Wirtschaft im Euroraum erhält durch Brexit nur kleinen Dämpfer

ifo Institut, INSEE und ISTAT

Am 23. Juni entschieden sich die britischen Wähler für einen EU-Austritt ihres Heimatlandes, doch noch immer sind die politischen und ökonomischen Folgen dieses Votums nicht gänzlich absehbar. Zumindest kurzfristig dürften die Auswirkungen jedoch begrenzt bleiben.


Zwar hat der Ausgang des britischen EU-Referendums die Unsicherheit bezüglich der Wachstumsaussichten der Wirtschaft innerhalb des Euroraums nach Einschätzung der drei Forschungsinstitute ifo, INSEE und ISTAT deutlich erhöht, doch auf die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts des laufenden Jahres wird die Entscheidung wohl nur geringen Einfluss haben. So wird das reale BIP des Euroraums im zweiten Quartal des Jahres 2016 um 0,3 Prozent steigen und sich im dritten Quartal um 0,4 Prozent verbessern. Im letzten Quartal wird das Wachstum dann wieder auf 0,3 Prozent zurückgehen.

Reales BIP des Euroraums wächst 2016 um 1,6 Prozent

Insbesondere im letzten Quartal des Jahres dürften sich die Auswirkungen des Brexit-Votums demnach bemerkbar machen. "Im letzten Quartal hätten wir ohne das Referendum etwa 0,4 Prozent erwartet", verrät Atanas Hristov vom ifo Institut in München. Somit dürfte die Wachstumsrate des Gesamtjahres 2016 bei 1,6 Prozent liegen. Doch auch wenn die kurzfristigen Folgen des Brexit-Votums für die Wirtschaft des Euroraums überschaubar bleiben, ist es für eine Entwarnung wohl noch zu früh. Schließlich werden die mittelfristigen Auswirkungen stark von den noch zu treffenden Vereinbarungen zwischen Großbritannien und der EU abhängen.

Nach Einschätzung der drei Institute dürfte sich die Inflationsrate in den kommenden Monaten zwar leicht steigern, mit einem Jahreswert von 0,3 Prozent aber weiterhin auf einem niedrigen Niveau bleiben. Dank dieser niedrigen Inflation und des sich allmählich erholenden Arbeitsmarkts sind vor allem die privaten Haushalte die wichtigsten Konjunkturtreiber im Euroraum. Durch die weiterhin niedrigen Zinsen werden aber wohl auch die Investitionen der Unternehmen wieder anziehen.

tt

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Veröffentlicht am: 12.07.2016

 

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