Ist schneller immer auch besser? Warum Software und Forschung sich ergänzen müssen

Claudine Petit (Questback)

Von Claudine Petit, Head of Marketing bei QuestBack Central Europe

Die Marktforschung erlebt herausfordernde Zeiten: Budgets für Projekte werden immer knapper, Deadlines immer enger. Das einzige was steigt, ist der Anspruch an die Ergebnisqualität. Dieses Dilemma zwingt Marktforscher dazu, effizienter und schneller zu arbeiten und nach neuen Ideen zu suchen, um ihr Portfolio mit neuen Dienstleistungen zu ergänzen. Nur so können sie sich Wettbewerbsvorteile verschaffen und auf dem stark konsolidierten Markt bestehen.

Die eigenen Kernkompetenzen mit moderner Software effektiv unterstützen

In dieser Situation können innovative Software-Tools helfen. Denn durch die Möglichkeit, Prozesse zu automatisieren, können Marktforscher deutlich schneller und effizienter werden.
 
Heute ist das folgende Szenario Normalität: Forschungsprojekte und Daten aus unterschiedlichsten Quellen werden manuell verwaltet, da die verschiedenen eingesetzten Software-Produkte „nicht miteinander sprechen“. Das macht die Studiendurchführung und -auswertung beschwerlich und fehleranfällig. Der hohe manuelle Arbeitsanteil führt dazu, dass die Auswertung von Umfrageergebnisse und Analysen lange dauert – häufig länger als Kunden bereit sind zu warten. Denn schnelle Ergebnisse sind heute wichtiger als Kosten, das konstatiert der jüngst veröffentlichte Research Industry Trend Report (GRIT 2014).
Auf den Punkt gebracht: Die Verwaltung von Datensilos führt über das Geschäftsjahr gerechnet zu hohen Kosten und immensen Zeitaufwänden.

Hier können integrierte und automatisierte End-to-End Feedback-Management-Tools helfen: Sie bilden den gesamten Forschungsprozess ab, von der Erhebung, über die Auswertung bis hin zur Ergebnis-Distribution. Die Konsolidierung auf eine Technologie-Plattform ermöglicht die schnellere und kostengünstigere Realisierung von Projekten. Dazu kommen geringere Schulungs-, Wartungs- und Supportkosten. Die Automatisierung des Einladungsmanagements und der Selektion von Zielgruppen erleichtert den Marktforschern ihre Arbeit zusätzlich. Dadurch haben Marktforscher mehr Zeit sich auf ihre eigentliche Arbeit zu konzentrieren, die darin besteht ihren Kunden die bestmöglichen Insights zu liefern.

Wettbewerbsvorteile durch die Kombination von innovativer Technik und fundierter Methodik

Um im Markt zu bestehen reicht Schnelligkeit und Effizienz allerdings nicht aus. Die Marktforschungsbranche konsolidiert sich. Gleichzeitig drängen neue Anbieter wie z.B. Unternehmensberatungen in den Markt. Und durch neue Kommunikationskanäle und günstige DIY-Tools sind eine Vielzahl von Daten vorhanden, die sich Unternehmen zunehmend zutrauen selbst auszuwerten. All das führt dazu, dass der Markt für Marktforscher erodiert. Das Thema „Differenzierung“ gewinnt für Marktforscher zusehends an Bedeutung.

Auch hier bietet eine integrierte Technologieplattform Vorteile. Eine flexibles Tool, das es erlaubt Daten aus unterschiedlichsten Quellen (z.B. Websites, Social Media, mobile Geräte, CRM- und ERP-Systeme) zu managen, kann einzigartige Insights liefern – vorausgesetzt das entsprechende methodische Wissen bei der Erhebung und Auswertung der Daten ist vorhanden.

Die Durchführung von komplexen und internationalen Projekten oder Projekten mit unterschiedlichen Partnern können eine Portfolioerweiterung sein. Dafür müssen allerdings die richtigen Prozesse aufgesetzt werden, und die eingesetzte Software muss die Skalierbarkeit unterstützen, z.B. durch Mehrsprachigkeit oder ein dediziertes Rechte- und Rollen-Hierarchiesystem.

Neue Kanäle wie Social Media oder Mobile bieten Marktforschern die Möglichkeit ihren Kunden kreative Studiendesigns vorzulegen, die die unterschiedlichste Zielgruppen adressieren. Durch innovative Fragetypen und Features, die z.B. multimediale Inhalte oder die automatische Anpassung an verschiedene mobile Endgeräte unterstützen, sind die technischen Möglichkeiten bereits geschaffen. Die richtige Methodik ist aber auch an dieser Stelle eine wichtige Voraussetzung.

Die Marktforschung hat es in der Hand

Die zunehmende Automatisierung der Technologie mag auf den ersten Blick bedrohlich erscheinen, da sie bestimmte manuelle Tätigkeiten überflüssig macht.
Bei der genaueren Betrachtung hingegen eröffnet sie der Marktforschung ganz neue Möglichkeiten. So sind z.B. schwer erreichbare Zielgruppen durch die zunehmende Nutzung von Smartphones inzwischen erreichbar geworden. Durch Social Media verschaffen sich immer mehr Konsumenten Gehör im Netz und rücken somit in den Fokus der Unternehmen. Dadurch entstehen aber auch neue Herausforderungen, wie die richtige Zielgruppe über die richtigen Kanäle mit der richtigen Methodik anzusprechen, um letztendlich die richtigen Rückschlüsse ziehen zu können und konkrete Handlungen einzuleiten.

Das dafür benötigte methodische Knowhow bietet die Marktforschung – gerade bei komplexen Studiendesigns sind fundierte und forschungsbasierte Methoden unentbehrlich. So sind beispielsweise bei der Planung und Umsetzung von kontinuierlichen Kundenfeedback-Prozessen die Instrumente zur Generierung von strukturiertem und unstrukturiertem Feedback und die zugrundeliegende Theorie gefragt. Beratung zur Erstellung des Erhebungs- und Auswertungskonzeptes und konkrete Handlungsempfehlungen zur Implementierung in Unternehmensprozesse werden benötigt. Auch mit branchenspezifischem Wissen können Marktforscher punkten. Dafür müssen sie zunehmend die Rolle des Beraters einnehmen, um dem wachsenden Qualitätsanspruch gerecht zu werden und ihren Kunden ein differenziertes Portfolio anbieten zu können. Die richtigen Tools unterstützen die Marktforschung dabei effizienter, sowie kosten- und ressourcenschonender zu arbeiten.
Auf den Punkt gebracht: Wenn Forschung und Technik sich ergänzen, kann schneller auch besser bedeuten.
 
Über die Autorin: Seit Juni 2013 ist Claudine Petit QuestBacks Head of Marketing. Sie verantwortet das Marketing für CEUR und steuert übergreifend EFS-Kampagnen für die gesamte QuestBack Gruppe. Zuvor war sie 8 Jahre in der ITK-Industrie tätig, wo sie als strategische Unternehmensberaterin unter anderem für Telefónica, T-Systems, Microsoft, Tech Data und Cognos/IBM arbeitete. Sie ist eine Spezialistin für B2B Marketing mit Schwerpunkt auf Lead-Management, Marketing Automation und GoToMarket Strategy. Claudine Petit hat einen Abschluss als Diplom-Kauffrau an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit den Schwerpunkten Marketing und Informations- und Kommunikationstechniken.

Veröffentlicht am: 07.04.2014

 

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