Karriere-Spezial: Geld oder Glück - was sticht im Kampf um Talente?

Karriere-Spezial: Editorial

Anke Müller-Peters (Smart News Fachverlag GmbH)

Von Anke Müller-Peters, Ressortleiterin Karriere | Akademie 

Das Arbeits- und Berufsleben ist in unserer Gesellschaft derzeit rasanten Veränderungen unterzogen. Viele sehen Chancen im Wandel, viele machen sich Sorgen und betonen die Risiken. Betrachten wir nur einige dieser Veränderungen.

Grenze zwischen Arbeits- und Privatleben verschwindet

Da geht es zum Beispiel um die Frage, ob Arbeitsleben und Privatleben eigentlich noch zweierlei  sind  oder ob die Grenze zwischen den Lebensbereichen bis zur Unkenntlichkeit verschwimmt. Kann ein Arbeitnehmer heute beruflich bei facebook sein und privat nicht? Ist es zeitgemäß, das Firmenhandy nach Feierabend abzuschalten und das private zu aktivieren? Unter dem Titel „Faul und schlau“ vertrrat  das Magazin „Die Zeit“ vor kurzem die These, dass junge, gut ausgebildete Arbeitnehmer mit neuen Erwartungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Arbeitsmarkt eintreten. Dort wird die zeitliche Vermischung zwischen Privat- und Berufsleben als Chance für neue Lebensformen angesehen.  Andere empfinden es als Belastung, dass digitale Arbeit  fast zu jeder Zeit und an jedem Ort erledigt werden kann.

Health Care Management

Unternehmen anderseits fangen an, mehr Verantwortung für ihre Arbeitnehmer zu übernehmen und etablieren Health Care Management-Systeme, um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu erhalten. Die Notwendigkeit solcher Maßnahmen wird besonders mit dem Trend der stetig steigenden Arbeitsausfälle aufgrund stressbedingter Erkrankungen begründet. Die Anzahl von Fehltagen bei der Arbeit aufgrund von psychischen Krankheitsbildern ist innerhalb von 8 Jahren auf  das 18-fache gestiegen. Dies ist insofern bemerkenswert, als formal heute sehr viel weniger Wochenstunden gearbeitet werden als vor 50 Jahren. Machen die sich wandelnden Arbeitsbedingungen also krank?

Demographischer Wandel

Die Bevölkerungspyramide wird sich in den nächsten Jahren zu einem Bevölkerungspilz entwickeln. Dies ist nicht nur eine politische Herausforderung für das Bildungs- Gesundheits- und Rentensystem, sondern auch eine Herausforderung für Arbeitgeber im Kampf um die besten Talente. Arbeitsmarktbezogene Analysen des demographischen Wandels zeigen, dass dem deutschen Arbeitsmarkt in den nächsten 50 Jahren jährlich eine halbe Million Arbeitnehmer verloren gehen werden. Infolgedessen wird diskutiert, welche Potenziale zukünftig für den Arbeitsmarkt mobilisiert werden können. Frauen, Einwanderer, verlängerte Lebensarbeitszeit - dies sind die wichtigsten Ansätze zur Lösung des Problems. Ansätze, die sowohl Ängste als auch Hoffnungen wecken.

Patchwork-Karrieren

Einerseits folgen auf den Ruf nach mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt gelockerte Kündigungsschutzbedingungen und neue Formen von flexiblen Arbeitsverträgen. Andererseits nutzen Arbeitnehmer die Vielzahl der Möglichkeiten am Arbeitsmarkt, um ihre Berufskarriere im Laufe ihres Lebens ihren persönlichen sich ändernden Bedürfnissen anzupassen. Unter dem Stichwort „Patchwork-Karriere“ wird viel darüber gesprochen, dass Arbeitsbiographien heute nicht mehr die lebenslange Zugehörigkeit zu einem Betrieb bedeuten. Auch hier ist es wieder eine Frage der Perspektive, ob der Trend als Chance oder als Belastung angesehen wird, denn brüchige Lebensläufe können Ausdruck zunehmender Selbstbestimmung oder Ausdruck zunehmender Fremdbestimmung sein.

Auch in diesem Jahr widmen wir wieder eine Ausgabe des marktforschung.dossier dem Arbeitsmarkt in unserer Branche. Im Rahmen dieses Themenspecials finden Sie die aktuelle Gehaltsstudie für Marktforscher, eine Analyse von Online-Bewerbungsprozessen, Erwartungen von Studenten und Berufseinsteigern an ihre Arbeit in der Marktforschung und vieles mehr. Lassen Sie sich von unseren Autoren inspirieren und finden Sie Ihre eigene Antwort auf die Frage, ob die veränderte Arbeitswelt Fluch oder Segen ist.

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