Versteckte Likes in Social-Media

ExpressVPN

Laut einer Studie von ExpressVPN besitzt jeder Mensch der Gen Z mindestens ein Profil auf einer Social Media Plattform. Das Institut Pollfish hat im Auftrag von ExpressVPN Mitglieder der Gen Z zu ihrem Social Media Konsum und den Einfluss davon auf das emotionale Wohlbefinden befragt.

Social Media Apps (Bild:picture alliance / imageBROKER | Valentin Wolf)

Es überrascht nicht, dass jeder Befragte mindestens ein Social-Media-Konto hat. (Bild: picture alliance / imageBROKER | Valentin Wolf)

Im Auftrag von ExpressVPN hat Pollfish 1500 junge Deutsche aus der Generation Z (16 bis 24 Jahre alt) über ihren Umgang mit sozialen Medien befragt. Kernthema waren unter anderem der Einfluss auf das emotionale Wohlbefinden.  Dabei kam heraus, dass ein Großteil der Gen Z mehrere Stunden pro Tag auf Instagram, TikTok und Co verbringt. Dass dies verschiedene Aspekte der Psyche beeinflusst, ist offensichtlich und betrifft in jedem Fall mindestens vier Fünftel der Befragten: Selbstwertgefühl (93 Prozent), Selbstbild (93 Prozent), Angst (87 Prozent) und Depression (81 Prozent).

Außerdem wurden jeweils 1500 Menschen der gleichen Altersgruppe aus Frankreich und den USA wurden befragt, um einen internationalen Vergleich zu ermöglichen.

Die beliebtesten Plattformen

Es überrascht nicht, dass jeder Befragte mindestens ein Social-Media-Konto hat. Instagram, TikTok und Snapchat sind die Favoriten unter der jungen Generation von Nutzern. Hervorzuheben ist, dass trotz der vielen Zeit, die fast alle Befragten in den sozialen Medien verbringen, ein Großteil von ihnen besorgt über die Sucht-Effekte ist; Menschen ohne ein Social-Media-Konto werden zum Teil sogar beneidet.

Instagram ist die am meisten verbreitete Social Media Plattform unter den Befragten. 90 Prozent aller Befragten haben ein Konto auf Instagram, 80 Prozent jeweils bei Snapchat und TikTok.

TikTok ist dabei aber die Plattform, auf der die Befragten am meisten Zeit verbringen. 59 Prozent der Befragten nutzt TikTok für über eine Stunde pro Tag. Ein Zehntel der Befragten sogar für fünf oder mehr Stunden. Instagram liegt bei der Nutzungsdauer auf dem zweiten Platz. Mehr als 40 Prozent geben an, dass sie mindestens eine Stunde pro Tag auf der App unterwegs sind. Facebook und Twitter sind dagegen weit abgeschlagen. Die Mehrheit der Befragten hat entweder gar keinen Account oder verbringt im Schnitt weniger als 15 Minuten pro Tag auf diesen Apps.

63 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich Sorgen  über eine Social-Media-Sucht machen. Die Hälfte der Teilnehmenden gab in dem Zuge an, neidisch auf Menschen ohne Social Media Profile zu sein. Außerdem sagten 13 Prozent aller, dass kein Geldbetrag für sie ausreichen würde, um alle Social Media Profile dauerhaft zu löschen.

Einfluss auf das emotionale Wohlbefinden

Die meisten Menschen der Generation Z berichten, dass soziale Medien ihr Glück, ihr Selbstwertgefühl, ihr Selbstbild, ihre Ängste und vieles mehr beeinflusst haben. Interessanterweise gibt es erstaunlich wenig Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Befragten – beide Gruppen sind fast gleich stark von sozialen Medien betroffen.

Es scheint jedoch, dass die jüngsten Bemühungen der Social-Media-Unternehmen, diejenigen Updates zu priorisieren, die die psychische Gesundheit der Nutzer fördern, einen gewissen positiven Einfluss haben. Die meisten Befragten geben zu, dass die Funktion „Likes ausblenden“ von Facebook und Instagram das Posten in sozialen Medien angenehmer und authentischer gemacht hat.

44 Prozent der Menschen der Gen Z sind immer ganze aufgeregt, wenn sie eine Benachrichtigung der sozialen Medien auf ihren Handy sehen. 93 Prozent der Befragten geben jeweils an, dass die sozialen Medien ihr Selbstwertgefühl und ihr Selbstbild beeinflussen. Bei 87 Prozent beeinflussen die Plattformen, dass Gefühl der Einsamkeit und bei 81 Prozent Depressionen.

47 Prozent der Gen Z haben einen Beitrag schon mal gelöscht, weil er zu wenige Likes hatte und 30 Prozent verstecken bei ihren Posts die Angabe der Likes.

So hat sich die Funktion „Likes ausblenden“ auf Facebook und Instagram auf die Generation Z ausgewirkt:

  • Das Posten macht dadurch mehr Spaß und ist authentischer (76 Prozent)
  • Das Gefühl, dass die Privatsphäre geschützt ist, ist stärker (65 Prozent)
  • Die Angst vor dem Posten nimmt ab (58 Prozent)
  • Die Posting-Häufigkeit nimmt zu (47 Prozent)

Deutschland und andere Länder im Vergleich

Beim Vergleich der Social-Media-Nutzung der Gen Z in Deutschland mit der in Frankreich und den USA haben wir viele Unterschiede festgestellt, von den bevorzugten und vertrauenswürdigsten Plattformen bis hin zu den Anstrengungen, die die Menschen unternehmen, um ihre Online-Reputation zu verbessern.

Zwar haben alle Befragten der Generation Z in allen Ländern mindestens ein Social-Media-Konto, bei der beliebtesten Plattform gibt es aber Unterschiede: In Deutschland ist die beliebteste Plattform der Zielgruppe Instagram. In Frankreich hingegen ist es Snapchat und in den USA YouTube.

Auch die Anzahl der jenigen die schon mal einen Beitrag gelöscht haben, weil er zu wenige Likes hat, ist unterschiedlich: In Frankreich sind es 32 Prozent der Befragten, in Deutschland 40 Prozent und in der USA mit 47 Prozent die meisten Befragten. In den USA haben auch im Vergleich zu den anderen Länder die meisten Menschen der Gen Z Follower gekauft. In der USA sind es 33 Prozent, in Deutschland 25 Prozent und in Frankreich 22 Prozent.

Die Befragten in den USA und Deutschland gaben zwar an, dass sie traditionellen Medien als Nachrichtenquelle mehr vertrauen als sozialen Medien. Wenn es aber darum geht, wie die Mitglieder der Generation Z in allen drei Ländern Nachrichten konsumieren, fällt die Wahl eher auf YouTube und Instagram, wobei nur die Befragten in den USA ein traditionelles Medium – das Fernsehen – als eine der beiden wichtigsten Quellen wählen.

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Methodik

Erhebungsmethode Online-Umfrage
Wie wurde die Zielgruppe rekrutiert? Pollfish-Survey: Random Device Engagement (RDE)
Befragte Zielgruppe Deutsche aus der Generation Z (16 bis 24 Jahre alt)
Stichprobengröße n = 1.500; n = 1.500 (Frankreich, USA)
Feldzeit Oktober 2021
Land Deutschland, Frankreich, USA

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