"Ein Marktforscher sollte immer versuchen, die Sache hinter dem Gegenstand zu erfassen"

Dominique Simon, concept m

Was lockt junge Menschen in Unternehmen? Was reizt sie an der Marktforschung? Dominique Simon hat ihre Karriere bei concept m als Trainee gestartet. Heute kennt sie als Project Managerin die Antworten.

Dominique Simon (Concept m)

Dominique Simon (Concept m)

marktforschung.de: Frau Simon, was hat Sie persönlich dazu bewegt, den Weg in die Marktforschung einzuschlagen? 

Dominique Simon:
Ich habe im Master Psychologie an der Universität Düsseldorf studiert und abgeschlossen. Im Rahmen dieses Studiums habe ich damals ein Pflichtpraktikum absolviert und bin im Zuge dessen auf concept m gestoßen. Das Unternehmen und der Bereich der qualitativen Marktforschung haben mich von Anfang an fasziniert. Dieses Themenfeld schafft es mit seiner Vielseitigkeit immer wieder, neue Facetten zu offenbaren und auch der Psychologie, die meist im Kontext der klinischen Psychologie gesehen wird, einen ganz neuen Blickwinkel zu verleihen.

marktforschung.de: Stichwort "Akte Marktforschung". Was hat ein solches Ereignis bei Ihnen als angehenden Marktforscherin ausgelöst? Gab es vielleicht sogar einen Moment, in dem Sie Ihren Berufswunsch infrage gestellt haben? 

Dominique Simon: Nein, bisher gab es keinen solchen Moment. Natürlich sind solche Schlagzeilen erst einmal erschreckend und rücken den Bereich Marktforschung in ein äußerst negatives Licht. Aber wenn man die Arbeitsweise des eigenen Unternehmens kennt, kann man sich von solchen News emotional distanzieren, da diese Herangehensweise nicht für die gesamte Markforschungsbranche spricht, sondern nur für einzelne Unternehmen.

marktforschung.de: Worauf kam es Ihnen bei der Suche nach Ihrem zukünftigen Arbeitgeber besonders an? 

Dominique Simon: Ich habe mich gezielt nach einem renommierten Unternehmen mit dem Schwerpunkt Tiefenpsychologie umgesehen, in dem ich meine Kreativität und freies Denken ausleben kann. Wichtig waren mir außerdem Abwechslung, internationale Projektarbeit, Freude an der Arbeit, die Verknüpfung zwischen qualitativer und quantitativer Marktforschung sowie ein nettes und aufgeschlossenes Team. Natürlich war auch die Nähe zur eigenen Wohnung ein Faktor.

marktforschung.de: Haben Sie sich gezielt bei wenigen ausgewählten Unternehmen beworben oder mussten Sie sehr viele Bewerbungen schreiben? 

Dominique Simon: Bereits während meines Traineeships wurde mir die Festanstellung angeboten. Da ich sehr gerne bei concept m gearbeitet habe, mir das Team ans Herz gewachsen ist und ich mich im Unternehmen gerne neuen Herausforderungen stellen wollte, habe ich die Stelle dann angenommen. Also nein, ich musste in diesem Zuge keine weiteren Bewerbungen schreiben.

marktforschung.de: Und wenn man als Kandidat infrage kommt, welche Stufen durchläuft man dann als Anwärter auf einen Job in der Marktforschungsb ranche? 

Dominique Simon: Bei meiner Bewerbung auf ein Praktikum bei concept m habe ich ein dreistufiges Bewerbungsverfahren wahrgenommen: Versenden einer schriftlichen Bewerbung, telefonisches Interview und Bewerbungsgespräch in Person. Ich denke es ist immer sinnvoll, mit einem Praktikum zu starten, damit nicht nur das Unternehmen einen selbst kennenlernt, sondern man selbst auch herausfinden kann, ob die Branche und die Arbeitsweise zu einem passen.

Der Vorteil eines Praktikums: Man kann herausfinden, ob die Branche und die Arbeitsweise zu einem passen.

marktforschung.de: Wie sind Ihrer Erfahrung nach die Wartezeiten bei Bewerbungsverfahren in der Marktforschung? 

Dominique Simon: Ich musste nicht lange auf die Zusage warten. Nach Eingang meiner Bewerbung habe ich sofort eine Rückmeldung bekommen, dass die Bewerbung eingegangen ist und wenig später hat sich dann ein Kollege bei mir gemeldet, der einen Termin mit mir vereinbart hat. Ich kenne allerdings auch Geschichten von Freunden und Bekannten, die weitaus länger auf eine Rückmeldung warten mussten, oder per se gar keine Rückmeldung bekommen haben.

marktforschung.de: Wenn es schwierig wird, drängt sich die Frage nach dem bewährten "Vitamin B" auf. Wie wichtig ist das Ihrer Meinung nach bei der Suche, dem Einstellungsprozess und der Weiterentwicklung in der Marktforschungsbranche? 

Dominique Simon: Meines Erachtens nach ist "Vitamin B" in der Marktforschung nicht ausschlaggebend. Ich denke, eigene Leistungen, Qualifikationen und Berufserfahrung zählen deutlich mehr – was auch gerade den Bereich der Marktforschung betrachtend, zielführender ist. Gerade Bindungen der Mitarbeiter an ein Unternehmen können langfristig durch diese Attribute mitbestimmt werden – davon bin ich fest überzeugt.  

Auch wenn es nicht ausschlaggebend ist: Ambiente macht Unternehmen attraktiv (Bild: concept m)

Nicht ausschlaggebend, aber nice to have: Ambiente am Arbeitsplatz (Bild: concept m)

 

marktforschung.de: Sie haben einen Traineeship absolviert. Welche Chancen bietet diese Form der Ausbildung? 

Dominique Simon: Ich denke, solch eine Art von Ausbildung ist in der Marktforschung nicht nur sinnvoll, sondern essenziell. Man lernt von Anfang an mit gewissen Techniken umzugehen, wird von vorne herein in Prozesse und Strukturen eingebunden und kann durch begleitende Seminare und Schulungen lernen, die angestrebte Arbeitsweise zu verstehen und schlussendlich umzusetzen. 

marktforschung.de: Welche Kompetenzen sollte ein Marktforscher Ihrer Meinung nach heute und in Zukunft haben? 

Dominique Simon: In meinen Augen sind Offenheit für Neues, Interesse am Weltgeschehen und gute Englischkenntnisse wichtig. Besonders hervorheben würde ich außerdem: Nicht nur in vorgefertigten Schemata und Strukturen denken, nicht nur qualitativ oder quantitativ forschen, sondern immer versuchen die Sache hinter dem Objekt/ Gegenstand zu erfassen

marktforschung.de: Vielen Dank für das spannende Gespräch!

Veröffentlicht am: 25.06.2018

 

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