Unternehmen sind unzureichend auf EU-Datenschutz-Grundverordnung vorbereitet

Dell-Studie

Im Mai 2018 wird die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) der Europäischen Union endgültig in Kraft treten und die Regularien für alle in der EU tätigen Unternehmen vereinheitlichen. Trotz hoher Sanktionsrisiken ist ein Großteil der Firmen allerdings noch unvorbereitet.


Schließlich hat die Europäische Union mit dem Beschluss der DS-GVO ein erhebliches Abschreckungsszenario aufgebaut: Demnach droht Unternehmen aller Branchen und Größen, die auf dem Gebiet der EU gegen die neuen Datenschutzrichtlinien verstoßen, ein Bußgeld von bis zu 4 Prozent des weltweiten jährlichen Konzernumsatzes – unabhängig davon, ob sie ihren Hauptsitz innerhalb der EU haben oder nicht. Aus diesem Grund betrifft die neue Regelung laut einer Studie des Computerherstellers Dell, die vom Marktforschungsunternehmen Dimensional Research durchgeführt wurde, 82 Prozent aller Sicherheitsexperten in Betrieben jedweder Größe.

Lesen Sie auch das Interview mit Sebastian Schulz, Leiter Rechtspolitik & Datenschutz im Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh), zum Thema Datenschutz im E-Commerce und zum Einfluss der DS-GVO im aktuellen marktforschung.dossier.

Doch obwohl die DS-GVO für so viele Firmen von zentraler Bedeutung ist, hat sich ein Großteil der befragten Unternehmen noch nicht im Detail mit den Anforderungen der Richtlinie auseinandergesetzt. So gaben innerhalb der Umfrage fast alle Betriebe (97 Prozent) zu Protokoll, dass sie derzeit noch über keinen ausgearbeiteten Plan für den Zeitpunkt verfügen, an dem die DS-GVO in Kraft tritt. Zudem scheint die Tragweite der neuen Regelung vielen Unternehmen noch überhaupt nicht klar zu sein: Immerhin gaben mehr als 80 Prozent der Firmen an, bislang nur wenige oder noch gar keine Details der Verordnung zu kennen. Stattdessen herrscht allem Anschein nach vor allem Verunsicherung vor. Demnach erklärten fast 70 Prozent der Befragten, den Anforderungen bislang noch nicht zu genügen oder nicht zu wissen, ob sie dies bereits tun. Unter den Unternehmen, die ihren Hauptsitz außerhalb Europas haben, ist diese Verunsicherung noch größer: Von ihnen berichteten mehr als drei Viertel, dass sie den Anforderungen nicht gerecht werden oder es noch nicht genau wissen.

Angedrohtes Strafmaß ist vielen Unternehmen nicht bewusst

Zudem scheint vielen Unternehmen das angedrohte Strafmaß für Verstöße gegen die DS-GVO noch nicht klar zu sein. So gab zwar ein Fünftel (21 Prozent) der Befragten an, mit einer Bestrafung zu rechnen. Allerdings geht jeder Dritte von ihnen (36 Prozent) davon aus, dass in diesem Fall lediglich einfache Nachbesserungen auf sein Unternehmen zukämen, oder konnte nicht angeben, welche Strafe die Firma erwarten würde. Knapp die Hälfte der Befragten glaubt zudem, bei Verstößen gegen die Verordnung mit einer moderaten Geldstrafe davonzukommen. 

Zur Studie:
Für diese Studie befragte Dimensional Research im Auftrag von Dell 821 IT- und Business-Professionals in Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Indien, Italien, Kanada, den Niederlanden, Polen, Schweden, Singapur, Spanien und den Vereinigten Staaten.

tt

Veröffentlicht am: 14.10.2016

 

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