Die Demokratisierung von Daten oder wenn sich Daten plötzlich selbstständig machen!

Interview zum WdM Web-Seminar von Confirmit am 05.10.

Confirmit nimmt die Marktforscher in die Pflicht, Dashboards so zu konzipieren, dass jeder im Unternehmen damit arbeiten kann. Wie man interaktive Dashboards richtig konzipiert und worauf man besonders achten muss, erklärt Alexander Skorka, Managing Director DACH-Region Confirmit im Dialog mit marktforschung.de. Und gibt dabei einen Ausblick, welche Themen er in seinem Web-Seminar am 05.10. ausführlicher erläutern wird.

In Ihrem WdM Web-Seminar am 05.10.2020 um 13:00 Uhr geht es um das Thema interaktive Dashboard-Konzepte.

Was genau kann man sich unter einem interaktiven Dashboard-Konzept vorstellen?

Alexander Skorka: Zunächst einmal muss ich gestehen, dass ich den Begriff Dashboard in diesem Zusammenhang nicht ganz korrekt verwende. Ich nutze ihn hier als Synonym für die verschiedenen Arten von interaktiven Anwendungen, die es Unternehmen ermöglichen sollen, auf allen Ebenen, Entscheidungen mit Hilfe von Daten effizienter und effektiver treffen zu können. Wenn man sich mit dem Thema Dashboard beschäftigt, stößt man schnell auf Begriffe, wie beispielsweise KPI-Dashboards, Decision Cockpits, Online-Reporting, Visual Analytics, interaktive Datenvisualisierung oder Augmented Data Discovery, um nur einige zu nennen. Diese Bezeichnungen sind natürlich nicht wahllos gewählt, sondern stehen jeweils für ein unterschiedliches Konzept, wie Daten im Unternehmensalltag genutzt werden können.

Dashboards sollten schon lange nicht mehr nur auf die Visualisierung von Daten und das Anwenden von Filtern reduziert werden. Sie sollten auch nicht als günstige Lösung gesehen werden, einer Vielzahl von Nutzern den Zugang zu Daten zu ermöglichen. Denn um einen wirklichen Mehrwert zu liefern, müssen Dashboards als Anwendung konzipiert werden, die Entscheider aktiv in ihrer täglichen Managementarbeit unterstützen.

Diese Managementaufgaben sind so vielseitig wie die Menschen, die sie erledigen müssen. So gibt es Planungs- und Problemlösungsaufgaben, es gibt wiederkehrende Aufgaben und solche, die nur selten erledigt werden müssen, aber umfangreiche Datenanalysen erfordern. Es gibt Aufgaben, denen ein Analysepfad zugrunde gelegt werden kann und solche, die nur durch einen funktionsbasierten Ansatz gelöst werden können. Und dann gibt es noch die vielen verschiedenen Fragestellungen, die mit Hilfe der Marktforschung beantwortet werden können. Da ist es vermutlich nachvollziehbar, dass ein Konzept im Sinne von "one size fits all" nicht ausreicht.

Der Titel Ihres Web-Seminars lautet ja "Die Demokratisierung von Daten oder wenn sich Daten plötzlich selbstständig machen!"- Was ist unter der "Demokratisierung von Daten" zu verstehen?

Alexander Skorka: Wir befinden uns zunehmend in einer Welt, die Daten gestützte Entscheidungen verlangt und in der die langjährige Erfahrung einzelner Mitarbeiter durch faktenbasiertes Wissen erweitert oder sogar ersetzt wird. Gleichzeitig nimmt die Komplexität unternehmerischen Handelns weiter zu. Dieses verlangt ein Umdenken, wie Entscheidungen getroffen werden. Der Top-down Ansatz, bei dem auf Geschäftsleitungsebene Entscheidungen getroffen werden, um sie dann in die Organisation herunter zu brechen, gehört in vielen Fällen der Vergangenheit an.

Um zukünftig schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können, müssen Unternehmen Mitarbeiter in allen Bereichen und auf allen Ebenen befähigen, faktenbasierte Entscheidungen zeitnah aber vor allem eigenständig treffen zu können. Dies gelingt unter anderem dadurch, dass Geschäftsprozesse im Rahmen der digitalen Transformation verstärkt durch entsprechende daten- und analysebasierte Anwendungen begleitet werden. Aber auch durch die Bereitstellung von Werkzeugen, die es Mitarbeitern ermöglichen, Datenanalysen durchzuführen, ohne dabei auf Fachabteilungen wie beispielsweise IT oder Marktforschung zurückgreifen zu müssen. Dies birgt natürlich die Gefahr, dass sich Daten plötzlich selbständig machen, unkontrolliert genutzt werden und Entscheidungen auf Basis von fragwürdigen Analysen getroffen werden.

Hier sehe ich Marktforscher, mit ihrer umfangreichen Daten-, Analyse- und Interpretationskompetenz, zunehmend in der Verantwortung. Sie sollten dabei helfen, das Erlebnis "mit Daten arbeiten" so zu gestalten, dass ein Maximum an Effizienz und Effektivität in allen Entscheidungsfindungsprozessen gewährleistet wird. Marktforscher sollten mit allen Beteiligten daran arbeiten, dass Mitarbeiter auf Daten zugreifen und diese optimal nutzen können. Sie sollten Organisationen unterstützen, eine entsprechende Datenkultur zu schaffen, so dass Entscheidungen stets datengesteuert getroffen werden. Dazu gehört zum einen der Aufbau der notwendigen Datenkompetenz bei den beteiligten Mitarbeitern, aber auch die Bereitstellungen entsprechend gestalteter Analyse- und Dashboard-Anwendungen, die eine einfache, motivierende und interpretationssichere Nutzung von Daten gewährleistet.

Was begeistert Sie persönlich besonders an interaktiven Dashboard-Konzepten? Und was ist vielleicht eher eine nicht ganz so gern gesehene Begleiterscheinung?

Alexander Skorka: Mich persönlich begeistert nach wie vor die Frage, wie man mit Hilfe moderner Dashboard-Anwendungen eine Datenkultur entwickeln kann, die das Datenvermögen bestmöglich einsetzt, indem Daten wann, wo und von wem auch immer genutzt werden können.

Leider begegnet mir immer wieder, dass das Thema Dashboard auf den Einsatz einer Technologie reduziert wird. Und das ist ein großer Fehler. Natürlich ist es wichtig, dass die gewählte Software "Marktforschung" spricht und allen Anforderungen des Marktforschungsalltags gerecht wird. Leider ist das jedoch nur die halbe Miete, denn im Rahmen der Demokratisierung von Daten haben wir es vermehrt mit Menschen zu tun, die nur einen rudimentären oder gar keinen Datenanalysehintergrund haben. Und genau hier liegt die eigentliche Arbeit bei der Dashboard-Konzeption. Es geht um die Frage, wie man diese Technologien richtig einsetzt und eine Datenkultur schafft, die auch die Menschen ermutigt datengesteuert zu entscheiden, die ansonsten nur wenige Berührungspunkte mit Datenanalysen haben.

Wer sollte Ihr Web-Seminar auf keinen Fall verpassen?

Alexander Skorka: Letztendlich ist das Web-Seminar für alle interessant, die sich für die Themen Dashboards und interaktive Datenvisualisierung interessieren und entweder selbst ein Dashboard konzipieren möchten oder daran mitwirken wollen.

Natürlich lässt sich ein so umfassendes Thema mit all seinen Facetten nicht in einer Stunde erörtern. Ich hoffe jedoch, dass ich ein paar praktische Denkanstöße geben kann, die dabei helfen, das Thema Dashboard aus der einen oder anderen neuen Perspektive zu betrachten.

Wer darüber hinaus mehr über die Konzeption von Dashboards- und interaktiven Datenvisualisierungslösungen lernen und tiefer in die Materie einsteigen möchte, den freue ich mich in meinem nächsten Workshop zum Thema "Erfolgreicher Dashboardeinsatz in der Marktforschung" Ende Oktober beim BVM begrüßen zu dürfen.

Was können Zuschauer aus Ihrem Web-Seminar Neues lernen?

Alexander Skorka: Vor allem, dass Dashboard nicht gleich Dashboard ist und, dass es viel bringt in ein gut durchdachtes Dashboard Konzept zu investieren. Die Marktforschung macht sich viele wertvolle Gedanken, Daten zu analysieren und die Ergebnisse und Erkenntnisse optimal zu präsentieren. Nicht nur das, sie fördert den Dialog mit beteiligten Stakeholdern, um die gewonnenen Erkenntnisse in gewinnbringende Entscheidungen zu transformieren. Nur wie sieht dieser Dialog aus, wenn der Marktforschungskunde plötzlich alleine vor der Dashboard-Anwendung sitzt? Werden die Daten genau so intensiv genutzt? Und wie sieht es mit der Qualität der gewonnenen Erkenntnisse aus? Diese und andere Fragen werde ich versuchen in diesem Webinar zu diskutieren.

Was möchten Sie mit Ihrem Web-Seminar erreichen? Was sind Ihre Ziele?

Alexander Skorka: Ich bin damals ins Arbeitsleben eingestiegen als PowerPoint mehr oder weniger über Nacht zum zentralen Kommunikationsmedium wurde. Plötzlich waren Präsentationen überall und wir alle mussten lernen, was es bedeutet, in einer einstündigen, schlecht gemachten Präsentation zu sitzen und in einer PowerPoint-Hölle gefangen zu sein, die einen alles andere als begeistert. Dieses Schicksal möchte ich Dashboards und uns ersparen.

Das beruhigende als Nutzer ist natürlich, dass ich selbst darüber entscheiden kann, ob ich die Dashboard-Anwendung nutzen möchte oder nicht. Schließlich kann man mich ja nur schwer dazu zwingen. Aber ist es dann überhaupt wirtschaftlich sinnvoll, ein Dashboard zu implementieren? Ist es dann nicht vielleicht besser, das bewährte Medium PowerPoint zu nutzen?

Um diese Fragen zu beantworten, muss man die Dashboard-Anwendung konsequent aus dem Gedanken "wie kann man mit der Anwendung Mehrwert schaffen" entwickeln. Nur so kann die Akzeptanz durch Nutzer sichergestellt werden. Gleichzeitig vermeidet man, dass sich Daten unkontrolliert selbständig machen und stellt sicher, dass die digitale Transformation durch die Demokratisierung von Daten gelingt. Diese und andere Aspekte möchte ich in diesem Web-Seminar adressieren und den Teilnehmern entsprechende Anregungen geben.

Melden Sie sich hier zum kostenlosen Web-Seminar "Die Demokratisierung von Daten oder wenn sich Daten plötzlich selbstständig machen!" an.

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