"Viele Studien behandeln Probanden wie Nummern, die man mit einem Screener erfasst."

Till Winkler, Skopos Nova

Skopos ist dieses Jahr an insgesamt fünf WDM-Events mit beteiligt. Till Winkler verrät uns für das Webinar mit Dustin Hesse seine Eindrücke zu UX Research Communitys, wen man damit erreicht und wie man Probanden in das Projekt einbinden kann.

IV WDM Winkler Propanden Beitrag (Bild: Skopos Nova)

Das WdM Web-Seminar am 06.10. um 11 Uhr läuft unter dem Titel: "Das Förderprogramm für Ihre Entwicklung: UX Research Communities". Was können sich die Teilnehmenden darunter vorstellen?

Till Winkler: Wir erklären, wie man Projekte mit kontinuierlichem UX Research begleiten kann. Nutzerzentrierung ist ja im Grunde eher ein Prozess als ein Aspekt, den man einmal abhakt. Wir haben im Rahmen einer UX Research Community eine Plattform entwickelt, die man zu diesem Zweck nutzen kann. Wir zeigen, wie das geht und welche Vorteile es hat oder haben kann.

Genügend Probanden zu finden, stellt zunehmend eine Herausforderung dar. Das Versprechen, dass Ihre Kunden auf Ihrer Plattform „schnell und flexibel“ Nutzer-Feedback zu Ideen, die noch in der Entwicklung stecken, einholen können, klingt zu schön, um wahr zu sein. Wie wollen Sie garantieren, dass Ihre Kunden tatsächlich ein so schnelles Feedback erhalten und nicht tagelang auf Antwort warten?

Till Winkler: Das ist eine gute Frage! Wir binden die Probanden als Teil der Community auch wirklich ein und behandeln sie auch so., d.h. wir arbeiten sehr stark mit intrinsischer Motivation und einer guten User Experience – auch für die Probanden. Viele Studien behandeln Probanden wie Nummern, die man mit einem Screener erfasst. Wir fokussieren in den Communities eher die Menschen und dann machen sie auch gerne mit. Auf unserer Seite arbeiten wir bei einer Community immer mit einem Team von mindestens zwei Personen, was eine schnelle Reaktion und schnelles Arbeiten ermöglicht.

Wenn man in dem Bild der Förderprogramme bleibt: Welche Kriterien muss ich als Kunde erfüllen, damit ich das Förderprogramm überhaupt nutzen darf? Welche Kriterien muss ich erfüllen?

Till Winkler: Die Bereitschaft, die Entwicklung auch wirklich durch Feedback zu unterstützen und wirklich auf den Nutzer zu hören. Das ist nicht immer so. Und auf den Nutzer zu hören, kann mitunter auch weh tun. Also neben ein bisschen Budget und der Einbindung aller Stakeholder brauchen wir wirklich nur die Bereitschaft, wirklich nutzerzentriert zu arbeiten.

Wie groß ist die UX Research Community mittlerweile? Und welche Personen sind dort anzutreffen – Privatpersonen, Marktforschende, Institute?

Till Winkler: Wir bauen die Community immer wieder individuell für unsere Kunden und die Projektanforderungen auf. Für etwa bis zu drei Monate arbeiten wir mit einer kleinen Gruppe (bis 50 Probanden) an dem Produkt, dem Service oder dem Prozess. Das Grundgerüst steht und ist erprobt – doch welche Leute sich in der projektspezifischen Community tummeln, entscheiden wir gemeinsam mit dem Kunden von Fall zu Fall. In der Entwicklung braucht man Partner und Unterstützer und keine repräsentativen Samples.

Wenn Personen regelmäßig an UX-Tests teilnehmen: Ändert sich dann nicht Ihr Blick auf Websites?

Till Winkler: Ja, das tut er. Und man muss wissen, zu welchem Zweck man welche Personen einbindet. In einer typischen UX Research Community kann man zehn Usability-Tests mit immer wieder neuen Personen machen. Und gleichzeitig wird man immer neue Feedback-Schleifen drehen können oder auch müssen, in denen man fragt, ob es hier besser ist als letztes Mal. Eine UX Research Community ist quasi wie ein Werkzeug – das muss man benutzen, damit es danach besser wird. Es ist nicht immer ein Prüfinstrument, wie wir es aus der klassischen Marktforschung kennen. Es ist eine Hilfe.

Hier geht es zur Anmeldung für das Web-Seminar mit Dustin Hesse am 06.10., 11h.

Ist die UX Research Community eine Innovation, die unter dem Einfluss von Corona entstanden ist oder steckte sie bereits davor in der Innovations- Pipeline? Welche Umstände haben Anlass zu dem Aufbau der Community gegeben?

Till Winkler: Ach, das ist eigentlich auch unabhängig der Corona-Umstände eine gute Idee. SKOPOS CONNECT baut die Software, also die Plattform, und wir haben über die Zeit immer wieder gemerkt, dass Kunden genau so etwas brauchen. Eine Unterstützung in der Entwicklungsphase. Und das haben wir nun eigentlich nur einmal angestrichen, schön benannt und stellen es nun der Welt vor. Wir glauben wirklich daran, dass das eine gute Möglichkeit ist, seine eigenen Projekte zu begleiten.

Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrem Web-Seminar?

Till Winkler: Wir möchten gerne darauf aufmerksam machen, dass eine solche UX Research Community eine tolle Lösung ist, um seine Produkte und Services besser zu machen. Ich denke, das ist doch das Wichtigste. Und wir möchten gerne zeigen, wie das aussieht, wie es sich anfühlt, wie es funktioniert. Wenn unser Auditorium dann irgendwie was gelernt hat oder vielleicht sogar inspiriert ist, dann bin ich zufrieden.

Welche Zielgruppe wollen Sie mit Ihrem Web-Seminar erreichen?

Till Winkler: Alle, die auf das Thema Nutzerzentrierung achten und den alle, die den Kunden in den Mittelpunkt stellen. Und sind wir mal ehrlich, wer tut das nicht?

Hier geht es zur Anmeldung für das Web-Seminar mit Dustin Hesse am 06.10., 11h.

Über die Person

Till Winkler, Leiter – Skopos Nova (Bild: Skopos Nova)
Till Winkler ist als Diplom-Psychologe seit 2011 in der SKOPOS Gruppe tätig und betreute dort von Anfang an die Bereiche Ideation, Usability-Forschung und digitale Business- Modelle. 2017 gründete Till Winkler dann SKOPOS NOVA, eine UX Research Agentur, die sich mit Usability Testing, Ideation & Customer Journey Workshops und Service Design beschäftigt. Neben der Leitung von NOVA ist Till für ESOMAR als Berater tätig und versucht Tag für Tag, die Welt ein Stück nutzerfreundlicher zu machen. Das klappt auch meistens.

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