Faktor Gesundheit weiterhin Top-Anreiz zum Sporttreiben

Manuela Ferdinand, concept m

Der Trend zu einem immer höheren Stellenwert von Fitness innerhalb der Gesellschaft ist deutlich spürbar. Im Rahmen einer quantitativen Studie hat concept m die Hintergründe und Motive zum Ausüben sportlicher Aktivitäten in Deutschland umfangreich untersucht.

Manuela Ferdinand, concept m

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Neben einer unüberschaubaren Masse an Angeboten von Fitnessstudios, haben sich in letzter Zeit verstärkt Produkte zum Body-Monitoring sowie spezielle Sportnahrungsmittel, die den natürlichen Muskelaufbau unterstützen sollen, am Markt etabliert. Primär ästhetische Aspekte sollen also Menschen in Deutschland zum Sporttreiben anregen. Das Ziel besteht in einer Optimierung der körperlichen Attraktivität, beispielsweise durch gezielten Muskelaufbau.

Im Rahmen einer quantitativen Studie hat concept m die Hintergründe und Motive zum Ausüben sportlicher Aktivitäten in Deutschland umfangreich untersucht. Dabei geben 60 Prozent der Befragten an, Sport zu treiben, um etwas Gutes für die Gesundheit zu tun. Das Gesundheitsmotiv liegt somit auf Platz 1, gefolgt von 49 Prozent, die ihre körperliche Leistungsfähigkeit mit Hilfe von Sport verbessern wollen. Kriterien, deren Fokus auf Selbstoptimierung liegen, erhalten weit weniger Zustimmung. So geben nur 27 Prozent an, Sport zu treiben, um attraktiver auszusehen. Auch das Betreiben von Muskelaufbau wird nur von einem Drittel der Befragten als Motivationsgrund benannt.

Weitere Motive beziehen sich auf die Funktion von Sport als Ausgleichsfaktor (zum Beruf und körperlichen sowie geistigen Anstrengungen), als Freizeitfaktor (Sport treiben, weil es Spaß macht und um Freunde zu treffen) sowie als Kontrollfunktion des eigenen Körpergewichts. Während die ersten beiden Aspekte nur geringe (zum Beispiel Ausgleich beruflich anstrengender Tätigkeiten) bis mittelhohe (zum Beispiel Sport als Spaßfaktor) Zustimmung erhalten, geben 43 Prozent der Befragten an, ihr Körpergewicht durch sportliche Aktivität zu regulieren. Ältere Personen fokussieren den Gesundheitsaspekt dabei stärker als jüngere. Letzteren erscheint der Attraktivitätsgedanke und das Selbstwertgefühl wichtiger. Jüngere Person sehen Sport dagegen häufiger als Spaßfaktor an.

(Bild: concept m)

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Frauen weisen einzelnen Kategorien eine höhere Bedeutsamkeit zu, als Männer es tun. Dies wird vor allem bei der Gewichtskontrolle (Frauen: 49 Prozent, Männer: 38 Prozent) deutlich. Auch erscheint Frauen die Möglichkeit des Muskelaufbaus durch Sport motivierender, als es bei den Männern der Fall ist (Frauen: 35 Prozent, Männer: 30 Prozent). Männer hingegen sehen Sport häufiger als eine gute Möglichkeit an, Freunde zu treffen und Spaß zu haben.

Insgesamt zeigt sich, dass eine Vielzahl von Anreizen zum Sporttreiben existieren. Eine überdurchschnittliche Ausrichtung auf ästhetische Aspekte, wie eingangs vermutet, kann jedoch nicht nachgewiesen werden. Das zentrale Anliegen sportlicher Aktivität ist auf die körperorientierte Gesundheit ausgerichtet. Je nach Alter und Geschlecht besteht in einzelnen Kategorien mal mehr, mal weniger Zustimmung. So sehen Personen unter 30 Jahren Sport verstärkt als Anreiz zur Erhöhung ihrer Attraktivität. Insgesamt überwiegt jedoch auch hier der Gedanke, etwas Gutes für die eigene Gesundheit zu tun. 

Im Hinblick auf das Marketing von Fitnessangeboten ist es demnach wichtig, die Themen Fitness und Gesundheit als eine zusammengehörige Einheit anzusehen. Ein optisch "fitter" Körper ist nicht gleichzusetzen mit einem gesunden Körper. Um die gesundheitsbewusste Zielgruppe anzusprechen, sollten Fitnessstudios gezielt mit Produkten und Anwendungen aus dem physiotherapeutischen Bereich arbeiten. Auch spezielle "Gesundheitstage" in Fitnessstudios können die Aufmerksamkeit dieser Zielgruppe wecken. Klassische "Mucki-Buden", die ihren Fokus rein auf den Muskelaufbau legen, werden zukünftig Probleme haben, sich auf dem Fitnessmarkt zu behaupten.

Zur Studie: Im Zeitraum vom 22. August 2018 bis 27. August 2018 wurden 1570 Personen online befragt.

Zur Autorin:

Manuela Ferdinand ist bei concept m als Project Manager Quantitative tätig.

Veröffentlicht am: 10.10.2018

 

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