazu, innovative Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Nun sollte sich keiner in die Lage des Notstandes bringen, um wirklich innovativ zu sein, aber der zielgerichtete Blick auf Impulse macht durchaus Sinn. Und ich finde, dass ESOMAR das ganz gut schafft. Deutschland ist oft sehr akademisch, das fängt bei den Studiendesigns an, hört bei den Präsentationen auf der Bühne auf. Und in keiner Weise ist das schlecht. Aber wir erhalten durch ESOMAR Einblick in andere Kulturen, andere Vorgehensweisen und andere Ideen. Ich hatte neulich einen Call zur Vorbereitung meiner Session und sprach mit Kollegen aus Frankreich, Indien und den USA. da nimmt man in 60min schon einiges mit an Momenten, in denen man sich denkt „Ah, das ist auch eine gute Idee“. Ich finde genau darum geht es: Augen öffnen, inspirieren lassen. Und oft ist es eben einfacher Inspiration außerhalb der bekannten Grenzen zu suchen: In diesem Fall eben Amsterdam. 

marktforschung.de: Herr Winkler, wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen Ihnen einen schönen Aufenthalt in Amsterdam sowie eine unterhaltsame und aufschlussreiche Zeit. Viel Spaß beim Netzwerken! Wir würden uns freuen, im Laufe der Veranstaltung noch einmal von Ihnen zu hören.

Man darf gespannt sein, was die Conference an Inhalten bereithält. Vanessa Oshima, General Manager Nike Women's Category, Japan und Chairwoman des Programm Kommitees ESOMAR, beschrieb die Veränderungen, wie sie nicht nur die Marktforschungsbranche, sondern zig Industrien in aller Welt betreffen, mit der Aussage: "The objektive has not changed, only the way we do things."

 

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