WPP-Umsatz sinkt um fast zehn Prozent

Aktuelle Zahlen

Auch im dritten Quartal spürt der Werbekonzern WPP die Auswirkungen der Corona-Pandemie: Um 9,8 Prozent liegt der Umsatz im Minus. CEO Mark Read gibt sich trotzdem vorsichtig optimistisch.

Aktienverlauf
Die Aktie von WPP hatte schon in den vergangenen Wochen kräftig Federn gelassen (Bild: energepic.com, Pexels)

Das Gesamtergebnis für WPP ist im dritten Quartal weiterhin ernüchternd: nur 2,969 Milliarden britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 3,291 Milliarden britische Pfund) und somit ein Minus von 9,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, berichtete WPP in einer Pressemitteilung.

Schon das erste Halbjahr 2020 war mit einem Minus von 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum negativ verlaufen. So konnte zumindest der Rückgang etwas abgeschwächt werden. Mark Read, CEO von WPP, gab sich so verhalten optimistisch: "Angesichts der Verschärfung der COVID-Beschränkungen auf der ganzen Welt und der Unsicherheit über die globalen Wirtschaftsaussichten bleiben wir hinsichtlich des Erholungstempos vorsichtig."

Nordamerika weiterhin schwach

In Nordamerika verzeichnet WPP laut der ausführlicheren Analystenpräsentation beim bilanzierten Umsatz einen Verlust von 10,8 Prozent auf nun 922 Millionen britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 1,034 Milliarden britische Pfund). Großbritannien gab um 6,7 Prozent nach auf 311 Millionen britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 334 Millionen britische Pfund). Western Continental Europe verlor um 4,8 Prozent auf nun 493 Millionen britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 518 britische Pfund). Besonders stark Federn ließ die Region Asia Pacific, Latin America, Africa & Middle East and Central & Eastern Europe mit einem Minus von 19,6 Prozent auf nun 675 Millionen britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 839 Millionen britische Pfund).

WPP zeigt dabei auch Entwicklungen nach Ländern auf. Für Deutschland ergab sich hier für das dritte Quartal folgender Stand: Ein Umsatzrückgang von 1,7 Prozent bei 7.000 Angestellten.

Kantar ohne neue Zahlen

Schon die Halbjahreszahlen hatten ja für die Marktforschungstochter Kantar nichts Gutes bedeutet: Um 12 Prozent sank hier bereits der Umsatz. Kantar liegt ja nur noch zu 40 Prozent in den Händen von WPP; über die Mehrheit von 60 Prozent verfügt der US-amerikanische Investor Bain Capital. Neue Zahlen teilte WPP leider nicht mit; auch auf der Website von Kantar gab es keine weiteren Informationen. Im letzten Jahr jedenfalls hatte Kantar im dritten Quartal noch 492 Millionen britische Pfund umgesetzt. 

Die weiteren Bereiche von WPP entwickelten sich entsprechend: "Global Integrated Agencies" mit einem Minus von 11,3 Prozent auf nun 1,805 Milliarden britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 2,036 Milliarden britische Pfund), "Public Relations" mit einem Minus von 6,9 Prozent und nun 210 Millionen britischen Pfund (Vorjahreszeitraum: 225 Millionen britische Pfund) sowie "Specialist Agencies" mit nun 386 Millionen britischen Pfund (Vorjahreszeitraum: 464 Millionen britische Pfund) und somit einem Minus von 16,7 Prozent.

Börse reagiert erneut negativ

Die Aktie von WPP, sie ist in London gelistet, hatte schon in den vergangenen Wochen kräftig Federn gelassen. Sie schloss nach Bekanntgabe der neuen Zahlen bei etwa 6,00 britischen Pfund und somit etwa 2,5 Prozent schlechter als am Vortag. Zum Vergleich: Noch bei der Vorstellung der letzten Quartalszahlen lag der Kurs bei über 9,70 britischen Pfund; aufs Jahr gerechnet ist die Aktie um fast 40 Prozent im Minus.

sh

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