Kennen Sie Dendemann?

Von Kerstin Klär und Oliver Tabino, Gründer/in und Geschäftsführer/in von Q | Agentur für Forschung

"Fragen lenken Denken" ist ein Grundprinzip unser täglichen Arbeit als Markt-und Sozialforscher. Deshalb gleich noch eine Frage hinterher: Wie ist denn die Verbindung zwischen Dendemann und der Marktforschung? Eine doppelte Frage geht noch: Was hat das Ganze eigentlich mit der Serie „Jung und wild“ und dem Unternehmen Q I Agentur für Forschung zu tun?

Die Auflösung folgt gleich.

Vielleicht trifft es „young at heart“ besser. Q I geht ins siebte Jahr. Das Label wild, in Form von kreativ, innovativ, randvoll mit Ideen, provokativ, lassen wir uns gerne verpassen.

Das einfachste wäre natürlich ein Interview für solch‘ eine Rubrik zu machen: Fragen über die Gründe der Gründung. Fragen über die Erfolge und Niederlagen. Ratschläge für andere, die auch gründen wollen. Oder aber einen Text, der einen großen Teil an Eigenlob enthält, Selbstbeweihräucherung und eine elegante Form der Werbung darstellt: Q I war bei der Gründung toll. Q I ist immer noch toll. Q I wird auch in Zukunft toll sein. Gut, das wäre jetzt abgehakt.

Lassen Sie uns nochmal auf Dendemann eingehen und die Ausgangsfrage. Lieder, Songs, Konzerte - sie sind emotionale Anker für fast alle Menschen. Bestimmte Bands oder Songs haben eine große Bedeutung in unseren Leben, weil man sie mit bestimmten Situationen, Lebensabschnitten, großartigen Erfolgen und herzzerreißenden Enttäuschungen oder Niederlagen in Verbindung bringt. Im Song „Das erste Mal“ vom Album „Die Pfütze des Eisbergs“ rappt Dendemann folgende Zeilen: 

„Was immer du tust – was auch immer –

Alles machst du irgendwann – zum ersten Mal –

Was immer du tust – was auch immer –

Auf die Fresse fallen ist – derbe geil –

Was immer du tust – was auch immer –

Alles machst du irgendwann – zum ersten Mal –

Was immer du tust, was immer du tust

Sing mal den Blues das Leben ist so – derbe geil – (….)

Ob als Erstes oder X-tes ich tu als wärs egal

Ich tu als tät ich alles grad – zum ersten Mal – (….)“

Das trifft in wenigen Worten ziemlich gut, wie wir uns als Gründer von Q I Agentur für Forschung gefühlt haben und immer noch fühlen.

Eine grundlegende Erfahrung begleitet uns fast täglich seit der Gründung. Es gibt immer etwas, was wir das erste Mal tun: Firmennamen finden, Logo aussuchen, Website abstimmen, Laptops einrichten, Steuerberater beauftragen, eine GmbH gründen. Es gibt erste Male, die man nicht unbedingt braucht und es gibt erste Male, die einem ein Lächeln auf das Gesicht zaubern und einen erstaunt zurücklassen.

Wir können uns noch an unseren ersten Kunden erinnern, der schon wenige Tage nach der Q I Gründung mit uns ein Projekt machen wollte. Dieses Gefühl der Bestätigung, den richtigen Schritt gemacht zu haben, vergessen wir wahrscheinlich nie.

Es gibt Premieren, die man gerne vermeiden will, die aber dazu gehören. Kollegen einstellen und dann merken, dass es nicht zusammen passt, ist so ein Beispiel. Oder aber, wenn man das erste Mal einen Pitch nicht gewinnt, weil der potenzielle Auftraggeber sich für ein Institut mit längerer Erfahrung und etabliertem Namen entscheidet.

Andere „erste Male“ sind dagegen wunderschön und lassen einen die langen Stunden im Büro oder die durchgearbeiteten Wochenenden im Nu vergessen: die Nominierungen für den BVM Innovationspreis, den Gewinn des European Excellence Award und den PR Preis für Evaluation.

Das von Dendemann besungene „erste Mal“ hat für mich noch weitere Implikationen. Einerseits bedeutet es, dass wir immer wieder Neuland betreten und dass dieses Neuland uns immer wieder auch etwas abverlangt. Es bedeutet nämlich, dass wir immer wieder unsere eigenen Komfortzonen verlassen müssen und bestenfalls auch wollen. Das Verlassen dieser Komfortzonen ist nicht immer mit Routinen des Alltags in Einklang zu bringen, aber für mich ist es deswegen ein gewisses marktforscherisches Lebenselixier. Nur so sind Innovationen, kreative Ideen und die Weiterentwicklung eines Unternehmens oder aber der eigenen Persönlichkeit möglich zumindest, wenn man das wie wir zu einer Art Q I Grundprinzip erhoben haben.

Das linkfluence Joint Venture ist ein Beispiel für solch ein Verlassen einer Komfortzone. Wir haben vor 6 Jahren damit angefangen, uns mit Social Media Forschung zu befassen. Eine deutsch-französische Partnerschaft und Kooperation, gefolgt von der offiziellen Gründung der linkfluence Germany GmbH, das an Bord holen von VCs oder aber die komplette Neuentwicklung einer Monitoring-Software mit dazugehöriger App und der Aufbau einer für Marktforscher eigentlich untypischen Vertriebsstruktur sind definitiv „erste Male“ und ein großes Risiko. Vielleicht brauchen wir noch weitere 5 Jahre, um eine genaue Beurteilung abzugeben, aber eines ist klar: Ohne die eigene Komfortzone zu verlassen geht es nicht.

Bei der Q I Gründung war uns klar, dass PR und Marketing ein wichtiger Teil der  Unternehmensentwicklung sein wird. Deswegen galt für uns: Tue Gutes uns rede darüber – und zwar in der Reihenfolge! Nach wie vor legen wir großen Wert darauf zu „Trommeln“, Erfolge öffentlich zu machen und unkonventionelle Aktionen zu präsentieren. So ist das „I love Mafo“ Motto und das „I love Mafo“ Blog entstanden oder die „Keep calm“ Poster-Serie von der Research & Results 2013.

Auf dem „I love Mafo“ Blog ist ein Beitrag von zwei Personalmarketeers der Techniker Krankenkasse erschienen. Für uns ist das ein bemerkenswerter Beitrag, weil sich hier Auftraggeber öffentlich darüber äußern, dass Marktforschung einen echten strategischen und operativen Mehrwert gebracht hat. Das passiert unseres Erachtens viel zu selten. Dabei gibt es extrem viele, tolle und relevante Forschungsprojekte und –ergebnisse, über die nur kaum jemand öffentlich spricht. Wie häufig liefern wir Consumer Insights, übersetzen Consumer-Needs in Marketing-Acts, schärfen Benefits und Reason to Believes – leisten also einen aktiven Beitrag zum Unternehmenserfolg – und müssen uns am Ende mit dem Zuschauerrang begnügen. Denn erwähnt werden andere: die Marketing Directors, die Kreativagentur, die Strategieberatung – nicht die betrieblichen Marktforscher, nicht das Institut. Wieso eigentlich? Daran sollten wir alle arbeiten, um das schleunigst zu ändern.

Wenn wir ehrlich sind, gibt es immer wieder Situationen, in denen nicht alles rund läuft. Wir haben Q I gegründet und nach ein paar Monaten befanden wir uns in einer der heftigsten Wirtschaftskrisen seit Jahrzehnten. Das war nicht immer der reinste Spaß. Manchmal bringen wir nicht alle Ideen auf die Straße, wie wir es gerne täten oder wir vernachlässigen aus Zeitmangel unser I love Mafo Blog.

Wie zu Beginn der kleinen Q I Geschichte erwähnt, spielen Fragen eine zentrale Rolle in unserem Alltag. Mit Fragen fangen auch die Denkprozesse an. Wo wollen wir hin? Wie kommen wir dahin? Was benötigen wir, um dahin zu kommen? Eigentlich ein ständiges Hinterfragen und das ist neben den ständigen, „ersten Malen“ die einzige Konstante im Leben von Menschen, die ein Unternehmen weiterentwickeln und erfolgreich machen wollen.

Dendemann kennen Sie ja jetzt. Q I vielleicht etwas besser als zuvor. Weitere „erste Male“ werden folgen, nicht nur für uns, sondern für viele in unserer Branche. Wir freuen uns darauf. Und Sie?

Veröffentlicht am: 16.06.2014

 

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