YouGov legt weiter zu

Halbjahreszahlen

von: Jörg Stroisch

Die Halbjahreszahlen beim britischen Marktforschungsunternehmen YouGov können sich mit einem beachtlichen Umsatzwachstum von 18 Prozent sehen lassen. Unternehmenschef Stephan Shakespeare plant sogar eine Verdoppelung des Umsatzes bis 2023.

YouGov-Chef Stephan Shakespeare
YouGov-Chef Stephan Shakespeare

Auf 66,5 Millionen Pfund konnte YouGov seinen Umsatz im abgelaufenen Geschäftshalbjahr bis zum 31. Januar - das Geschäftsjahr bei YouGov läuft jeweils vom 1. August bis 31. Juli - erwirtschaften. Das sind im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr 18 Prozent mehr (dort: 56,3 Millionen Pfund). "In den letzten fünf Jahren wuchs unser Umsatz und Einkommen über der Marktentwicklung", fasst YouGov-Chef Stephan Shakespeare zusammen - und in der Tat können die meisten direkten Wettbewerber nicht mithalten, befinden sich oftmals in Strukturierungs- und Selbstfindungskrisen.

Was ist das Erfolgsrezept von YouGov?

Shakespeare fasst es in der Mitteilung an die Investoren zusammen: ein skalierbares Datenmodell, weitere Zukäufe, welche die globale Präsenz und Industrieexpertise des Unternehmen erhöhten und ein weiteres Wachstum in den Schlüsselmärkten, wie etwa den USA.

Alle Bereiche wachsen stark

Und anders als bei vielen Wettbewerbern gibt es zumindest mit Blick auf den Umsatz keinen schwachen Bereich bei YouGov: Der Bereich Data Products wuchs um 35 Prozent auf nunmehr 19,4 Millionen Pfund (Vorjahreszeitraum: 14,4 Millionen Pfund); im Bereich Data Services ist es mit 17,8 Millionen Pfund (Vorjahreszeitraum: 13,4 Millionen Pfund) ein Wachstum von 33 Prozent. Und selbst der sehr wichtige Bereich Custom Research legte mit vier Prozent auf 30,4 Millionen Pfund (Vorjahreszeitraum: 29,1 Millionen Pfund) zu.

Das positive Bild setzt sich fast uneingeschränkt auch mit Blick auf die Regionen fort: Die USA sind für das britische Unternehmen mit großem Abstand der wichtigste Umsatzbringer: 27,2 Millionen Pfund (Vorjahreszeitraum: 23,3 Millionen Pfund, + 17 Prozent) werden hier umgesetzt. Auch Großbritannien entwickelt sich mit einem Plus von 37 Prozent auf nun 19,8 Millionen Pfund (Vorjahreszeitraum: 14,5 Millionen Pfund) sehr positiv; Mainland Europe immer noch mit einem Plus von 9 Prozent (12,1 Millionen Pfund; Vorjahreszeitraum: 11,1 Millionen Pfund) und Asia Pacific verzeichnet mit 5,2 Millionen Pfund (Vorjahreszeitraum: 3,9 Millionen Pfund) ein Plus von 34 Prozent. Nur die Region Middle East verliert auf 5,3 Millionen Pfund (Vorjahreszeitraum: 6,0 Millionen Pfund, -12 Prozent).

Und auch das bereinigte operative Ergebnis - also das Ergebnis ohne Sondereinflüsse und der Amortisation immaterielle Vermögenswerte - spiegelt das wieder: Dieses stieg auf 12,5 Millionen Pfund und somit um 41 Prozent (Vorjahreszeitraum: 8,8 Millionen Pfund).

Ambitionierte Wachstumsstrategie bis 2023

Schon die Jahreszahlen fielen ja bei YouGov - positiv abgesetzt gegen den Trend bei vielen Wettbewerbern - sehr positiv aus. Entsprechend optimistisch gibt sich auch Chef Shakespeare:  Der vorherige Fünf-Jahres-Plan sei nun erfüllt - also nun Zeit für einen neuen Plan. Und der hat es in sich: Verdoppeln will nämlich nach eigenem Bekunden das Unternehmen seinen Umsatz bis 2023. "Unsere Investments in Technologie und Produkte in den letzten fünf Jahren hat die Basis für skalierbare Gewinngeneration geschaffen", beschreibt der CEO diese "Position der Stärke".

Stephan Shakespeare sieht YouGov auch für den Brexit gewappnet: "Während der Brexit weiterhin Unsicherheiten im ökonomischen und politischen Umfeld insbesondere für unsere britischen und europäischen Aktivitäten bedeutet, bewirkt die internationale Streuung unseres Umsatzes in Kombination mit einem signifikant wachsenden US-Markt, dass die Volatilität abgefedert wird."

Der Aktienkurs sackte nach der Veröffentlichung der Zahlen gestern deutlich ab. Zum Börsenschluss lag er mit 22 Pences weniger auf nun 4,56 britischen Pfund mit 4,5 Prozent im Minus. Überhaupt zeigt der Kurs eine deutliche Volatität im Verlauf des Jahres: Im Vergleich zum Vorjahrestag ist er nämlich dennoch 18,5 Prozent im Plus, nahm aber deutliche Berg- und Talfahrten in kauf.

Bei YouGov endet das Geschäftsjahr immer zur Jahresmitte am 31. Juli; die nächsten Jahreszahlen wurden für den 11. November 2019 angekündigt.

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