"Es gibt wohl kaum eine Branche, die so dem Wandel von der analogen zur digitalen Welt unterlegen ist wie die Marktforschung"

Jan Hofer, Chefsprecher Tagesschau

Jan Hofer ist Chefsprecher der Tagesschau und moderiert seit zehn Jahren den BVM-Kongress. Zum Auftakt der diesjährigen Veranstaltung in Hamburg sprachen wir mit Hofer über den Wandel in der Marktforschungsbranche, über Influencer und über die Zukunft des klassischen Fernsehens.

©Jan Hofer

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marktforschung.de: Herr Hofer, Sie moderieren bereits zum 10. Mal den BVM-Kongress – Was interessiert Sie an der Marktforschung?
 
Jan Hofer: Marktforschung ist für mich ein wichtiges Instrument, Kundenbedürfnisse- und Wünsche besser kennenzulernen und natürlich auch um  Produkte kunden-, oder anwenderfreundlicher zu gestalten. Ohne Marktforschung wäre der Kunde sicherlich nicht König.
 
marktforschung.de: Das Motto der diesjährigen Veranstaltung lautet: Vom Influencer bis zum PoS: Was funktioniert wie in der Werbewirkungsforschung? Sehen Sie sich selbst auch als Influencer?
 
Jan Hofer: Ich denke schon, dass ich auf eine bestimmte Art und Weise ein Meinungsmacher bin. Das steckt ja schon in der Natur meiner Tätigkeit. Allerdings bin ich natürlich kein Influencer im Sinne der Sozialen Netzwerke. Ich glaube auf diesem Gebiet ist noch viel Forschung notwendig, um die Werbewirkung der sogenannten Influencer wirklich zu ergründen.
 
marktforschung.de: Digital, Big Data & Co. wird ein Thema auf dem Kongress sein. Wie sieht Ihrer Meinung nach das Fernsehen der Zukunft aus? Wird die digitale Entwicklung den klassischen Fernseher bald ersetzen?
 
Jan Hofer: Wir verzeichnen im Jahr 2017 das erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Tagesschau. Erfreulich viele junge Menschen haben sich neu uns zugewandt, wohl, weil in Zeiten von "Fake News" ein vertrauenswürdiges Medium notwendig ist. In der Nachrichtenberichterstattung benötigt man einen Kontext. Man kann das Weltgeschehen nicht losgelöst von gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen sehen. Ob dieses Wissen über digitale Medien oder das klassische Fernsehen vermittelt werden ist dabei egal. Aber irgendjemand muss ja die Inhalte auch ins Netz stellen. Im Zweifelsfall als weiteren "Ausspielweg" das klassische Fernsehen.
 
marktforschung.de: Sie beobachten seit vielen Jahren als Moderator des BVM-Kongresses die Entwicklungen in der Branche. Hat sich die Marktforschung Ihrer Meinung nach in den letzten Jahren verändert?
 
Jan Hofer: Es gibt wohl kaum eine Branche, die so dem Wandel von der analogen zur digitalen Welt unterlegen ist wie die Marktforschung. Hier zeigte sich sehr stark wie disruptive Technologien so manches Geschäftsmodell in Frage gestellt haben. Big Data auf der anderen Seite hat der Branche vollkommen neue Perspektiven eröffnet. Wer sich dem Wandel der sich immer schneller drehenden Welt positiv gestellt hat, der kann auf eine gute Zukunft hoffen.
 
marktforschung.de: Angesichts des jüngsten Skandals über Betrugsfälle und Manipulationen: Welches Image assoziieren Sie mit Marktforschung?
 
Jan Hofer: Betrugsfälle und Manipulationen hat es immer gegeben und wird es immer geben. Allerdings sind die heutigen Mechanismen der Aufdeckung immer effektiver geworden. Ich assoziiere unter Marktforschung ein hohes Maß an wissenschaftlichem und technischem Know How  zur Erforschung der Kundenbedürfnisse und Wünsche aber auch der Erforschung von Zukunftsthemen und wie wir damit umgehen müssen, zum Beispiel in ökonomischer oder ökologischer Hinsicht.

marktforschung.de: Vielen Dank!

Veröffentlicht am: 11.06.2018

 

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