"The New Normal" in den VDDT-Teststudios – die ersten Gruppendiskussionen

Barbara Götz, Julia Ernst & Stefanie Abele

Die gute Nachricht ist: der Lockdown geht langsam vorbei. Wir haben die ersten Gruppendiskussionen in den VDDT-Teststudios durchgeführt, die Teilnehgmer waren zufrieden – und es ist gelungen, dabei alle aktuell gesetzlich vorgeschriebenen Corona-Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen.

Barbara Götz, Julia Ernst & Stefanie Abele
Barbara Götz, Julia Ernst & Stefanie Abele

von Barbara Götz, I+E Research, Julia Ernst, Items, und Stefanie Abele, quotapoint

Was ist neu? Am auffälligsten ist wohl, dass wir im Studioalltag jetzt Abstand halten, nämlich den staatlich vorgeschriebenen Schutz- und Hygieneabstand von mindestens 1,5 Metern zwischen Teilnehmern, Moderatoren, Studio-Mitarbeitern und selbstverständlich auch unseren Kunden. Neu ist auch, dass wir jetzt die Anzahl der Teilnehmer begrenzen – sie richtet sich nach der Größe der Räume für die Gruppendiskussionen, maximal fünf Personen pro Raum.

Auch optisch haben wir uns verändert. Schon am Eingang haben wir Handdesinfektionsständer platziert, es liegen auf Wunsch Mund- und Nasenschutzmasken bereit, es gibt flexible Plexiglas-Schutzwände in allen Räumen. Wir arbeiten mit zeitversetzten Startzeiten der Fokusgruppen, so dass es keine Staus am Empfang gibt. Wir haben klare Laufwege ausgeschildert sowie Eingang und Ausgang separiert. Alle diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Gesundheit unserer Kunden, Teilnehmer und des Personals umfassend zu schützen.

Unerwarteter Boom gerade an neuen Teilnehmern

Man hat ja lange überlegt, ob unter diesen neuen Bedingungen überhaupt Teilnehmer in die Studios kommen wollen. Doch jetzt sehen wir, dass die Realität die Zweifel widerlegt hat. Zur neuen Realität gehört nämlich, dass zunehmend auch viele marktforschungsferne Personen sich in unseren Datenbanken registrieren lassen. 

Das Interesse, an den Studien teilzunehmen, steigt spürbar an.
Viele Teilnehmer nehmen unsere Marktforschung als angenehme Abwechslung wahr. Insbesondere reagieren viele von ihnen positiv darauf, endlich wieder analog und nicht ausschließlich digital zu kommunizieren. Sie hoffen, dass das in Zukunft noch stärker der Fall sein wird. Marktforschung wird als völlig normal wahrgenommen. Die nahezu einhellige Meinung der Befragten war: "Wenn die Geschäfte wieder öffnen dürfen, muss auch der Konsument zu den Produkten befragt werden dürfen".

Selbstverständlich nehmen wir jetzt auch noch einmal besonders Rücksicht auf bestimmte Risikogruppen wie Patienten mit Vorerkrankungen und Teilnehmer ab 65 Jahre. Wir berücksichtigen auch, dass manche unserer Teilnehmer jetzt in der Corona-Pandemie beruflich ganz besonders beansprucht sind, also Health Care Professionals wie Laborleiter, Lungenfachärzte und Intensivpflegepersonal. Alle diese Personen können nach wie vor online und telefonisch angesprochen werden.

Freiwillige Selbstauskunft

Unsere eingeladenen Teilnehmer/-innen werden vorschriftsgemäß vorab schriftlich über alle Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen informiert. Sie bestätigten dann ihrerseits schriftlich, dass sie keine Krankheitssymptome aufweisen.  Diese Sicherheit hat dazu beigetragen, dass die ersten nach den Lockerungen durchgeführten Gruppendiskussionen sehr diszipliniert und entspannt ablaufen konnten

Muss die Maske obligatorisch getragen werden?

Die Teilnehmer haben einhellig die Option begrüßt, einen Mund- und Nasenschutz auch in der Gruppe tragen zu dürfen. Bisher haben sie überwiegend aber darauf verzichtet. Die Option wurde als "nett, aber unnötig" empfunden, da alle Personen im Raum den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand eingehalten haben. Alle Sicherheitsmaßnahmen und der daraus resultierende leicht erhöhte Zeitaufwand wurden akzeptiert.

Fazit

Die ersten Gruppendiskussionen unter den neuen Gegebenheiten haben gezeigt, dass Marktforschung in Corona-Zeiten digital, aber auch sehr gerne analog stattfinden kann. Die Teilnehmer freuen sich, mit anderen Menschen zusammenzutreffen. Es gab keine kurzfristigen Absagen. Für uns als Gastgeber und Dienstleister waren die ersten Gruppendiskussionen sehr ermutigend. Wir haben es geschafft, die teilweise verwirrenden Corona-Reglementierungen praktikabel in den Alltag der Marktforschung zu integrieren.

Ausblick

Die qualitative Forschung stellt sich der Herausforderung des "New Normal".
Wir haben gesehen, dass der Bedarf an analogem Feedback auch unter den neuen Bedingungen vollumfänglich gedeckt werden kann.

Wir freuen uns, dass der Neustart gelungen ist. Und auch darauf, dass wir Ihnen helfen können, die vielen Fragen zu beantworten, die es jetzt geben wird, weil die Corona-Pandemie ja auch unser aller Alltag und die Sicht auf viele Dinge verändert. Aber selbstverständlich auch darauf, wie es sein wird, wenn wir in unseren normalen Alltag zurückgefunden haben.

Es darf geforscht werden!

Zu den Autorinnen:

Stefanie Abele ist seit Anfang 2016 geschäftsführende Gesellschafterin bei quotapoint GmbH market research services. Barbara Götz ist Geschäftsführerin von I+E in Berlin. Julia Ernst ist Geschäftsführerin des items Studio für qualitative Marktforschung Berlin GmbH.

Veröffentlicht am: 20.05.2020

 

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