WPP: Sparte "Data Investment Management" schwächelt weiter

Quartalsbericht

Währungseinflüsse können die Zahlen eines Unternehmens mal positiv, mal negativ erscheinen lassen. Das gilt auch für das erste Quartal 2015 bei WPP. Deutlich stieg hier der Umsatz um 8,3 Prozent. Der Bereich Data Investment Management leidet hingegen weiter.

WPP Logo Holder (Grafik: WPP)

Für marktforschung.de berichtet Jörg Stroisch

Ungewöhnlich: WPP wies in einer Pressemitteilung seine Umsatzzahlen für das erste Quartal 2015 gleich in drei Währungen aus. Während der Umsatz im maßgeblichen britischen Pfund um 8,3 Prozent (auf Basis konstanter Wechselkurse: 7,4 Prozent) auf 2,783 Milliarden Pfund stieg und in Euro betrachtet sogar um 20,9 Prozent auf 3,753 Milliarden Euro, sank die Abrechnung in US-Dollar um 1,1 Prozent auf 4,211 US-Dollar. Sehr deutlich macht WPP somit, dass es von den derzeitigen Wechselkursen profitiert.

Data Investment Management weiter schwach

Nach einzelnen Bereichen betrachtet konnten laut Analystenpräsentation fast alle zulegen: "Advertising, Media Investment Management" mit 13,5 Prozent (auf  Basis stabiler Währungen: 12,6 Prozent) auf 1,236 Milliarden Pfund (Euro: etwa 1,728 Milliarden); "Public Relations & Public Affairs" mit 5,2 Prozent (auf Basis stabiler Währungen: 2,3 Prozent) auf 224 Millionen Pfund (Euro: etwa 313 Millionen) und "Branding & Identity, Healthcare and Specialist Communications" mit 8,8 Prozent (auf  Basis stabiler Währungen: 6,5 Prozent) auf 765 Millionen Pfund (Euro: etwa 1,069 Milliarden).

Einzig der Bereich "Data Investment Management" musste mit einem Minus von 1,4 Prozent auf  Basis stabiler Währungen: + 0,3 Prozent) einen Verlust hinnehmen. Der Umsatz betrug hier im ersten Quartal 558 Millionen Pfund (Euro: etwa 780 Millionen). Zu diesem aus Marktforschungsperspektive sehr wichtigem Bereich gehört unter anderem TNS. Schon die Jahreszahlen für 2014 waren hier alles andere als berauschend, obwohl es das erklärte Ziel des Unternehmens ist, eine führende Position einzunehmen – im ersten Quartal 2015 ist WPP davon allerdings deutlich entfernt.

Westeuropa bleibt schwierig

WPP-Chef Sir Martin Sorrell (Foto: WPP)
WPP-Chef Sir Martin Sorrell (Foto: WPP)
Westeuropa verliert Umsatz: - 7,6 Prozent Einbruch (auf Basis stabiler Währungskurse: + 2,7 Prozent) musste WPP hier hinnehmen. Der Umsatz betrug 547 Millionen Pfund (Euro: etwa 765 Millionen). Bei der Präsentation der Jahreszahlen sah es ja zumindest im deutschen Markt recht gut aus (Umsatzsteigerungen von 5,2 Prozent); bei den Quartalszahlen differenziert WPP nicht nach Ländern.
Alle anderen Regionen konnten hingegen um Teil deutliche Umsatzsteigerungen verzeichnen: Nordamerika mit 13,2 Prozent (auf Basis stabiler Währungskurse: + 4,1 Prozent) auf 1,036 Milliarden Pfund (Euro: etwa 1,448 Milliarden), Großbritannien mit 16,7 Prozent auf nun 417 Millionen Pfund (Euro: etwa 583 Millionen) sowie die Sammelregion "Asia Pacific, LatinAmerica, Africa & Middle East and Central & Eastern Europe" mit 10,9 Prozent (auf Basis stabiler Währungskurse: + 11,1 Prozent) auf 783 Millionen Pfund (Euro: etwa 1,095 Milliarden).

WPP investiert dabei auch weiter in Käufe: Mit der Akquisition des peruanischen Unternehmens Phantasia durch die Tochter Wunderman erhält das Unternehmen Zugriff auf eine Digitalmarketingagentur. Außerdem übernahm WPP den schwedischen Inhalteanbieter FlowNetwork, der TV-Formate für das Internet produziert und auch einige regionale Tageszeitung mit Inhalten und Technologie versorgt. Zahlreiche weitere Zukäufe kamen hinzu.

Der Aktienkurs des Unternehmens ging nach der Verkündung der Ergebnisse an der Londoner Börse leicht zurück. Der Tiefststand lag bei etwa 15,60 Pfund pro Aktie, dieser Wert erholte sich aber wieder. Im Monatsüberblick pendelte der Kurs zwischen 15,13 Pfund und 16,11 Pfund; der Wert der Aktie befindet sich seit längerem im Aufschwung.

Veröffentlicht am: 24.04.2015

 

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