Von der smarten Stadt und der Schülerzeitung

Medienspiegel

In unserem Medienspiegel der Woche geht es diesmal um den Chef der größten Boulevardzeitung, Sonderangebote im Herbst, bezahlende Becher, KI in der Werbung, negative Erlebnisse im Netz und Toronto. Lesen Sie mehr!

Bild: Mitrija - fotolia

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von Tim Farin

Jetzt macht Künstliche Intelligenz schon Werbefilme. Susanne Herrmann berichtet für W&V über einen Spot der Luxuswagenfirma Lexus, der vollständig vom KI-Drehbuchschreiber arrangiert wurde. In dem Film geht es denn auch um die besondere Bedeutung der Fahrzeugtechnik, um die Fehlerquelle Mensch auszugleichen. Die Inspiration kam von anderen, erfolgreichen Werbefilmen aus der Branche: "Die künstliche Intelligenz wurde, teilt Lexus mit, »mit preisgekrönten Automobil- und Luxuswerbungen gefüttert«, die Preise in Cannes gewonnen haben."

Der Becher zahlt

Die Welt ist vernetzt. Haben Sie schon von einem Kaffeebecher gehört, der direkt dafür sorgt, dass der gerade eingegossene heiße Trank auch Ihrem Konto berechnet wird? Nun: Die britische Cafékette Costa hat solch ein Behältnis nun eingeführt, wie Stephan Lambrecht auf mobilbranche.de berichtet. Mag erstmal eigentümlich anmuten, schreibt der Autor: "Auf den zweiten Blick zeigt die Entwicklung aber auch, dass das Internet der Dinge Unternehmen deutlich flexibler macht, ihre eigenen Öko- und Bezahlsysteme aus dem Boden zu stampfen."

Die Ersatzdroge

Wie stehen Sie zu jenem Konsumtrend, der von den USA aus nach Deutschland herübergekommen ist und nun die Werbung auf allen Kanälen für einige Tage dominiert: Das Angebote-Shopping rund um Thanksgiving, auch bekannt als Black Friday. WiWo-Kolumnist Marcus Werner findet klare Worte: "Die Ersatzdroge für Erwachsene heißen Black Friday und Cyber-Monday-Woche." Werner analysiert, dass in einem auf Rabatte getrimmten Werbeumfeld die Mechanismen von Angebot und Nachfrage plötzlich ins Wanken geraten – und viele Menschen sich nicht vom Bedarf, sondern von Angebot und Preis leiten lassen.

In der Schülerzeitung

Bild-Chefredakteur Julian Reichelt kann sich nicht beklagen über fehlende Aufmerksamkeit – Tumult verursacht er natürlich selbst ja zumeist persönlich. Nun hat er ein Interview gegeben, das überregional Beachtung findet. Er sprach jedoch nicht mit Vollprofis, sondern mit der Zeitung seiner ehemaligen Schule. Die hat das Gespräch auch ins Netz gesetzt. Die Fragen zielen tief hinein in Reichelts Wirken, sein Medium und seinen Charakter. Etwa diese: "Die Reportagen ihres Buches »Ich will von den Menschen erzählen« sind besonnen, nachdenklich und leise. Die Schlagzeilen der »BILD« dagegen sind laut, kurz und platt. Gibt es da einen inneren Konflikt bei Ihnen?"

Negatives im Netz

Bedenkliche Erkenntnisse vom Nachwuchs. Die Erlebnisse der digitalen Natives im Netz sind sehr oft negativ. Wie Zeit.de berichtet, hat das Sinus-Institut erhebliche Vorbehalte der Jugend gegen so manche Entwicklung im Netz herausgefunden – negative Stimmen, die deutlich ausgeprägter messbar waren als in den Jahren zuvor. "So nehmen zwei Drittel der 14- bis 24-Jährigen das Internet als Raum wahr, in dem diejenigen, die sich äußern, damit rechnen müssten, beleidigt oder beschimpft zu werden."

Agenturen in der Klemme

Wie sieht die Stadt der Zukunft aus? Auch die wird sehr vernetzt sein. Der Atlantic Monthly setzt sich mit Toronto in Kanada auseinander, wo Alphabet – die Muttergesellschaft von Google – das Vorbild einer Großstadt schaffen möchte, die Daten sammelt und sich auf dieser Basis lenken lässt. Es geht um nichts weniger als die smarte Stadt, wie Autor Sidney Fussell in Aussicht stellt.

Darüber könnte man mal nachdenken. Vielleicht bieten die kommenden Tage ja die Gelegenheit, das in Ruhe zu tun. Schönes Wochenende!

Veröffentlicht am: 23.11.2018

 

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