Großteil der Finanzdienstleister bewerten Homeoffice als Erfolg

Aktuelle Studie von Organomics

Banken und Versicherer bewerten Homeoffice als vollen Erfolg. Aber Remote-Work hat auch Kehrseiten, wie in der Studie von Organomics, die Experten aus der Finanzdienstleistungsbranche befragten, deutlich wird. Die Homeoffice-Situation bereitet nicht nur den Mitarbeitern Probleme, sondern stellt auch Führungskräfte vor deutliche Herausforderungen.

Homeoffice (Bild: Agnieszka Boeske - Unsplash)
Homeoffice stellt die Mitarbeiter und Führungskräfte vor ganz neue Herausforderungen (Bild: Agnieszka Boeske – Unsplash).

Fast drei Viertel der befragten Experten aus der Finanzdienstleistungsbranche sagen, dass Homeoffice in ihrem Unternehmen ein voller Erfolg ist. Auch knapp zwei Drittel der Führungskräfte befürworten Homeoffice. Und fast alle Mitarbeiter erwarten, in Zukunft vermehrt im Homeoffice arbeiten zu können. Dies sind Ergebnisse einer Expertenbefragung von Organomics. Dabei wurden Experten aus Banken sowie Versicherungen zur Beurteilung der Umstellung auf Homeoffice und den damit einhergehenden Herausforderungen für Führungskräfte, Mitarbeiter und Unternehmen befragt.

Insbesondere bei Versicherern leere Büros

In Banken stieg die Zahl der Mitarbeiter, die ganz oder teilweise im Homeoffice arbeiten, von 13 Prozent auf bis zu 49 Prozent. In Versicherungen entwickelte sich der durchschnittliche Anteil der Homeoffice-Mitarbeiter von 20 Prozent auf 79 Prozent.

Homeoffice als neue Herausforderung?

Knapp zwei Drittel der Betriebe musste kurzfristig in neues Equipment investieren, damit ihre Mitarbeiter die Möglichkeit hatten, das Homeoffice umfassend zu nutzen. Diese Investition hat sich gelohnt, da 72 Prozent der befragten Experten das Homeoffice als vollen Erfolg bewerten. Dies lässt sich auch am geringeren Krankenstand und der gestiegenen Produktivität und Mitarbeiterleistungen ablesen.

Die fehlenden sozialen Kontakte sind ein Problem

Die Experten sehen bei den Mitarbeitern das Problem des fehlenden Austauschs mit Kollegen (90 Prozent), aber auch die Schwierigkeit, dass Arbeit und Freizeit nicht mehr klar voneinander getrennt werden kann (63 Prozent). Bei den Führungskräften zeigen sich Schwierigkeiten in der Wahrnehmung von Mitarbeiterproblemen im Homeoffice (68 Prozent), aber auch bei der Umsetzung von Führung auf Distanz (51 Prozent).

Dr. Thomas Bittner, Geschäftsführer bei der Organomics GmbH, sagt dazu:

Wer als Führungskraft bisher permanent von seinen Mitarbeitern umgeben war, kann schnell mit der neuen Situation überfordert sein.

Was sind die Erfolgsfaktoren für Führung auf Distanz?

Zu den Erfolgsfaktoren für die Führung auf Distanz zählen flexible Arbeitszeiten, individuelle Unterstützung einzelner Mitarbeiter, persönliche Kommunikation beispielsweise via Videokonferenzen, aber auch die Arbeit an der Teamidentität. Dabei wird deutlich, dass es sich nicht mehr um die klassischen Steuerungsinstrumente wie Aufgabenlisten, Projektmanagement-Tools oder Dokumentenkontrollen handelt.

Für die befragten Experten ist das Vertrauen in die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter eine Voraussetzung für den Erfolg von Homeoffice. Allerdings bleiben sie gleichzeitig realistisch, da die Führungskräfte teilweise nicht in der Lage sind, die Führung auf Distanz effektiv umzusetzen. Dies ist sehr kritisch, da die Führung auf Distanz in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt eine weitaus größere Rolle spielen wird als bisher.

Methodik

Erhebungszeitraum September & Oktober 2020
Länder Deutschland
Erhebungsmethode Experteninterviews
Stichprobe n = 106

/jr

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