Was Kantar Public sich strategisch vorgenommen hat

Neuigkeiten von Kantar Public

Gleich drei Elemente umfasst die Investitionsstrategie, die das Unternehmen Kantar Public vergangene Woche verlauten ließ. Dazu gehören die Suche nach Start-up-Kooperationen, der Aufbau eines probabilistischen Online-Panels und der Ausbau der Politikberatung.

Kantar Public ist bislang nicht dafür bekannt, dass das Unternehmen außer Studienergebnissen viel in die Öffentlichkeit kommuniziert. So sucht man z.B. vergeblich nach einer Pressemeldung, die die Berufung Ingo Schier zum CEO von Kantar Public mitgeteilt hätte. Seit 2020 ist der frühere Nielsen-Vorstandsvorsitzende mittlerweile CEO von Kantar Public, einem Unternehmen, dass lt. eigenen Angaben führend in der Sozialforschung tätig ist und vorrangig für Ministerien und die öffentliche Verwaltungen arbeitet.

Drei Maßnahmen hat das Unternehmen, dessen Wurzeln im ehemaligen Institut TNS Infratest liegen und das Mehrheitseigener von Infratest dimap ist, in seiner dreiteiligen Investitionsstrategie für den deutschen Markt nun formuliert.

Die Suche nach Nähe zu Start-ups

Kernelement ist die Einführung des neuen Public Data Innovation Hubs. Unter diesem Namen verbirgt sich der Wunsch des Unternehmens in Kontakt mit Start-ups aus den Bereichen Data-Science und KI zu treten, um über den eigenen Tellerrand hinaus in die Zukunft zu schauen.

Erstes Ergebnis ist eine Partnerschaft mit dem Berliner Start-up Inspirient. Das Start-up, das bereits 2016 von den ehemaligen Beratern Guillaume Aimetti und Georg Wittenburg gegründet wurde und mittlerweile vier Mitarbeiter beschäftigt, hilft Unternehmen dabei, den Wert von Daten mithilfe von KI-gesteuerten automatisierten Datenanalyseprozessen zu erschließen. Inspirient wird gemeinsam mit Kantar Public versuchen die Effizienz und den Detailgrad der Datenanalyse im öffentlichen Sektor zu erhöhen. Start-ups aus den Bereichen KI, Data Science und Technologie mögen sich bei Kantar Public melden.

Der Aufbau eines probabilistischen Online-Panels

Nach dem Kantar Public in Großbritannien bereits ein auf Zufallsauswahl-basiertes aktiv rekrutiertes Panel namens Public Voice mit aktuell rund 20.000 Panelisten betreibt, soll nun das Panel auf Deutschland ausgeweitet werden. Ähnlich wie das akademische German Internet Panel, dass von der Universität Mannheim unter der Leitung von Prof. Dr. Anneliese Blom betrieben wird, soll die Rekrutierung dabei zufallsbasiert und aktiv vom Unternehmen gesteuert stattfinden. Rekrutierungsziel für die Startphase von Public Voice in Deutschland sind 5.000 Teilnehmende. Nach dem erfolgreichen Start in Deutschland soll das Panel auch in weiteren Kantar-Ländern aufgebaut werden.

Erfahrene Beratende für die Politik

Der dritte Bereich, in den Kantar Public investieren wird, ist die Politikberatung. Hier werden seniore Beratende gesucht, die Institutionen z.B. in den Feldern Nachhaltigkeit, Politikevaluation und Verhaltenswissenschaften beraten könnten. Ziel für Kantar Public ist dabei die Verlängerung der Wertschöpfungskette, d.h. nicht mehr nur Daten zu erheben, sondern darüber hinaus Auftraggeber auch bei der Umsetzung der Studienergebnisse zu unterstützen. Dabei werden neue Teams implementiert, die sich ausschließlich auf Politikevaluation und Verhaltensökonomie im öffentlichen Sektor in Deutschland konzentrieren.

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