2018 wird das Jahr von Industrie 4.0

Solcom-Studie zum Projektmarkt

20.02.2018

Freiberufler können für 2017 eine sehr gute Auslastung vorweisen. Für das laufende Jahr erwarten Sie zudem weiteres Wachstum, vor allem im Bereich Industrie 4.0 und in der Automobil-Branche. Das sind die Ergebnisse der aktuellen Solcom-Marktstudie.

Digitalisierung (Bild: geralt - pixabay)

Digitalisierung (Bild: geralt - pixabay)

 

Die gute konjunkturelle Entwicklung hat auch dem Projektmarkt weiter Schwung verliehen. So kann die große Mehrheit der befragten Freiberufler auf ein erfolgreiches Jahr 2017 mit hoher Auslastung zurückblicken. Jeder Dritte machte sogar Mehrarbeit über die Vollauslastung hinaus. Der Anteil mit einer schwachen Auslastung ist auch bei dieser Umfrage weiter zurückgegangen. Eine ähnliche Entwicklung wird auch für das laufende Jahr erwartet, mehr als 80 Prozent freuen sich auf einen wachsenden Projektmarkt. Bei den persönlichen Projekt-Chancen sind die Umfrageteilnehmer allerdings weniger optimistisch. Die Zahl der Freiberufler, die einen negativen Verlauf erwartet, hat sich auf über 10 Prozent verdreifacht. Auch bei den Stundensätzen sieht die absolute Mehrheit eine Stagnation. Ein Absinken befürchtet allerdings nur jeder Fünfzigste.

Größte Chancen bei Industrie 4.0 und Automatisierung

Bei den Themen mit den größten Marktchancen gab es in diesem Jahr große Verschiebungen. Der Anteil der Umfrageteilnehmer, die "Big Data" als wichtigsten Trend sehen, hat sich im letzten Jahr halbiert - von zwei Drittel auf ein Drittel. Ebenfalls verloren hat die "IT-Sicherheit". Sie bleibt jedoch unter den wichtigsten drei. Die größten Chancen haben laut der befragten Freiberufler nun "Industrie 4.0" und "Automatisierung“. Etwas überraschend ist der erneute Rückgang bei der "E-Mobilität", welcher weiterhin wenig Potenzial zugerechnet wird. Bei den Branchen waren die Verschiebungen weniger deutlich. Das größte Wachstumspotenzial wird der Automobil-Branche zugeschrieben, gefolgt von "Transport & Logistik". Die wichtigste Wachstumsbranche aus der vergangenen Umfrage "Dienstleistung" wurde nur noch halb so oft genannt und liegt auf Rang drei.

Projektauslastung 2017

Zusammengenommen hatten acht von zehn der befragten Freiberufler eine sehr gute Projektauslastung von über 75 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies noch einmal knapp 15  Prozent mehr. Jeder Dritte war zudem mit mehr als 100 Prozent mehr als voll ausgelastet. Der Anteil der Umfrageteilnehmer, die weniger als die Hälfte ihrer Zeit beschäftigt waren, ging entsprechend zurück, von 15,1 Prozent bei der vergangenen Umfrage auf jetzt 13,7 Prozent. Eine durchschnittliche Auslastung hatten in 2017 lediglich 7,3 Prozent der Teilnehmer, bei der letzten Umfrage war dies noch bei jedem fünften der Fall.   

Grafik: Solcom

Grafik: Solcom

 

Der IT-Projektmarkt 2018 im Vergleich zum Vorjahr

Beim Ausblick sind die Befragten ebenfalls optimistisch: Auch hier erwarten Acht von zehn einen wachsenden IT-Projektmarkt. Das sind noch einmal deutlich mehr als bei der letztjährigen Umfrage. Auch der Anteil, der einen schrumpfenden Markt befürchtet, ging leicht nach oben auf nun 4,1 Prozent, bewegt sich aber trotzdem auf einem sehr niedrigen Niveau. Der Wert für eine erwartete Stagnation hat sich halbiert auf nun knapp 15 Prozent.

Grafik: Solcom

Grafik: Solcom

 

Stundensätze stagnieren 2018

Auf die Stundensätze hat der erwartete positive Jahresverlauf laut der Umfrageteilnehmer keine großen Auswirkungen. Zwar gehen 47,4 Prozent von einer Steigerung aus, dies sind jedoch 1,4 Prozent weniger als in der Umfrage aus dem vergangenen Jahr. Die Hälfte und damit die Mehrheit erwartet hier eine Stagnation.Rückläufige Stundensätze befürchten allerdings nur noch 2,3 Prozent, der Wert hat sich in diesem Jahr halbiert.

Grafik: Solcom

Grafik: Solcom

 

Projekt-Chancen 2018

Die Ergebnisse dieser Frage weichen von den vorangegangen Ergebnissen leicht ab. Denn der Anteil der Umfrageteilnehmer, die für sich selbst schlechtere Projektchancen sehen, hat sich auf 10,3 Prozent fast verdreifacht, liegt jedoch noch immer auf einem niedrigen Niveau. Eine deutliche Mehrheit erwartet zwar bessere bzw. unveränderte Chancen, jedoch sind hier beide Werte rückläufig.

Grafik: Solcom

Grafik: Solcom

 

Größte Marktchancen für Industrie 4.0

Bei den Themen mit den größten Marktchancen konnte sich erstmals "Industrie 4.0" mit 43,4 Prozent an die erste Position setzen. Der Spitzenreiter aus dem vergangenen Jahr "Big Data" verlor mehr als die Hälfte seines Wertes  und liegt nur noch auf Rang sechs. An zweiter Stelle liegt in diesem Jahr mit 39,3 Prozent die „Automatisierung“, die zum ersten Mal hier gelistet wird. Trotz Verlusten konnte sich "IT-Security" in den Top drei halten, mit einem Anteil von nun 33,9 Prozent. Deutlich seltener genannt wurden zudem die Themen "Internet of Things" (33,2 Prozent), "Connected Car" (17,8 Prozent) und "E-Mobility" (7,8 Prozent). Zulegen konnten dagegen "Prozessmanagement" (28,4 Prozent) und "SAP" (23,6 Prozent). Der "Consumer Market" spielt mit unter einem Prozent nur noch eine sehr untergeordnete Rolle. Bedeutender hingegen ist das Thema "Blockchain", das bei den Freitextantworten unter "Sonstiges" in Verhältnis zur Gesamtmenge von 5,2 Prozent der Umfrageteilnehmer genannt wurde.

Grafik: Solcom

Grafik: Solcom

 

Starkes Wachstum in der Automobilbranche

Die Automobilbranche boomt, das zeigt sich auch bei den Ergebnissen der Studie. Mit 41,7 Prozent geht hier eine deutliche Mehrheit der befragten Freiberufler von einem starken Wachstum aus. Auf dem zweiten Rang liegt die "Transport & Logistik" Branche, die sogar leicht auf 28,9 Prozent zulegen konnte. Mit deutlichen Verlusten ist die Dienstleistungsbranche auf den dritten Rang gefallen, doch noch immer ein Viertel sieht hier Potenzial. Ebenfalls deutlich verloren haben "Telekommunikation" (18,9 Prozent), "Gesundheit" (18,6 Prozent) und "Pharma“ (18,3 Prozent). Hinzu gewonnen haben "Energie" (24,6 Prozent), "Medien & Unterhaltung" (19,8 Prozent) und "Chemie" (9,8 Prozent). Die Möglichkeit, Freitextantworten zu hinterlegen, wurde  lediglich  marginal  genutzt  und  wird  aus  diesem  Grund nicht gesondert ausgeführt.

Grafik: Solcom

Grafik: Solcom

 

Zur Studie: Zwischen Dezember 2017 und Februar 2018 befragte Solcom 10.402 Abonnenten des Freiberufler Magazins. Die Ergebnisse beziehen sich auf 641 Teilnehmer.

 

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