Quick without dirty? | marktforschung.dossier - Februar 2016

Quick without dirty? Schnelle Ergebnisse für schnelle Entscheidungen - Editorial

Claas Lübbert, marktforschung.de (Bild: marktforschung.de)

Von Claas Lübbert, marktforschung.de

Vor geraumer Zeit stolperte ich über eine "In eigener Sache"-Meldung eines großen deutschen Nachrichtenmagazins, das darin stolz den Launch seines "Turbo-Toralarms" verkündete.

Mich als fußballaffinen Heavy-Medienuser kann man mit so etwas durchaus kriegen – nur stellte sich mir gleich die Frage: was kann denn ein "Turbo-Toralarm" besser als ein einfacher "Toralarm"? Und vor allem: was befähigt ihn dazu, "Turbo" zu sein? Weiß man da in der Redaktion schon vorher, wann die Tore fallen? Werden für die Berichterstattung nur noch Redakteure eingekauft, die nachweislich schneller schreiben können als die der Konkurrenz? Wurde ein Server mit schier unfassbarer Rechenleistung angeschafft? Sind die schneller als der Stream, sozusagen?

Aus meiner nicht-repräsentativen Beobachtung ist die ganze Sache dann wohl auch mehr oder weniger im Sande verlaufen. Aber eins bleibt doch beispielhaft hängen: der Trend, bei allen mehr oder weniger relevanten Informationen immer das erste Medium sein zu wollen, das die Meldung in die Welt trägt.

Beinahe täglich lässt sich ein "Eilmeldungs-Wettbewerb" beispielsweise auf dem Smartphone oder beim Kurznachrichtendienst Twitter beobachten. Tempo geht vor Informationsgehalt, leider oft auch vor Validität. Manchmal beschleicht einen das Gefühl, die Meldung geht raus, bevor sie überprüft wird.

Nun, Medienschelte soll hier nicht unsere Sache sein. Aber Buzzwords wie "Real-Time" haben längst Einzug in die Marktforschungsbranche gehalten. Relevante Daten quasi in Echtzeit. Für Management-Entscheidungen.

Ein Widerspruch?

Kein Zweifel, kurzfristig darüber informiert zu sein, wie die aktuelle Werbekampagne performiert, kann für den Marketing-Verantwortlichen kein Nachteil sein. Schnelles Gegensteuern spart unter Umständen eine Menge Geld. Und – kleiner Perspektivwechsel – man will als unzufriedener Kunde ja irgendwie auch sofort meckern und nicht erst warten, bis drei Wochen nach Besuch des "Touchpoints" das Marktforschungsinstitut zwecks KuZu-Durchführung anruft.

Aber, und da sind wir wieder bei den Medien, auch die schnellsten Informationen haben nur dann einen Wert, wenn sie auch wahr und verlässlich – eben valide – sind. Eine Kernkompetenz der Marktforschung wiederum.

Die Beiträge dieses marktforschung.dossier sollen exemplarisch zeigen, wie es gelingen kann, Tempo und Zuverlässigkeit unter einen Hut zu bekommen. Quick ohne Dirty. Bitte nehmen Sie sich Zeit.

Ihr Claas Lübbert
(Redaktionsleiter)

P.S.: Vielleicht hat ja jetzt jemand von Ihnen Lust bekommen, einen validen "Turbo-Toralarm" auf die Beine zu stellen? Ich wäre möglicherweise interessiert ;-)

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