Unzufriedene Eltern: Schulnote 6 für das digitale Bildungsangebot in Deutschland

Studie von Civey und Digitale Bildung für Alle e.V.

Civey hat in Kooperation mit Digitale Bildung für Alle e.V. eine Kurzstudie zum digitalen Bildungsangebot in Deutschland während der Pandemie durchgeführt. Dabei stellt sich heraus, dass mehr als die Hälfte der Befragten mit schulpflichtigen Kindern unzufrieden damit ist.

Viele Eltern sind unzufrieden mit dem digitalen Bildungsangebot für ihre Kinder während der Pandemie (Bild: Julia M Cameron - Pexels)

Corona hat auch das Schulsystem vor Herausforderungen gestellt: Plötzlich mussten die Lehrinhalte digital übermittelt werden. Um herauszufinden, wie gut das funktioniert hat, befragte Civey in Kooperation mit Digitale Bildung für Alle e.V. über 2.000 Personen mit schulpflichtigen Kindern. Das Ergebnis spricht für sich: Nicht mal jeder Fünfte bewertet das digitale Bildungsangebot als gut, 60 Prozent sind unzufrieden damit.

So bewerten Eltern das digitale Bildungsangebot ihrer Kinder während der Pandemie (Quelle: Civey)

Regionale Unterschiede bei der Umsetzung

Es lassen sich jedoch regionale Unterschiede bei der Umsetzung des digitalen Unterrichts verzeichnen: In Bremen sind drei von zehn Befragten Personen mit dem digitalen Unterricht zufrieden und schneidet somit im Vergleich am besten ab. Aber auch in Bayern (22,5 Prozent), Niedersachsen und Schleswig-Holstein (jeweils 21 Prozent) sind mehr als ein Fünftel der Studienteilnehmer überdurchschnittlich mit dem digitalen Angebot zufrieden. Schlecht schneidet hingegen Sachsen-Anhalt ab, wo nur jeder Zehnte zufrieden damit ist.

Drei Viertel schreiben digitaler Bildung eine langfristige Bedeutung zu

Für viele war Corona nur der Anstoß für die Einführung des digitalen Lernens. Mehr als zwei Drittel (72 Prozent) der Personen mit schulpflichtigen Kindern fordern auch in Zukunft die Möglichkeit eines digitalen Unterrichts und lehnen eine Rückkehr zum Status Quo vor der Pandemie ab. Gut drei Viertel (77 Prozent) sind außerdem der Überzeugung, dass digitaler Unterricht auch in Zukunft mehr Beachtung finden sollte.

Das wünsche sich die Eltern hinsichtlich des digitalen Unterrichts für die Zukunft (Quelle: Civey)

Digitale Kompetenzen der Lehrkräfte sollen gestärkt werden

Laut Umfrage-Ergebnissen erwarten die Eltern, dass die digitalen Kompetenzen der Lehrkräfte gestärkt, sowie die technische Ausstattung bei Lehrern und Schülern optimiert werden. Etwa die Hälfte der Eltern (45 Prozent) wünscht sich zudem, dass die organisatorischen Absprachen mit den Lehrkräften zukünftig einfacherer ablaufen. So sind beispielsweise momentan die Datenschutzrichtlinien für Videokonferenzen ein Hindernis. Deshalb äußert sich auch knapp die Hälfte der Menschen mit Kindern im Haushalt (44 Prozent) für eine Lockerung der Datenschutzrichtlinien wünschen, um so mehr Hilfe beim Home-Schooling zu ermöglichen.

Hinsichtlich dieser Punkte sehen die Befragten einen Verbesserungsbedarf (Quelle: Civey)

cb

Methodik

Erhebungsmethode Online
Befragte Zielgruppe Personen mit Kindern im Haushalt
Stichprobengröße variiert je nach Fragestellung (siehe Grafiken)
Erhebungszeitraum 22.05. - 12.07.2020
Land Deutschland
Veröffentlicht am: 13.07.2020

 

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