Reporting und Visualisierung | marktforschung.dossier - November 2015

Von der Kunst, Forschungsergebnisse zu vermitteln: Reporting und Visualisierung - Editorial

Claas Lübbert (marktforschung.de)

Von Claas Lübbert, marktforschung.de

"Schluss mit dem Powerpoint-Massaker!" – so betitelte SPIEGEL Online im vergangenen Jahr ein Interview mit dem Kommunikationstrainer und Vortragscoach Gerriet Danz. In dem Gespräch schildert Danz, worauf es bei Vorträgen und Präsentationen wirklich ankommt und warum weniger oft mehr ist. "Heute wird Powerpoint häufig als Teleprompter missbraucht", so der Coach. Seine These: "Je mehr man auf Powerpoint-Massaker verzichtet, desto überzeugender ist man als Redner."

Vom "Powerpoint-Massaker" zerstörte Vorträge – eine interessante Vorstellung.

Nun ist Markt- und Meinungsforschung natürlich weit mehr als das – allgemein formuliert – Vorstellen von Informationen vor Publikum. Und natürlich genügt es auch nicht, die Ergebnisse von aufwendigen Studien in ambitionierter Rede vorzutragen und dem Auftraggeber nichts in die Hand zu geben, was er sich jederzeit bei Bedarf aus der Schreibtischschublade holen kann.

Aber eigentlich geht es bei dem obigen Beispiel im Kern ja um Folgendes: es gilt, einem Adressaten eine relevante Information zu vermitteln. Und das ist genau der Punkt. Wie kann dafür gesorgt werden, dass aufwendig gewonnene Insights so beim Auftraggeber ankommen, dass er diese gewinnbringend einsetzen kann? 

Man hört vielfach Klagen über Zahlenkolonnen, endlose Tabellen und seitenlange Charts, man hört von  Berichtsbänden, die im Archiv der Auftraggeber verschimmeln, von Entscheidern, die die Relevanz von Marktforschung anzweifeln und im nächsten Jahr das Budget kürzen, weil ihnen ihre eigene Bauchentscheidung mehr sagt als 27 Grafiken mit unzähligen Splits.

Keine Frage, die Datengrundlage ist entscheidend für den Erkenntnisgewinn, der Sinn aufwendiger Forschungsdesigns soll keinesfalls in Zweifel gezogen werden. Aber: auch in unserem letzten marktforschung.dossier zum Thema "Big Data" wurde vielfach deutlich, dass mit zunehmender Komplexität die fokussierte und auf den Punkt gebrachte Aufbereitung der essentiellen Information massiv an Bedeutung gewinnt.

Und dazu kommt noch ein Punkt: Echtzeit.

Im Internetzeitalter sind die Nachrichten von gestern nun mal alt. Heute zählt das schnelle Reagieren auf Marktveränderungen, das kurzfristige Anpassen von Werbekampagnen, das aktive Bespielen sozialer Medien – und natürlich noch vieles mehr. Das zwingt unsere Branche nicht immer, aber in zunehmendem Maße, die erhobenen Daten auch besonders kurzfristig zur Verfügung zu stellen.

Wie das inhaltlich und technisch gelingen kann und welche Aspekte dabei zu bedenken sind, darum geht es in dieser Ausgabe des marktforschung.dossier. Ich hoffe, Sie können für Ihre tägliche Arbeit ein paar Anregungen mitnehmen.

Und während Sie lesen, werde ich noch ein paar Slides animie... ähem, vielleicht besser doch nicht.

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