Verbraucher wollen umweltfreundliche und praktische Verpackungen

IFH Köln & KPMG

Die Verpackung ist meist das erste, das Konsumenten von einem Produkt sehen. Doch wie sollte diese gestaltet sein? Laut einer Studie des IFH Köln und KPMG sind Umweltfreundlichkeit und Praktikabilität wichtige Kriterien.

Chart zur Umfrage (Infografik: IFH Köln & KPMG)
Drei Viertel der Verbraucher achten auf umweltfreundliche Verpackungen. (Infografik: IFH Köln & KPMG)

Demnach ist es drei Vierteln (76 Prozent) der Verbraucher wichtig, dass Verpackungen umweltfreundlich sind. Wie das IFH Köln und KPMG herausfanden, achten die Konsumenten insbesondere bei Getränken (85 Prozent) und Lebensmitteln (82 Prozent) darauf, dass die gekauften Artikel in umweltfreundlichen Flaschen, Tüten oder Kartons verpackt sind. Dabei legen die Verbraucher vor allem auf Recyclingfähigkeit und Klimaneutralität Wert: So bevorzugen mehr als acht von zehn Umfrageteilnehmern im Allgemeinen wiederverwendbare Produktverpackungen, drei von vier Befragten greifen lieber zu klimaneutral hergestellten Kartons und Co.

Deutschland produziert pro Kopf EU-weit den meisten Verpackungsmüll

Aus Sicht von KPMG besteht trotz dieses Kundenbewusstseins noch viel Nachholbedarf. "Wunsch und Wirklichkeit gehen beim Thema Verpackung noch deutlich auseinander: Obwohl knapp 72 Prozent der Verbraucher beim Kauf gezielt auf Produkte mit wenig Umverpackung achten und gut drei Viertel deren Umweltfreundlichkeit als wichtiges Einkaufskriterium nennen, wird hierzulande aktuell pro Kopf noch mehr Verpackungsmüll erzeugt als in jedem anderen EU-Land", berichtet Mark Sievers, Head of Consumer Markets bei KPMG. "Der wachsende Onlineanteil verschärft die Situation zusätzlich – sowohl im Hinblick auf Verpackungsanforderungen als auch in Bezug auf den Verpackungsmüll. Neue Lösungen zur Reduktion der Versandverpackungen gehören deshalb ebenfalls auf die Agenda von Herstellern und Händlern."

Neben der Umweltverträglichkeit ist vielen Kunden auch die Praktikabilität wichtig. So freuen sich fast drei Viertel der Konsumenten (72 Prozent) über praktische Verpackungen wie Kartons mit Tragegriffen. Besondere Relevanz besitzen diese vor allem in den Produktsegmenten Elektronikartikel (88 Prozent), Lebensmittel sowie Schmuck und Uhren (jeweils 80 Prozent). Optik oder Material sind aus Konsumentensicht hingegen nur in bestimmten Warengattungen oder bei besonders hochwertigen Produkten wichtig.

Frauen achten mehr auf Umweltverträglichkeit als Männer

In der Bewertung der Wichtigkeit von Umweltfreundlichkeit und Praktikabilität unterscheiden sich die Geschlechter allerdings deutlich. Demnach zeigen sich Frauen deutlich umweltbewusster als Männer. So achten beispielsweise 92 Prozent auf umweltschonende Getränkeverpackungen, während die Umweltverträglichkeit nur für 78 Prozent der Männer ein wichtiges Kriterium ist. Allerdings achten Frauen nicht nur stärker auf die Umwelt, sondern denken im Hinblick auf Verpackungen auch praktischer. So sind rund 61 Prozent der befragten Männer praktische Produktverpackungen bei Haushalts- und Dekorationsartikeln wichtig – aber fast acht von zehn Frauen.

"Auch wenn sich viele Konsumenten mehr verpackungsfreie Produkte wünschen, bleiben Kartons, Flaschen und Co. im Handel wichtig – und beeinflussen auch die Kaufentscheidung: Bei nahezu jedem vierten Konsumenten entscheidet die Verpackung häufig darüber, ob ein Artikel im Einkaufskorb landet oder nicht. Eine Chance für Händler und Hersteller, sich nicht nur mit einem guten Produkt, sondern auch mit einer zielgruppengerechten Verpackung zu differenzieren", bilanziert angesichts dieser Ergebnisse IFH-Köln-Geschäftsführer Dr. Kai Hudetz.

Zur Studie:
Für die Studie befragten das IFH Köln und KPMG rund 520 Konsumenten.

tt

Veröffentlicht am: 05.09.2016

 

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