"Bis 2022 soll Eye-Tracking für jeden einfach nutzbar sein"

Start-up Eyezag

09.10.2017

Das Karlsruher Start-Up Eyezag bringt frischen Wind in die Marktforschung: Das fünfköpfige Team hat eine Technologie entwickelt, mit der Eye-Tracking-Studien direkt mit dem Smartphone durchgeführt und ausgewertet werden können - ganz ohne App- oder Softwareinstallation. marktforschung.de hat bei den smarten Gründen nachgefragt, was genau es mit dieser Technologie auf sich hat.

Eyezag Team  (Bild: Eyezag)

Das smarte Team von Eyezag (Bild: Eyezag)

 

marktforschung.de: Sie wollen die Marktforschungsbranche revolutionieren – wie ist Ihnen die Idee zu ihrer Eye-Tracking- Technologie gekommen? 

Dominic Staub: Die Idee entstand damals am Karlsruher Institut für Technologie unserem Mitgründer und heutigem CTO Timo Schneider im Zuge seine Diplomarbeit am Institut für Bildverarbeitung und Mensch-Maschinen-Interaktion. Computer sollten mithilfe von Eye-Tracking trainiert werden, um Bilder besser zu interpretieren und um so später Menschen mit Sehbehinderung im täglichen Leben zu helfen. Da die Beschaffung von großen Mengen an Eye-Tracking-Daten zu aufwändig war, kam die Idee nach einer einfacheren Lösung per Webcam.

marktforschung.de: Eye-Tracking Studien über das Smartphone aber ohne App und Software -  wie funktioniert das denn genau?

Dominic StaubDie heutige Browsertechnologie bietet viele Funktionen, die wir nutzen können, um Studien durchzuführen, wie zum Beispiel den sicheren Zugriff auf die Kamera von Laptops und Smartphones sowie die Synchronisierung mit angezeigten Stimuli. Der Verzicht auf eine Installation macht eine Studienteilnahme für die Probanden so unkompliziert wie den normalen Besuch einer Webseite. Das vereinfacht besonders die Einladung einer passenden Zielgruppen über das Web, über soziale Kanäle oder innerhalb eigener Probandenpools. 

Das eigentliche Eye-Tracking findet dann also nicht direkt auf den Geräten der Probanden statt, sondern auf unserem eigenen Server. Dadurch sind wir unabhängig von den Endgeräten, die Teilnehmer verwenden.

marktforschung.de: Wo wollen Sie mit dieser Technologie in den nächsten 5 Jahren hin?

Dominic Staub: Technologisch haben wir uns Ziele gesetzt, um die Analyse und Teilnahme noch einfacher zu gestalten und um damit Wahrnehmungsstudien für jeden nutz- und bezahlbar zu machen. Dazu wird die Technologie von uns immer weiter verfeinert, um vor allem im Bereich der Usability und User Experience-Forschung noch besser aufgestellt zu sein. Da unser System mit jedem durchgeführten Eye-Tracking besser wird, ist es unser Ziel, in Zukunft ein Eye-Tracking ohne Kalibration und ohne Einschränkungen über den eigenen Browser durchführen zu können.

Bis in 5 Jahren soll Eye-Tracking für jeden einfach nutzbar sein. Von der User-Experience-Forschung bis zum bedienen des Handys per Augenbewegung – die Nutzung von Eye-Tracking ist nicht weiter als einen Klick entfernt.

marktforschung.de:  Für welche Anwendungsfälle ist Eye-Tracking besonders gedacht?

Dominic Staub:  Wir machen Eye-Tracking zugänglich für eine Fülle an Anwendungsfällen: Für quantitative Studien mit statistisch signifikanter Aussagekraft, für agiles Testen in jeder Phase einer Produktentwicklung, für häufige Pre-Tests auf Prototypen, oder auch in Kombination mit der Labor-Methode. Wir möchten mit dieser Technologie zu einem Umdenken bei der Methode Eye-Tracking anregen, die oft noch mit hohen Kosten, Organisationsaufwand und langen Feldzeiten verbunden wird.

Wir laden jeden herzlich ein, die Technologie direkt auszuprobieren. Auf unserer Webseite kann man dazu an einer Studie teilnehmen und sich hinterher die Auswertung zuschicken lassen

marktforschung.de: Vielen Dank Herr Staub und alles Gute!

 

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