YouGov trotzt dem kalten Wind der Branche

Jahreszahlen

von: Jörg Stroisch

Während bei der GfK, WPP und Nielsen stürmische Zeiten angebrochen sind, kann sich das britische Marktforschungsunternehmen offenbar gut im Markt behaupten: Ein Umsatzplus von neun Prozent beschert das zur Jahresmitte abgelaufene Geschäftsjahr – einzig der Bereich Custom Research schwächelt etwas.


"Im vierten Jahr haben wir mit YouGov ein Wachstum deutlich über dem Markt gelegen, beim Umsatz und beim Gewinn." Aus dem Statement von YouGov-Chef Stephan Shakespeare ist ein gewisser Stolz deutlich herauszulesen. Das Unternehmen entwickelt sich – deutlich entgegen den Gewittern, die andere Unternehmen der Branche gerade ertragen müssen – positiv. Und das hat nach Ansicht von Shakespeare auch einen Grund: "Wir haben unseren Fokus vom traditionellen Marktforschungsmodell hin zu Echtzeit-Datenanalysemodellen entwickelt." Sprich: Nicht weniger als den Teilvollzug der digitalen Transformation auf der Produktseite verkündet das Unternehmen, während andere Wettbewerber gerade erst lernen, wie man diese umsetzen könnte.

In der Veröffentlichung der Bilanzzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr, welches bei YouGov traditionell bis zum 31. Juli geht, spiegelt sich dieser Optimismus ebenfalls wider: Der Umsatz stieg um 9 Prozent auf 116,6 Millionen Pfund (Vorjahreszeitraum: 107,0 Millionen Pfund).

Data Services und Data Products laufen super

Der Bereich Data Products konnte um 26 Prozent (auf Basis konstanter Währungen: + 30 Prozent) auf nun 30.4 Millionen Pfund zulegen (Vorjahreszeitraum: 24,1 Millionen Pfund). Dabei wuchs alleine der BrandIndex um 19 Prozent auf nun 23,5 Millionen Pfund (Vorjahreszeitraum: 19,8 Millionen Pfund) und macht nun 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Der Bereich Data Services profitiert ebenfalls stark von einem Service, nämlich Omnibus, welcher 94 Prozent der Umsätze in diesem Bereich ausmacht. Insgesamt konnte hier der Umsatz um 24 Prozent (auf Basis konstanter Währungen: + 26 Prozent) und somit 29,0 Millionen Pfund (Vorjahreszeitraum: 23,3 Millionen Pfund) gesteigert werden.

Custom Research wird konsolidiert

Nicht ganz so gut läuft es im Bereich Custom Researchs. Man habe hier gute Fortschritte bei der Umsetzung der eigenen Strategie gemacht, mehr hin zu einer Verlagerung Richtung Tracking Studien – "um die Profitabilität dieser Division zu verbessern", so der CEO. Deutschland wird hier explizit genannt als ein wichtiges Land bei diesem Vorhaben, da hier geringe Margen vorhanden seien. Das Unternehmen verstärkte hier im letzten Jahr seine Anstrengungen, verlustbringende Aktivitäten zu reduzieren. Konkret: Deutschland musste einen Verlust von 37 Prozent hinnehmen. Der Gesamtumsatz sank um drei Prozent auf 58.7 Millionen Pfund (Vorjahreszeitraum: 60,2 Millionen Pfund).

In Zukunft will man an altbewährten Planungsmethoden festhalten: Vom 1. August 2018 bis zum 31. Juli 2023 wird ein weiterer Fünf-Jahres-Plan inkrafttreten, mit einjähriger Überschneidung mit dem gerade laufenden. Die Börse nahm es gelassen und blieb mit 4,73 britischen Pfund gegen Mittag fast gleichbleibend zum Vortag. Aufs Jahr betrachtet gibt es seit ein paar Tagen einen deutlichen Aufwärtstrend, nachdem es aber Anfang Oktober auch mit der Aktie deutlich in den Keller ging.

Veröffentlicht am: 09.10.2018

 

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