Wie planen Deutsche, Franzosen und Briten ihren Urlaub?

respondi-Studie

Ob sicherheitsbedürftig und planend oder spontan und improvisierend – stimmen die Attribute, die man diesen drei Nationen gerne zuschreibt, ebenfalls bei der Reiseplanung? Das hat sich respondi gefragt und in einer Studie untersucht, wie in Deutschland, Frankreich und Großbritannien der Urlaub geplant wird.

Im Allgemeinen suchen Deutsche online proportional häufiger nach Reisen ins europäische Ausland (55 Prozent der Suchen betreffen eine Reise ins europäische Ausland), während Franzosen das eigene Land präferieren (49 Prozent der Suchen). Briten haben den höchsten Anteil an Suchen ins nichteuropäische Ausland (30 Prozent). Ein Blick auf die Generationen erklärt laut respondi diese Verschiebungen: während in Frankreich und Großbritannien mit dem Alter das Interesse am Ausland als Reiseziel ab- und die Attraktivität an Inlandsreisen zunimmt, ist in Deutschland das Gegenteil der Fall. Hierzulande steigt das Interesse an Europareisen der ältesten Kohorte an. Ansonsten sind es in allen drei Ländern die Generationen YouTube (nach 1995 geboren) und Millennial, die den digitalen Reisemarkt gezielt für ihr starkes Interesse an Reisen ins Ausland nutzen. 

Dabei möchten die Briten, und da vor allem die jüngeren Kohorten, am weitesten verreisen. Die Generationen YouTube und Millennial suchen in Großbritannien nach Urlaubszielen, die durchschnittlich über 3.500 km von ihrem Wohnort entfernt sind. In Deutschland sind dies nur 2.000 und in Frankreich 2.200 km.

Doch nicht nur bei der Art der Reisegestaltung, sondern auch bei der Reiseplanung zeigen sich zum Teil deutliche Unterschiede.

Bei der Planung des Familienurlaubs werden in Frankreich und Großbritannien booking.com und airbnb etwa zu gleichen Teilen genutzt. Die deutschen Familien hingegen bevorzugen bei der Suche nach einer Familienunterkunft booking.com, und legen somit ein vergleichsweise vorsichtiges Buchungsverhalten an den Tag – unter der Annahme, dass die Buchung einer privaten Unterkunft über das Internet mit mehr Risiko verbunden ist, als die Vermittlung eines Hotelzimmers über eine Hotelvergleichsseite. Dahingegen hat in Großbritannien die risikoreichere Variante der digitalen Urlaubsplanung bereits booking.com überholt.

Im Durchschnitt dauert die Phase zwischen der ersten Suche nach einem Reiseziel und einer Buchung, bzw. dem Abbruch, bei Deutschen 28 Tage und ist damit sechs Tage länger als bei Franzosen und acht Tage länger als bei den Briten. Es scheint, als ob die Deutschen hier ihrem Klischee der gut organisierten Planer entsprechen, die sich mehr Zeit für die Suche nehmen, mit der sie zudem im Durchschnitt auch früher beginnen. Im Mittel buchen Deutsche ihren Urlaub vier Monate vor Anreise. Dies variiert zwar mit Reiseziel und Dauer der Reise (Inlandsreisen und kurze Trips werden erst drei Monate vor Beginn der Reise gebucht), ist aber weit entfernt von der Spontaneität und Abenteuerlust der Franzosen, die im Schnitt erst zwei Monate vor Abreise buchen. Ob die Deutschen nun gründlicher oder nur unentschlossener sind, lässt sich kaum sagen. Sie verbringen die längere Zeit der Online-Suche aber mit mehr Suchinhalten: bei der Zahl der Destinationen, die sie vergleichen, liegen sie deutlich vor Franzosen und Briten. Diese Nationen sind im Vergleich merklich entschlossener und legen sich früher auf ein Ziel fest.

Zur Studie: respondi befragte über 2.000 Personen aus Deutschland, FRankfreich und Großbritannien und analysierte das Online-Buchungsverhalten dieser drei Länder.

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