Nachgefragt bei Andrea Rupprath (Bündnis 90/Die Grünen NRW)

Andrea Rupprath (Bündnis 90/Die Grünen in NRW)

Andrea Rupprath ist Pressesprecherin bei Bündnis 90/Die Grünen in NRW.

marktforschung.dossier.de: Frau Rupprath, wie erleben Sie den aktuellen Wahlkampf zur Bundestagswahl?

Andrea Rupprath: Ich habe durchaus den Eindruck, dass der Wahlkampf jetzt in seiner heißen Phase an Dynamik gewinnt und hoffe sehr, dass er auch gerade nach dem Ende der Sommerferien – bei uns in NRW am 4. September – in der Öffentlichkeit inhaltlich mehr wahrgenommen wird. Umfragewerte sind nicht alles, was Wählerinnen und Wähler interessiert – davon bin ich überzeugt. Sehr erfreulich wäre es doch, wenn Kanzlerin Merkel mit ihrem „Dämmerwahlkampf“ nicht durchkäme.

marktforschung.dossier.de: Meinungsumfragen gelten als wichtiger Gradmesser hinsichtlich der politischen Stimmung in der Gesellschaft. Wie stark beeinflussen bspw. die Zahlen aus dem ARD-DeutschlandTREND oder dem ZDF-Politbarometer Ihre tägliche Arbeit?

Andrea Rupprath: Gemessen wird die Stimmung – das sind am Ende aber nicht zwingend Stimmen. Selbstverständlich halten wir uns über die neusten Werte auf dem Laufenden und nehmen mögliche Tendenzen zur Kenntnis. Wir wissen aber auch – und das stellte infratest dimap noch in einer der letzten Umfragen deutlich heraus, dass Wahlen in den letzten Wochen und sogar in den letzten Tagen vor dem Wahltag entschieden werden. Das beeinflusst meine bzw. unsere tägliche Arbeit dahingehend, bis zum Wahltag alles zu geben, um ein starkes GRÜNES Ergebnis und den möglichen Wechsel zu Rot-Grün zu erreichen.

marktforschung.dossier.de: Wie ist ihre Beobachtung hinsichtlich der Reaktionen der Spitzenpolitiker auf Umfrageergebnisse während der heißen Wahlkampfphase?

Andrea Rupprath: Hier gilt, was ich oben bereits beschrieben habe. Die Ergebnisse werden zur Kenntnis genommen, hier und da auch diskutiert. Sie ändern aber nichts an den Auftritten der Spitzenpolitikerinnen und -politiker oder der Ausrichtung der heißen Phase.

marktforschung.dossier.de: In welchem Rahmen geben Sie selbst Meinungsumfragen in Auftrag?

Andrea Rupprath: Gelegentlich geben wir vor Landtagswahlen Umfragen in Auftrag. Sie dienen aber internen Zwecken, vor allem mit Blick auf die Wahlkampfvorbereitung.

marktforschung.dossier.de: Viele der in Deutschland bekannten Meinungs- und Politikforschungsinstitute haben eine lange Historie und sind eng mit Parteien und Medien vernetzt. Ist Kontinuität in der Zusammenarbeit ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf Validität und Verlässlichkeit erhobener Daten?

Andrea Rupprath: Vertrauen und Verlässlichkeit sind immer wichtige Pfeiler einer Zusammenarbeit. Allerdings kann es hier und da auch richtig sein, neue Wege zu gehen.

marktforschung.dossier.de: Wie stehen Sie Erhebungs- und Prognosemodellen gegenüber, die auf Social-Media-Analysen oder Börsenmodellen basieren?

Andrea Rupprath: Auch diese können wichtige Schlussfolgerungen nach sich ziehen, aber immer unter Berücksichtigung z. B. Methodik, Repräsentativität, Zielgruppe usw.

marktforschung.dossier.de: Frau Rupprath, vielen Dank für dieses Gespräch!

Veröffentlicht am: 02.09.2013

 

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