"Wir wollen die Blackbox POS entschlüsseln"

Vorstellung der Finalisten beim Start-up Online-Pitch

Ende 2013 gegründet, hat sich POSpulse in den letzten Jahren mit Hilfe von Investoren wie Intermedia und dem High Tech Gründerfonds, Family offices und Business Angels, zu einem erfolgreichen Player innerhalb der POS-Marktforschung entwickelt. Statt mit Testkäufern vor Ort, entsteht Marktforschung am POS mit Hilfe einer Shopper-Community.

Wie würden Sie Ihr Geschäftskonzept in einem Satz beschreiben?

Marktforschung per App via Crowdsourcing: Eine App basierte Community aus realen Konsumenten liefert Echtzeit Feedback auf Fragen, rund um die Vermarktung von Produkten und Services vom Point of Sale, zuhause oder unterwegs.

Wie kam es zu der Gründung Ihres Start-ups? Was ist Ihr Gründungsmythos?

Dominic Blank, Gründer und Geschäftsführer von POSpulse, hat bereits nach seinem MBA in den USA dort ein Point of Sale Software Startup gegründet. Dieses Startup, savvo, half dem Shopper am Point of Sale, vor dem Weinregal den "richtigen" Wein zu finden (via iPad Installation am Regal). Dabei fiel auf, dass ständig Weine empfohlen wurden, die es nicht mehr im Regal gab. Darüber hinaus wurde deutlich, wie wenig Hersteller*innen und Händler*innen darüber wissen, was im Moment der Entscheidung vor dem Regal eigentlich passiert. Mit der Mission, die Transparenz und Schnelligkeit von Informationen der Online-Welt in die Offline-Welt zu bringen, gründete Dominic POSpulse (Marktforschung per Crowdsourcing).

Welches Kundenproblem adressieren Sie?

Das sind einige:

  • Die "Blackbox POS": Hersteller*innen und Handelsunternehmen haben Produkte in tausenden Märkten, wissen jedoch nicht, ob und wie genau ihre Produkte dort präsentiert, platziert und verkauft werden. Ein Beispiel soll das verdeutlichen: Kontinuierlich hohe Out-of-stock Raten und nicht korrekt umgesetzte Promotions (welche bis zu 80 Prozent des Umsatzes treiben) verursachen allein in der deutschen Konsumgüterindustrie über eine Milliarde Euro verlorenen Umsatz. Das liegt daran, dass es aufgrund des hohen Kostendrucks nur noch wenig Außendienst gibt. Die Produkte liegen aber in über 30.000 Märkten, es gibt viele Mitbewerber*innen, aber keine Kontrolle am POS.
  • Die "Blackbox Customer Decision Journey": Die Interaktion mit dem eigenen Produkt über sämtliche Kanäle und Medien hinweg ist unbekannt und war bisher nur kostspielig und mit langem Zeitverzug herauszufinden. Die Marktforschung dafür ist zeit- und kostenaufwendig, es gibt lange Wartezeiten auf Ergebnisse. Außerdem fehlt oft die Transparenz in der Datengenerierung und Aufbereitung.

Wie weit sind Sie in der Entwicklung? Gibt es bereits Testprojekte?

Gegründet Ende 2013, sind wir heute etabliert. Das heißt in Zahlen: +300 Kunden und Kundinnen aus über 20 Branchen, eine Community aus 850.000 Konsumenten, Akquisition des Wettbewerbers Streetspotr in 2018 (heute voll integriert), Break-even (Profitabilität - EBITDA) erreicht.

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Wodurch unterscheidet sich Ihr Start-up? Was ist Ihr USP?

Gegenüber traditioneller Marktforschung:

  • Geschwindigkeit: Nahezu Echtzeit
  • Transparenz in der Qualität über Technologie: App-gestützte Erhebung verhindert über Features wie GPS check-in und Bildaufnahmen, dass Daten fingiert werden. Ein Live Dashboard lässt Kunden und Kundinnen die Datenerhebung fast live mitverfolgen.
  • Tatsächliche Endkundenperspektive: Tatsächliche Shopper und Konsumenten, die Zielgruppen-spezifisch segmentiert werden können, geben Feedback (vs. trainierte Marktforscher*innen)
  • Kostenvorteil: Eine lokale Community ist deutlich günstiger als Vollzeitmitarbeiter*innen, die extra anreisen müssen

Welche Ziele wollen Sie bis Ende 2021 erreicht haben?

Validierung eines neuen Anwendungsfalls und Geschäftszweigs: Merchandising und Außendiensttätigkeiten über die Community (also vor Ort am POS eingreifen und nicht mehr nur "zu beobachten")

Was würde Ihnen aktuell am meisten weiterhelfen?

Die Wahrnehmung für unseren Ansatz - mobiles Crowdsourcing - bei Entscheidern aus Industrie und Handel zu steigern.

Was immer am meisten hilft: Kunden und Kundinnen!

Mit welcher Art Geschäftsmodell wollen Sie Ihre Einkünfte erzielen?

Wir generieren unseren Umsatz immer auf Basis des Einsatzes unserer Community, die Feedback auf Fragen unserer Kunden und Kundinnen liefern (für diverse Anwendungsfälle: Promotion, Umsetzungen und Produktplatzierungen überprüfen, Mystery Shopping zum Beratungsverhalten, Wettbewerbsaktivitäten etc.). Seit Corona neu hinzugekommen: Die Community als Außendienst und Merchandising Mannschaft - Promotions aufbauen, Displays und Produkte verkaufen, Regalumbauten etc..

POSpulse ist einer der Finalisten des Start-up Online-Pitch von marktforschung.de.

Melden Sie sich hier an, um POSpulse und die anderen ausgewählten Start-ups im Pitch, am 15. September, zu erleben.

mvw

Veröffentlicht am: 26.08.2020

 

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