Versicherungsabschlüsse via App stoßen auf hohes Kundeninteresse

HEUTE UND MORGEN

Die digitale Transformation bietet Versicherern zahlreiche neue Chancen – unter anderem die Möglichkeit, Kunden bestimmte Versicherungen tageweise oder situationsbezogen per App anzubieten. Bisher wird das Potenzial aber noch nicht ausgeschöpft.

Smartphone am Pool (Bild: mstaniewski - fotolia.com)
Mobile Lösungen werden auch für Versicherer immer wichtiger. (Bild: mstaniewski - fotolia.com)

Im Hinblick auf die Etablierung attraktiver App-Angebote haben deutsche Versicherungen noch reichlich Nachholbedarf – dies hatte HEUTE UND MORGEN bereits im April herausgefunden. Dieses Bild bestätigt sich auch im Hinblick auf Abschluss-Apps, über die Versicherer mit ihren Kunden beispielsweise im Kontext einer Reise situationsspezifische Versicherungen abschließen können: 82 Prozent der befragten Bundesbürger sind die neuartigen digitalen Angebote der Branche oder aufstrebender "InsurTechs" gar nicht bekannt. Bereits aktiv genutzt hat sie zudem nur eine verschwindende Minderheit (1 Prozent).

Mehr als jeder Vierte würde Versicherungen via App abschließen

Dabei steckt in diesem Geschäftsfeld großes Potenzial: Immerhin 60 Prozent der Befragten, die ein Smartphone nutzen, bewerten das Angebot digitaler App-Versicherungen als gut. Zudem kann sich schon jetzt mehr als jeder Vierte (27 Prozent) den Abschluss von Versicherungsprodukten via App vorstellen. Eine etwa genauso große Gruppe (28 Prozent) ist demgegenüber allerdings noch vollkommen negativ eingestellt, hält derartige Angebote für unseriös oder schließt für sich eine Nutzung komplett aus.

Insbesondere die potenziellen Erleichterungen bei Abschluss und Kündigung lassen Apps aus Sicht vieler Menschen attraktiv erscheinen: So begrüßen es 72 Prozent der Befragten, bestimmte Versicherungen via App nur für einen bestimmten Zeitraum beziehungsweise tageweise abschließen zu können und diese ohne schriftliche Vertragskündigung automatisch enden zu lassen. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) ist darüber hinaus in stärkerem Maße überzeugt, dass der Versicherungsabschluss über eine App ihnen unnötigen Papierkram erspart.

Neue und klassische Produkte könnten profitieren

Der mögliche Durchbruch der Abschluss-Apps birgt für die Branche somit reichlich Potenzial für neue und klassische Produkte: So kommen für die meisten Studienteilnehmer vor allem der Abschluss von Smartphone- und Tablet-Versicherungen (41 Prozent) via App in Frage. Auch tageweise Auslandreisekrankenversicherungen (35 Prozent) könnten von einer Abschluss-App profitieren. Für einen App-Abschluss geeignet erscheinen den Bundesbürgern zudem auch Versicherungen, die ab einem bestimmten Kaufdatum abgeschlossen werden, wie Laptop- (34 Prozent), Fahrrad-/E-Bike-Versicherungen (32 Prozent) oder auch Kfz-Zusatzversicherungen zur Nutzung des Autos, das nur auf einen selbst zugelassen ist (39 Prozent). Darüber hinaus ist auch bei den klassischen Versicherungsprodukten ein Anstieg der Abschlussbereitschaft via App zu erkennen: Insbesondere in den Sparten Haftpflicht (aktuell: 37 Prozent, 2013: 26 Prozent), Kfz (36 Prozent vs. 26 Prozent) und Hausrat (31 Protent vs. 19 Prozent) eröffnen sich neue Potentiale.

Zur Studie:
Innerhalb der Studie "Service-Apps und Abschluss-Apps in der Assekuranz: Nutzungspotenziale und Kundenwünsche" befragte HEUTE UND MORGEN Ende März 2016 über 1.000 Bundesbürger im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, die ein Smartphone besitzen. Vorgängerstudien zum Thema wurden bereits 2010 und 2013 durchgeführt.

tt

Veröffentlicht am: 19.05.2016

 

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