Karriere-Spezial: Gehaltsvergleich, Wechselneigung, kluge Köpfe

Karriere Spezial: Ein bisschen Schweden

Bastian Stegen (Smart News Fachverlag GmbH)

Von Bastian Stegen

Was denken Sie, wenn ich den Begriff "Schweden" in den Raum werfe? Sein Sie ehrlich!

Gehen wir die Antwort der Einfachheit halber ein wenig stereotyp an. Bei einigen von Ihnen werde ich Assoziationen an die Kindheit wecken. An Geschichten von Astrid Lindgren. Im Speziellen vielleicht an die verrückten Abenteuer der Pippi Langstrumpf. Oder an Michel aus Lönneberga, der hilflos und bemitleidenswert mit dem Kopf in einer Suppenschüssel steckt. Wieder andere denken an den letzten Aufbau eines Fertigmöbels der Firma IKEA oder die dort routiniert verzehrten Hot Dogs und Köttbullar.

Und eher wenige von Ihnen werden daran denken, dass Informationen über Löhne und Gehälter in Schweden frei zugänglich sind und dass es eigentlich dieser Fakt ist, auf den ich mit meiner Eingangsfrage hinaus wollte.

Jeder Bürger dieses skandinavischen Landes erhält vom Staat von Geburt an eine eigene, individuelle und unverwechselbare Personennummer, mit deren Hilfe Ämter, Behörden aber auch Privatunternehmen unterschiedlichste Daten speichern und verarbeiten können. Ein einzigartiger Kennschlüssel also. Die Schweden nennen diesen Prozess "folkbokföring", was übersetzt so viel wie Volksbuchführung bedeutet. Eine der zu Arbeitnehmern gespeicherten Angaben ist natürlich das Gehalt.

Der in Skandinavien übliche offene Umgang mit für viele von uns hochbrisanten Daten erlaubt darüber hinaus, dass ein jeder das Gehalt des anderen bei der staatlichen Steuerauskunft erfragen kann. Ein Anruf genügt und Sie wissen, was Ihr Kollege oder der Vorgesetzte verdient. Umgekehrt kann natürlich ebenfalls jeder den es gerade irgendwie interessiert die Höhe Ihres Einkommens bei der Behörde erfragen. Volle Transparenz ohne Wenn und Aber. In Deutschland nicht vorstellbar.

Wir sehen das hierzulande naturgemäß alles etwas enger. Die Bundesrepublik hat ein fest verankertes Steuergeheimnis. Sie können daher nicht ohne Weiteres und vollkommen legal derartige Informationen über Ihre Mitmenschen in Erfahrung bringen. Dabei wäre für Sie als Marktforscher doch eigentlich sehr interessant, was andere Arbeitnehmer in unserer Branche verdienen. Allein schon, um bei der nächsten Gehaltsverhandlung einen Orientierungspunkt zu haben, vom dem aus ausgehend Sie Ihre Gehaltsvorstellungen formulieren können. Oder Sie sind im HR beschäftigt und daher so oder so stets an derlei Themen interessiert.

An dieser Stelle kann unsere mit diesem marktforschung.dossier veröffentlichte Gehaltsstudie helfen. Sie gibt, wie auch schon in den Vorjahren, Auskunft zur derzeitigen Verdienstsituation in der Branche. Seit dem Jahr 2010 haben wir zu diesem Zweck über 4.000 festangestellte Marktforscher anonym zu ihrem Einkommen befragt. Allein im vergangenen Jahr (April 2013 bis April 2014) haben etwa 1.000 Personen unsere Fragen beantwortet. Herausgekommen ist wieder eine für jeden in der Branche interessante Referenz. Ein Orientierungs- oder Ausgangspunkt, um sich selbst zu verorten und das eigene durchschnittliche Gehalt mit dem der Anderen abzugleichen, denn wie wir in der Befragung im letzten Jahr gelernt haben, macht nicht das Einkommen alleine glücklich, sondern der Gehaltsvergleich und die damit verbundene Rückversicherung.

Einhergehend mit der jeweiligen Welle der Studie haben wir in jedem Jahr einen zusätzlichen Fokus auf so genannte Soft-Facts gelegt, die den Stand der Branche nicht in feststehenden Einkommenszahlen, sondern eher subjektiven, dennoch aber quantitativ erhobenen Angaben abbilden. Haben wir uns im letzten Jahr noch mit Themen wie Arbeitszufriedenheit und der Work-Life-Balance beschäftigt, erfahren Sie in diesem Jahr etwas über die allgemeine Wechselbereitschaft und im Rahmen einer Zusatzbefragung unter 75 Verantwortlichen aus Personalabteilungen und Geschäftsführung gibt es Insider-Informationen zur Sicht der Unternehmen.

Wir werden unsere aktuellen Ergebnisse im Laufe dieses Monats sukzessiv veröffentlichen. Sie erhalten daher mit Erscheinen dieses Beitrags kostenfrei die allgemeine Gehaltsstudie, die Ihnen zum Beispiel zeigt, welchen Einfluss Geschlecht, Bundesland und Bildungsabschluss auf das Einkommen in der Branche haben. In unserer zweiten Veröffentlichung geht es um die Wechselbereitschaft in der Marktforschung. Wie hoch sind Arbeitszufriedenheit und Engagement? Wie lange sind Mitarbeiter im Durchschnitt bei einem Arbeitgeber beschäftigt? Diese Frage werden wir ebenso klären, wie die jeweiligen Determinanten der Wechselneigung. Der dritte und letzte Teil gibt schließlich die Sicht der Arbeitgeber wieder. Gibt es einen "War for talents" und wie rekrutiert die Brache in Zeiten moderner "two-way" Kommunikationsmedien?

Abschließend können Sie sich, nach den vorherigen Teil-Veröffentlichungen, die Gehaltsstudie im Ganzen als PDF downloaden. Hier erhalten Sie auch unser aus den letzten Jahren bekanntes Flussdiagramm, mit dem Sie selbst Ihr durchschnittliches Jahresgehalt errechnen können.

Ein Tool z.B. für zukünftige Gehaltsverhandlungen. Eine exklusive Printversion der Studie liegt auch in diesem Jahr wieder der Zeitschrift „planung &analyse“, welche am 14.05.2014 erscheint, bei.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen und viele spannende Einblicke bei der Lektüre. Wir hoffen, unser kleines Schweden in der Marktforschung gefällt Ihnen.

Wir möchten uns in diesem Zuge bei allen Marktforscherinnen und Marktforschern danken, die an der Umfrage teilgenommen und anonym Ihre Meinung abgegeben haben. Weiterer Dank gilt abschließend auch der tivian GmbH, die uns tatkräftig und maßgeblich bei der Erstellung der Studie unterstützt hat.

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