YouGov steigert Umsatz um 17 Prozent

Aktuelle Zahlen

von: Jörg Stroisch

Das britische Marktforschungsunternehmen YouGov kann seinen Umsatz noch einmal deutlich auf nun 136,5 Millionen britische Pfund steigern. Das Unternehmen fühlt sich dabei auch für den Brexit gut gewappnet.

Die positive Entwicklung für YouGov zeichnete sich ja bereits bei den Halbjahreszahlen ab: Um insgesamt 17 Prozent zog der Umsatz nun auch aufs Gesamtgeschäftsjahr betrachtet, welches bei YouGov am 31. Juli endet, deutlich an auf 136,5 Millionen britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 116,6 Millionen britische Pfund). Das ist auch noch einmal eine deutliche prozentuale Steigerung, denn 2018 stieg der Umsatz "nur" um 8 Prozent, wie YouGov in einer Zusammenfassung der Ergebnisse mitteilt.

"Es war ein Meilensteinjahr für YouGov", kommentiert so auch der Chef von YouGov, Stephan Shakespeare, das Ergebnis zufrieden. "Wir haben mehr Kunden gewonnen, größere Aufträge und Projekte, und damit unsere Position rund um den Globus verbessert."

Geschäftsbereiche entwickeln sich positiv

Absoluter Wachstumsmotor bleibt für das Unternehmen weiterhin der Bereich "Data Services & Products". Dieser legte insgesamt auf 78,7 Millionen britische Pfund zu und konnte sich so um deutliche 32 Prozent steigern (Vorjahreszeitraum: 59,4 Millionen britische Pfund). Dabei ist auch das Wachstum "aus eigener Kraft", also ohne Unternehmensaufkäufe, mit 18 Prozent sehr gut. Die einzelnen Segmente spiegeln dies ebenfalls wieder: Data Products legte um 36 Prozent auf nun 41,5 Millionen britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 30,4 Millionen britische Pfund) zu; Data Services auf 37,2 Millionen Pfund (Vorjahreszeitraum: 29,0 Millionen britische Pfund) und somit um 28 Prozent.

Deutlich abgeflachter ist das Wachstum beim zweiten Unternehmensbereich Custom Research: Mit 2 Prozent stieg hier der Umsatz auf 60,0 Millionen britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 58.7 Millionen britische Pfund).

Großbritannien, USA und Europa steigen deutlich

In der ausführlichen Investorenpräsentation geht YouGov auch auf die Entwicklungen in den verschiedenen Regionen ein. Auch hier sind fast überall die Zahlen positiv: Großbritannien mit 41,2 Millionen britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 31,3 britische Pfund) und einem Wachstum von 31 Prozent bleibt der wichtige Stammmarkt des Unternehmens. Aber auch die Region Americas legte deutlich um 17 Prozent zu auf nun 56,4 Millionen britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 48,2 Millionen Pfund), ebenfalls Mainland Europe mit 11 Prozent auf nun 23,9 Millionen britischen Pfund (Vorjahreszeitraum: 21,6 Millionen britischen Pfund). Von der Bedeutung her deutlich dahinter liegt weiterhin Asia Pacific, aber auch hier konnte der Umsatz auf nun 11,3 Millionen britischen Pfund (Vorjahreszeitraum: 8,7 Millionen britischen Pfund) um 29 Prozent gesteigert werden. Alleine die Region Middle East bricht um 13 Prozent auf nun 10,5 Millionen britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 12,1 Millionen britische Pfund) ein.

Neuer Fünf-Jahresplan von YouGov

Nachdem die Ziele des ersten Fünf-Jahresplanes erreicht worden seien, folgt nun ein weiterer - abgekürzt als FYP 2. Dazu werde weiterhin in die Website und Apps investiert, um den Kunden die Nutzung der Erkenntnisse einfacher zu machen, teilte das Unternehmen mit. Das Ziel sei es hier, eine universelle Plattform zu werden - "für das ethische und sichere Teilen von Meinungen und persönlichen Daten".

Im Prinzip sollen alle Angebote von YouGov hier einfließen, unterstrichen von den drei strategischen Ausrichtungen auf die Datenintegration im Generellen, die Nutzung von öffentlichen Daten und dass, was YouGov "Ethical Activation" nennt, also ein Prozess, der DSGVO-konform die Aggregation von Nutzerdaten ermöglichen soll, beschrieben auf Seite 25 der Investorenpräsentation. Dass Datenschutzaspekte derart explizit einen so hohen Stellenwert einnehmen, unterstreicht noch einmal wie wichtig Fragen rund um die DSVGO und auch die Diskussion um die ePrivacy-Verordnung für die Branche sind. FYP 2 ist bis Ende Juli 2023 terminiert.

Und der Brexit?

YouGov ist ein Marktforschungsunternehmen mit Sitz in Großbritannien. Schon in der Vergangenheit äußerte sich CEO Stephan Shake zum Brexit, lag zum Beispiel mit seiner Einschätzung, ob es zum Brexit-Votum kommt - wie viele anderen auch - daneben. Dank des internationalen Wachstums der Umsätze und auch wegen des ausgeweiteten US-Geschäfts sieht sich YouGov aber gut gegen den Brexit gewappnet.

Der Aktienkurs blieb nach der Veröffentlichung der Zahlen weitestgehend. Zum Börsenschluss in London lag er bei 5,28 britischen Pfund und somit gerade mal etwa 2 Pence niedriger als am Vortag. Insgesamt zeigt der Kurs damit aber einen deutlichen Aufwärtstrend, denn zum Veröffentlichungszeitpunkt der Halbjahreszahlen wurden die Aktien noch mit 4,56 britischen Pfund gehandelt. Aufs Jahr betrachtet konnte die Aktie um über 12 Prozent zulegen.

Veröffentlicht am: 09.10.2019

 

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