Was sonst noch war: Virtuelle Realität, TV-Qualität, Partnersuche

In unserer Kolumne "Was sonst noch war" wollen wir Ihnen ans Herz legen, was die anderen schreiben. Denn manches gerät aus dem Blick – wir fangen es wieder ein mit unserer Presseschau.

Hype oder Hoffnung? Seit Facebook das Startup Oculus gekauft hat, sprießen allerlei Ideen, wie sich virtuelle Umgebungen für Forschung und Lebensalltag nutzen lassen: Rechner einschalten, Brille umschnallen, eintauchen. So präsentiert etwa der Konzern Tesco eine Möglichkeit, Supermärkte komplett in 3D nachzubauen und Regaltests auf diese Weise authentischer und vermutlich auch sehr viel günstiger anbieten zu können. Der Regalumbau passiert hier nicht mehr von Hand, sondern im virtuellen Raum – die Brille macht’s möglich. Weitere Einsatzmöglichkeiten von "Virtual Reality" hat der "Business Insider" gesammelt.

Wenn am Sonntag die Europawahlen stattfinden, droht ein Rechtsruck im Straßburger Parlament. Dies belegen auch Zahlen einer aufwändigen Wählerbefragung in sechs europäischen Mitgliedsstaaten des Instituts YouGov. Besser mal wählen gehen!

Die Quote ist nicht genug: Fernsehsender haben längst erkannt, dass quantitative Forschung um qualitative Methoden ergänzt werden muss, um den Zuschauerinteressen gerecht zu werden. Regelmäßig laden ProSieben und Co. den Zuschauer daher zum Gespräch. Wie das vonstatten geht, hat Tilmann Gangloff für die "Stuttgarter Zeitung" aufgeschrieben.

"Wer heute Kunde ist, wird ständig befragt und getestet. Es genügt, sich zehn Gummiringe bei Amazon zu kaufen oder einen alten Hocker bei Ebay zu ersteigern – schon wird man bedrängt: War alles in Ordnung? Gut verpackt? Nette und richtige Beratung? Hat alles Ihren Wünschen entsprochen?" Bereits in der vergangenen Woche ging es an dieser Stelle um Kunden-Feedback. Das Magazin "brand eins" macht in einem Leitartikel die neue Dimension klar. Auch der Karstadt-Erfahrungsbericht von Dorit Kowitz lohnt sich: Als Negativbeispiel für Service, wie er nicht sein sollte.

Partnersuche im Netz funktioniert, zumindest wenn man einer Erhebung von Ipsos Glauben schenken möchte. Demnach hat ein Großteil der Kunden bereits positive Erfahrungen gesammelt. Passend dazu erklärt die "Neue Zürcher Zeitung" die Mechanismen hinter dem Schweizer Online-Beziehungsmarkt: "Der Computer verhalf auch dem Matchmaking zum Erfolg. Basis dieses Modells sind nicht spezifische Suchkriterien, sondern Persönlichkeitsmerkmale, die aufgrund von Fragebogen ermittelt worden sind."

Bewegung ist auch auf einem anderen Markt zu erkennen: Eis steht bei Deutschen längst nicht mehr so hoch im Kurs wie in früheren Zeiten. Außerdem hat sich "Welt Online" die Mühe gemacht, die Mutter aller Dummy-Umfragen auszuwerten: "Diese Eissorten schmecken den Deutschen am liebsten."

Ein schönes Wochenende wünscht
Nils Glück, marktforschung.de

Übrigens: Meistgeklickter Link von vergangener Woche war das Nonsens-Blog "Spurious Correlations" mit seiner Sammlung hochverdächtiger Zusammenhänge.

Veröffentlicht am: 23.05.2014

 

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