Warum Sie beim Thema Dashboards Stephen Few und Rolf Hichert kennen müssen?

Kolumne von Tobias Riedner

Stephen Few und Rolf Hichert muss man kennen, wenn man etwas mit Dashboards und der Vermittlung von Informationen zu tun hat. In dieser Ausgabe seiner Kolumne geht Tobias Riedner auf nun auf Rolf Hichert ein. Erfahren Sie, wie man Informationen mithilfe der SUCCESS-Regel aufbereitet.

Informationen mit der SUCCESS-Regel aufbereiten (Bild: @RolfHichert - twitter)

In meinem letzten Beitrag "Schon gehört? Warum Sie beim Thema Dashboards nur zwei Personen kennen müssen" hatte ich bereits geschrieben, dass ich fast täglich auf den beruflichen sozialen Netzwerken "Tipps & Tricks","goldene Regeln" und HowTos darüber, wie man am besten Dashboards baut, finde. Ich hatte Stephen Few und seine Lehre vorgestellt und gehe im Folgenden auf die zweite wichtige Person ein – Rolf Hichert. Sein Einfluss war prägend und ist heute immer noch sehr stark spürbar, wenn es um Dashboards, analytische Applikationen und die Präsentation von Informationen geht.

Was muss man über Rolf Hichert wissen?

Rolf ist gebürtiger Deutscher mit Wohnsitz in der Schweiz. Nach seinem Maschinenbaustudium in Stuttgart arbeitete Rolf für das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA). Er war Berater bei McKinsey in Düsseldorf und danach Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Konstanz. Seine späteren Berufungen: Gründer und Leiter des Transferzentrums Technologie und Management der Steinbeis-Stiftung in Stuttgart, Mitbegründer und Geschäftsführer der MIK GmbH in Konstanz, Professor für Controlling an der Fachhochschule Eberswalde, Geschäftsführer der MIS Schweiz AG in Zürich.

Was macht seine Lehre so besonders?

Seine Lehre SUCCESS(R)IBCS ist die Folge seines vielschichtigen Lebens. Durch sein Maschinenbau-Studium hat er gelernt Schaltpläne zu zeichnen und die Bedeutung von standardisierten Visualisierungen. Bei McKinsey war er als Unternehmensberater tätig und konnte sehen, welche PowerPoint-Schlachten in unterschiedlichen Qualitäten geschlagen wurden. Und später als Geschäftsführer der MIS Schweiz AG (Business Intelligence Software-Hersteller) konnte er einen sehr guten Einblick in automatisierte, toolbasierte Datenanalysen bekommen.

Das Ergebnis war dann die Gründung von HICHERT+PARTNER (heute HICHERT+FAISST IBCS®Institut) im Jahr 2004. Er wollte "endlich etwas Bedeutendes" erschaffen und weltweit verbreiten: Das Bedeutende ist ein Notationskonzept bzw. eine Standardisierung, wie Informationen im geschäftlichen Kontext in PowerPoint, Geschäftsberichten und analytischen Applikationen dargestellt werden sollen. Er begann auf ersten Konferenzen zu sprechen, eigene Seminar zu halten, knüpfte Kontakte mit und investierte selbst in Software-Hersteller. Bekannt wurde er dadurch vor allem im deutschsprachigen Raum Deutschland, Österreich und Schweiz.

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Er konnte so viele Anhänger des Konzepts gewinnen, dass er im Jahr 2013 die IBCS® Association gründete – ein Verein, der weltweit die SUCCESS(R)IBCS Regeln verbreiten möchte. Mit seinem Kollegen Jürgen Faisst hält er mittlerweile selbst oder durch Partner internationale Seminare und beeinflusst die Software-Entwicklung auch bei den größten Business Intelligence Produkten (SAP Analytics for Cloud). Das ist der Meilenstein und der Ritterschlag für das Konzept.

Welche Inhalte vertritt Rolf Hichert?

Während Stephen Few Ratschläge gibt und erklärt, welche Diagramme und Tabellen welche Aussagen unterstützen, umfasst Rolfs Konzept mehr. Seine zwei wichtigsten Punkte sind, dass Menschen Botschaften klar transportieren und diese dabei eine strukturierte und vollständige Struktur aufweisen sollten. Folien, Geschäftsberichte und analytische Applikation sind dann die Werkzeuge, die diese Botschaften unterstützen und weiteren Regeln unterliegen. Ziel dieser Kommunikationsmittel ist es, den Prozess der Entscheidungsfindung zu verbessern.

Diese Regeln nennt er SUCCESS-Regeln. Zum Glück wurden Seminarinhalte zum Thema SUCCESS in zwei- bis fünf-minütigen Videos auf Youtube veröffentlicht.

Wie läuft der Entscheidungsfindungsprozess ab?

Der Prozess zur Entscheidungsunterstützung durchläuft die folgenden drei Phasen:

  1. Bereitstellung von Daten und Systemen: In dieser Phase werden die richtigen, angemessenen und aktuellen Daten als auch die geeigneten Systeme für die Analyse und Berichterstellung zur Verfügung gestellt. Die Leistung wird typischerweise von der IT-Abteilung oder IT-nahen Personen erbracht.
  2. Analysieren von Daten und Ausarbeitung von Botschaften: In dieser Phase werden Daten analysiert, um einen klaren Blick auf die Geschäftslage zu erhalten. Diese Leistung wird typischerweise von Controllern und Datenanalysten erbracht. Im Ergebnis liefern diese Personengruppen ihre Erkenntnisse in Form von Berichten und Präsentationen ab.
  3. Botschaften bewerten und Entscheidungen treffen: In dieser Phase treffen Führungskräfte Entscheidungen, nachdem sie Berichte und Präsentationen mit ihren Botschaften bewertet haben.

Mit Blick auf diese drei Phasen lassen sich klare Vorteile erkennen:

  1. Bessere Qualität: Die Qualität der Arbeitsergebnisse wird sich in allen Phasen des Prozesses verbessern. Das bedeutet leichter zu begreifende Dashboards, klare Botschaften in besser zu verstehenden Berichten und schließlich Entscheidungen
  2. Kürzere Reaktionszeiten: Die Geschwindigkeit des Entscheidungsfindungsprozesses wird sich erhöhen. Dashboards werden schneller bereitgestellt, Controller und Analysten finden schneller Antworten auf die ihnen gestellten Fragen und Führungskräfte treffen schneller fundierte Entscheidungen.
  3. Reduzierte Kosten: Der geringe Zeitaufwand bei der Bereitstellung von Dashboards, bei der Analyse von Daten und bei der Erstellung von Berichten und Präsentationen wird die entsprechenden Kosten senken. Der größte Vorteil dürfte jedoch in der Zeitersparnis der Führungskräfte liegen, weil sie die ihnen vorgelegten Berichte schneller verstehen.

Über ibcs.com gibt es weiterführende Informationen zu dem Konzept - ein guter, erster Einstieg in das Thema. Außerdem kann ich sein letztes Buch SOLID | OUTLINED | HATCHED (Buch auf Amazon anschauen) empfehlen.

Außerdem empfehle ich, dass Sie das Konzept bei sich implementieren. Denn die nachhaltigen Vorteile überwiegen die initialen Aufwände für jedes Unternehmen. Wenn Sie nicht überzeugt sind, schauen Sie sich Ihre PowerPoint-Folien, Geschäftsberichte und Dashboards an. Wenn Sie Abbildungen nicht verstehen, Berichte nur in Tabellenform verschickt werden oder sie von zwei Personen drei Analyse-Ergebnisse erhalten, ist es höchste Zeit. Denn wie sollen Sie denn sonst zu einem Daten-getriebenen Unternehmen werden?

Wenn Sie Fragen haben oder Rückmeldung geben wollen – ich bin immer an einem Austausch interessiert. Bitte wählen Sie die Kommentarfunktion auf der Plattform, um eine öffentliche Diskussion zu führen. Für private Anschreiben kontaktieren Sie mich bitte über mein Xing- oder LinkedIn-Profil.

Über den Autor

Tobias Riedner, Knauf

Tobias Riedner ist Business Intelligence Manager bei Knauf - dem Weltmarktführer für Baustoffe. Seit mehr als zehn Jahren gilt er als Daten-Experte auf dem Markt für Business Intelligence und Data Science. Seine Beratungskompetenz umfasst die Strategie-Entwicklung, Programm- und Projekt-Management, Daten-Analyse und -Visualisierung für Top-Entscheider.

Veröffentlicht am: 09.07.2020

 

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