Wertpapiere: Banken mit Überraschungen in der Zielgruppenausrichtung

Esslingen am Neckar, 06. Juli 2015 – Der Produktbereich Wertpapiere nimmt bei den zehn untersuchten Anbietern einen sehr großen Stellenwert ein. Neben einem breiten Produktangebot mit über 350 gelisteten Fondgesellschaften und Wertpapieremittenten wird die Relevanz besonders in der Werbung deutlich. Die Werbeausgaben summieren sich auf über 50 Millionen Euro innerhalb eines Jahres. Printmedien sind das Top-Werbemedium der Anbieter. Consorsbank, Deka/Sparkassen und Union Investment/VR-Banken bedienen sich zudem der hochpreisigen TV-Werbung. Weitere Schwerpunkte in der Kommunikation setzen die Banken in Social Media. Eine herausragende Stellung nehmen vor allem comdirect und DeAWM/Deutsche Bank auf Twitter ein, die DAB Bank setzt auf Facebook. Comdirect ist zudem auf YouTube-Kanälen stark vertreten, die ING-DiBa investiert in Suchmaschinenanzeigen.

Positionierung im Produktmarketing findet über Depotvariantenreichtum und über Empfehlungen statt, wobei nicht alle Anbieter auch auf fremde Emittenten setzen. Das Produktportfolio umfasst zwischen zwei und elf unterschiedliche Produkte. Als spezifische Zielgruppen werden neben Premiumkunden, Fondsanleger und Intensivtrader auch speziell junge Leute oder Eltern angesprochen. Eine Alleinstellung generieren Sparkassen mit einem Produkt für Anlegerclubs. DAB Bank, HypoVereinsbank und ING-DiBa verfügen über die größte Vielfalt an gelisteten Fondsgesellschaften und Emittenten. Bemerkenswert ist, dass die riskanteren CFDs nur bei vier Anbietern erhältlich sind, darunter die Sparkassen.

Geprägt wird der Markt für Wertpapierprodukte  im Wesentlichen durch das Aufeinandertreffen von Direktbanken, Großbanken und Bankengruppen mit ihren jeweiligen Wertpapierpartnern sowie durch enorme Unterschiede bei den Konditionen. Auffallend ist, dass einige Filialbanken mit eigenen Angeboten wie maxblue, S Broker oder Direktdepot  gezielt den Preiswettbewerb mit den Direktbanken suchen und damit junge, kostenbewusste Zielgruppen adressieren.

Neben den Depotgebühren fallen für den Kunden zusätzlich Ordergebühren an. Sieben der zehn Banken bieten eine kostenlose Depotführung. Mehr ins Gewicht fallen die Ordergebühren, die bei allen online geführten Depots 0,25 Prozent vom Ordervolumen betragen. Bei klassischen Depots können sie bis zu einem Prozent ausmachen. Bei einem Jahreskostenvergleich anhand von zehn typischen Kundenprofilen offerieren DAB Bank, DeAWM/Deutsche Bank und ING-DiBa am häufigsten günstige Gebühren. Am Kundenprofil mit zehn Orderaufträgen zu je fünf Aktien und ETFs wird dies exemplarisch deutlich: die Jahreskosten reichen hier von 250 Euro bis deutlich über 1.000 Euro.

Veröffentlicht am: 17.06.2015

 

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