Studie XM-Institute Qualtrics Employee Experience wird für HR-Führungskräfte immer wichtiger

Die globalen Umwälzungen der letzten Jahre – vor allem durch Covid - und die damit einhergehende veränderte Beziehung der Menschen zu ihrer Arbeit haben die Nachfrage nach einer Verbesserung der Employee Experience erhöht. Daraus ergeben sich Konsequenzen für Unternehmen.

Führungskräfte müssen ein offenes Ohr für ihre Mitarbeiter haben. (Bild: picture alliance / Westend61 | Daniel Ingold)

In einer weltweiten Studie unter HR-Führungskräfte in neun Ländern hat das XM-Institute Qualtics untersucht, welche Prioritäten diese setzen, um die Erwartungen ihrer Mitarbeitenden zu erfüllen und in deren Erfolg zu investieren, welche Hindernisse sie erwarten und wie sich Covid auf ihre Unternehmensstrategie ausgewirkt hat. Die Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen die Erfüllung von Mitarbeiterbedürfnissen stärker in ihre Unternehmensstrategie integrieren, um besser auf zukünftige Ereignisse vorbereitet zu sein. Gleichzeitig suchen sie nach zusätzlichen Möglichkeiten zur Verbesserung der Employee Experience.

Wachsende strategische Bedeutung der Employee Experience

Die Auswirkungen der pandemiebedingten Veränderungen würden verdeutlichen, wie wichtig Employee Experience für das nachhaltige Wachstum und den Erfolg eines Unternehmens ist, so Qualtrics. Beispielsweise seien ineffektive Systeme und Arbeitsprozesse durch die Pandemie noch verschärft worden und ein Hauptgrund für das Ausbrennen von Mitarbeitern gewesen. Offenbar wollen viele Unternehmen weltweit hier gegensteuern: Etwa drei Viertel (74 Prozent) der HR-Führungskräfte gaben in der Studie an, dass ihre Teams jetzt stärker in die strategische Planung ihres Unternehmens eingebunden sind als vor Covid, und ein ähnlicher Prozentsatz (72 Prozent) gab an, dass sich die Führungskräfte ihres Unternehmens jetzt stärker auf das Employee Experience konzentrieren als vor der Pandemie.

Die COVID-Pandemie hat Führungskräfte gezwungen, ihre Unternehmensprozesse schnell umzustellen, um auf andere Weise mit Mitarbeitenden und Kunden in Kontakt zu treten. Fast über Nacht ist die Telearbeit für Büroangestellte eingeführt worden und der Schwerpunkt auf E-Commerce und digitale Dienstleistungen für Kunden gelegt worden. Diese Veränderungen hätten zwar den unmittelbaren Bedürfnissen der Unternehmen entsprochen, waren jedoch nicht immer als langfristige Lösungen geeignet, stellt Qualtrics fest. Dazu passt folgendes Ergebnis der Erhebung:

Die Mehrheit der HR-Führungskräfte (87 Prozent) hält es für sehr oder äußerst wichtig, dass ihre Unternehmen ihre Fähigkeit zur Anpassung an unerwartete Ereignisse verbessern.

Personalverantwortliche sind der Schlüssel

"Die Umwälzungen der letzten Jahre haben uns vor Augen geführt, wie wichtig die Personalverantwortlichen sind, um ein Unternehmen am Laufen zu halten. Sie bieten Stabilität und Unterstützung, die Mitarbeiter in Zeiten der Unsicherheit benötigen", sagt Dr. Cecelia Herbert, Principal Catalyst und promovierte Organisationspsychologie am XM-Institute. "Im Jahr 2023 werden sich HR-Führungskräfte und Unternehmensleiter offenbar erneut auf das strategische Management von Employee Experience konzentrieren, um sich an den raschen Wandel anzupassen und den Wert zu erkennen, der sich aus der Entwicklung zu einem menschenzentrierten Unternehmen ergibt."

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass sich die Bemühungen, die Stimmung der Mitarbeiter zu messen, weiterentwickeln. Engagement ist seit langem eine wichtige Kennzahl für das Verständnis von Employee Experience, aber ein größerer Anteil der Führungskräfte gibt nun an, dass sie das Wohlbefinden (66 Prozent), die Integration (55 Prozent) und die Frage, ob die Erfahrungen der Mitarbeitenden ihren Erwartungen entsprechen (55 Prozent), stärker verfolgen als das einfache Engagement (47 Prozent).

Fallstricke bei der Employee Experience

Die aus dem Mitarbeiter-Feedback gewonnenen Erkenntnisse müssen auch in die Tat umgesetzt werden. Die Mehrheit der HR-Führungskräfte glaubt laut Studie, dass die Häufigkeit des Zuhörens von Mitarbeitenden in den nächsten Jahren zunehmen wird, aber bei der Frage nach der Effektivität dieser Bemühungen klaffe eine Lücke zwischen Führungskräften und Mitarbeitern.

Während 83 Prozent der HR-Führungskräfte sagen , dass ihr Unternehmen die Erkenntnisse aus dem Mitarbeiterfeedback effektiv nutzt, um die Erfahrungen zu verbessern, sagen weniger als die Hälfte (49 Prozent) der Mitarbeiter, dass sie positive Veränderungen als Ergebnis von Mitarbeiterbefragungen erlebt haben.

Obwohl die Mehrheit der Führungskräfte angibt, dass ihre Organisation ihre Anpassungsfähigkeit verbessern muss, nennen nur 25 Prozent von ihnen das Änderungsmanagement als einen Schwerpunktbereich für ihre Organisation . Es ist die am wenigsten verbreitete Priorität für Führungskräfte im Jahr 2023.

Laut der Studie erhalten Führungskräfte nicht die Unterstützung, die sie brauchen, um ihre Teams zu führen und sich selbst weiterzuentwickeln. Führungskräfte spielen eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, das Engagement und die Konzentration der Mitarbeitenden aufrechtzuerhalten, aber nur 35 Prozent der HR-Führungskräfte geben an, dass die Befähigung von Führungskräften in diesem Jahr eine Priorität ist.

Darüber hinaus fehle den Managern möglicherweise wichtiges Feedback zu ihren Führungsqualitäten, da die 360°-Entwicklung das am wenigsten verbreitete Instrument für Mitarbeiterfeedback ist.

Mitarbeiterorientierte Prioritäten ohne Prozesse zu ihrer Umsetzung können zu Erfahrungslücken führen. Schulung und Entwicklung sind nicht umsonst ein Hauptschwerpunkt für HR-Führungskräfte, was laut Qualtircs mit früheren Untersuchungen übereinstimmt, die zeigen, dass Wachstum und Entwicklung ein wichtiger Faktor für das Engagement der Mitarbeitenden sind. Die Gewinnung und Einstellung von Talenten sind eine weitere Top-Priorität, aber nur 41 Prozent der HR-Führungskräfte benennen das Onboarding von Mitarbeitern als Priorität, was dazu führen könne, dass neue Mitarbeiter schlechtere Erfahrungen machen.

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Erhebungsmethode Befragung
Befragte Zielgruppe HR-Führungskräfte in Unternehmen mit mindestens 1.000 Angestellten
Stichprobengröße 900
Feldzeit Dezember 2022 und Januar 2023
Länder Neun Länder weltweit
 

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