Verbraucher bestellen in der Corona-Krise Lebensmittel lieber online

Studie von Bitkom

Joghurt, Wein, Gemüse, Obst: Seit Ausbruch der Corona-Krise und den damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens kaufen fast doppelt so viele Verbraucher ihre Lebensmittel im Internet ein wie zuvor. Das ist das Ergebnis einer Befragung des Digitalverbands Bitkom. Welche Online-Supermärkte am meisten profitieren, ist außerdem ans Licht gekommen.

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder glaubt, dass viele Menschen, die jetzt auf Online-Käufe umgestiegen sind, sich auch langfristig umgewöhnen werden (Symboldbild: Fotolia).

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder glaubt, dass viele Menschen, die jetzt auf Online-Käufe umgestiegen sind, sich auch langfristig umgewöhnen werden (Symboldbild: Fotolia).

Laut Bitkom wurden vor allem Online-Supermärkte wie rewe.de, bringmeister.de oder Amazon Fresh durch die Corona-Krise beflügelt: Während sieben Prozent der Befragten angeben, dort bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland eingekauft zu haben, sagen dies 19 Prozent für die Zeit seit Ausbruch der Pandemie. Zehn Prozent kauften zudem vor Corona online auf Plattformen und Seiten für die direkte Bestellung landwirtschaftlicher Produkte wie Online-Hofläden ein – 14 Prozent tun es seither. Auch der Lebensmittelkauf über große Plattformen wie Ebay oder Amazon ist nach Verbraucherangaben angestiegen, wenn auch auf sehr kleinem Niveau: Nur ein Prozent sagt, dort vor Corona zumindest hin und wieder Lebensmittel bestellt zu haben – fünf Prozent sind es seit Ausbruch der Pandemie.

"Das Verbraucherverhalten hat sich während der Corona-Krise deutlich geändert – auch beim Einkauf von Lebensmitteln. Online einzukaufen ist mit Blick auf das Ansteckungsrisiko nicht nur sicherer, sondern auch komfortabel. Viele Menschen, die jetzt umgestiegen sind, können die Vorteile des Online-Einkaufs jetzt unmittelbar erleben und werden sich daran auch langfristig gewöhnen", meint Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Stationärer Handel mit Einbußen, aber trotzdem an der Spitze

An der Spitze liegt allerdings noch immer der stationäre Lebensmittel-Handel - wenngleich es hier deutliche Rückgänge zu verzeichnen gibt. So sagen laut Bitkom-Studie 75 Prozent, vor der Corona-Krise im Supermarkt eingekauft zu haben und 71 Prozent im Discounter. Diese Werte sind für die Zeit seit Ausbruch der Pandemie auf 65 Prozent bzw. 58 Prozent zurückgegangen. Eine Zunahme gibt es hingegen bei der Nachfrage nach regionalen Produkten: 43 Prozent der Verbraucher geben an, seit Ausbruch der Corona-Pandemie Lebensmittel auf dem Wochenmarkt zu kaufen – 37 Prozent waren es zuvor. 27 Prozent kaufen aktuell in Hofläden ein, ein Plus von vier Prozentpunkten gegenüber der Zeit vor Corona.

Verbraucher fühlen sich unwohl

Insgesamt fühlen sich viele Verbraucher unbehaglich, wenn sie im stationären Supermarkt einkaufen. 65 Prozent stimmen der Aussage zu, sie hätten beim Betreten ein mulmiges Gefühl. Knapp drei Viertel (74 Prozent) beklagen, es würden sich zu viele Menschen nicht an die gebotenen Abstands- und Hygieneregeln halten.

gu

Erhebungsmethode telefonische Umfrage
Stichprobengröße 1.003 Personen ab 16 Jahren
Feldzeit April 2020
Land Deutschland
Veröffentlicht am: 18.05.2020

 

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