Umkämpfter Streaming-Markt: Netflix mit großen Zugewinnen

YouGov-Studie

2019 setzt sich die Disruption in der Fernsehbranche mit erhöhtem Tempo fort. Das lineare Fernsehen kämpft tapfer um seinen Platz in der televisionären Zukunft, doch es sieht nicht gut aus. Gefragt sind dagegen die Streaming-Dienste, aber wie fällt die Nachfrage danach abhängig vom Alter der User aus?

Immer mehr Nutzer wenden sich vom klassischen linearen Fernsehen ab hin zu den flexiblen Streaming-Angeboten. (Bild: daviles - fotolia)
Immer mehr Nutzer wenden sich vom klassischen linearen Fernsehen ab hin zu den flexiblen Streaming-Angeboten. (Bild: daviles - fotolia)

Der Markt ist in Bewegung – und wie. Mit Apple und Disney drängen neue Player in den bereits umkämpften Streaming-Markt. Und neben YouTube sind es die kostenpflichtigen Abo-Modelle, die immer mehr Anhänger gewinnen. Bei der Gruppe der sogenannten Millennials, also die 18- bis 34-Jährigen, sticht die Nachfrage nach den Abo-Modellen ganz besonders deutlich heraus. Von ihnen nutzen 70 Prozent mindestens eine der beliebtesten Plattformen Netflix, Amazon Prime Video, Sky Go & Select, die ARD oder ZDF Mediathek (im Vergleich sind es in der älteren Bevölkerung ab 35 Jahren 52 Prozent, die mindestens eine der Plattformen nutzen). 

Millennials streamen regelmäßig

Laut YouGov- Analyse profitiert von diesem Trend vor allem Netflix. Auch wenn der Ausblick für das Restjahr 2019 einige Investoren enttäuscht hat - die Zahlen von Netflix zum ersten Quartal 2019 sind wieder stark ausgefallen.  Insbesondere in der Zielgruppe der Millennials konnte das Unternehmen deutlich an Mitgliedern gewinnen. So gaben 2015 nur knapp drei Prozent der 18- bis 34-Jährigen an, mindestens einmal pro Woche Netflix zu nutzen. 2019 sind es bereits 33 Prozent, die angeben, regelmäßige Netflix-Nutzer zu sein. Netflix kann hier im Vergleich zu anderen Anbietern den mit Abstand größten Zuwachs in der Zielgruppe der Millennials verzeichnen und überholt 2018 den stärksten Wettbewerber Amazon Prime Video.

Vergleicht man die verschiedenen Streaming-Plattformen hinsichtlich der genutzten Formate, wird Netflix von Millennials am häufigsten (82 Prozent) zum Streamen von Serien genutzt. 76 Prozent der jungen Zielgruppe schauen Serien zumindest gelegentlich auch auf Amazon Prime Video. Bei Filmen liegen die beiden Streaming-Dienste gleich auf (Netflix: 80 Prozent, Amazon Prime Video: 79 Prozent). Online-Mediatheken hingegen werden von Millennials eher zum Streamen von Dokumentationen genutzt (60 Prozent), Sky punktet mit Sportshows (49 Prozent).

Generation Y : Netflix and Chill

Auch hinsichtlich der Nutzugsgründe unterscheiden Millennials bei der Wahl der Plattform. Deutlich wird, dass sich die Phrase "Netflix and Chill" innerhalb der Generation Y fest etabliert hat. So nutzen drei Viertel die Plattform zur Entspannung nach einem anstrengenden Tag. Auch für einen sogenannten Serienmarathon wird Netflix von 60 Prozent der jungen Generation im Vergleich zu anderen Plattformen präferiert. Mediatheken von ARD und ZDF hingegen werden häufiger (46 Prozent) auch zur Weiterbildung genutzt.

Zur Studie: Für die Analyse wurden laut YouGov Daten des tagesaktuellen Marken-Trackers YouGov BrandIndex mit Befragungsergebnissen unserer mehr als 130.000 frei kombinierbare Datenpunkte umfassenden Datenbank (März 2019) verknüpft und anschließend mit dem Zielgruppen-Segmentierungs-Tool YouGov Profiles analysiert. Dazu wurde zwei Zielgruppen gebildet: Die Zielgruppe der Millennials (18- bis 34-Jährige) wurde mit dem Rest der Bevölkerung (35+ Jährige) verglichen. Außerdem wurden Daten mit dem Online-Befragungstool YouGov Omnibus erhoben. An der Befragung zwischen dem 15.03.2019 – 18.03.2019 nahmen 2027 Personen teil. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung (Alter 18+).

Veröffentlicht am: 17.04.2019

 

Kommentare (1)

  1. Isabella Maier am 17.04.2019
    "Deutlich wird, dass sich die Phrase "Netflix and Chill" innerhalb der Generation Y fest etabliert hat." Na das kann ich mir gut vorstellen ...
    Wurde die Bedeutung der Phrase "Netflix and Chill" denn wenigstens klar definiert und abgegrenzt? Immerhin steht "Netflix and Chill" in der entsprechenden Altersgruppe auch für andere "Aktivitäten" ;) ...

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare geben ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht oder gekürzt zu veröffentlichen. Das gilt besonders für themenfremde, unsachliche oder herabwürdigende Kommentare sowie für versteckte Eigenwerbung.

Weitere Meldungen

Studie von Civey

Trotz großer Vorbehalte: Autokauf per Klick hat Zukunft

Ein großes analoges Ereignis: Der Autokauf im Autohaus (Bild: Maksym Povozniuk - AdobeStock)

17.09.2019 - Das Auto online kaufen? Auch wenn dies für viele Bürger noch wie eine Zukunftsfantasie klingt, das Potenzial beim Online-Neuwagenverkauf ist hoch. Das zeigt der neue Automobilreport 2019 "Kundenwünsche im digitalen Autohaus" von Civey. weiterlesen

 
Studie von respondi

War of talents: Wie finden Schulabsolventen und Firmen zusammen?

Eine der größten Ausbildungsmessen Deutschlands: Die Einstieg Hamburg (Bild: Einstieg GmbH)

17.09.2019 - Die Suche nach Nachwuchskräften treibt viele Branchen um. Doch wie adressieren Unternehmen die Schülerinnen und Schülern am besten? Welches Medium und welcher Kanal entsprechen den Nutzungsgewohnheiten des Nachwuchses? respondi hat es untersucht. weiterlesen

 
Studie von Nielsen

Absatz von FMCG-Produkten steigt nach drei schwachen Quartalen wieder an

Ein sich besonders schnell drehendes FMCG (Bild: alswart - AdobeStock)

17.09.2019 - Die Konjunktur steht vor einer Abschwächung, doch der europäische Umsatz von Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs (sog. FMCG-Produkte, "Fast Moving Consumer Goods" wie Lebensmittel, Getränke und Hygieneartikel) ist laut Nielsen im zweiten Quartal 2019 um +3,4 Prozent... weiterlesen

 
Studie von GfK

Münchner geben fast siebenmal so viel Geld für Lebensmittel aus wie Wittenberger

Einkauf von Lebensmitteln (Bild: industrieblick - Fotolia.com)

17.09.2019 - In welchen Regionen geben die Deutschen das meiste Geld für Lebensmittel aus? Und wie hoch ist der Anteil der online bestellten Lebensmittel inzwischen? GfK hat es gründlich untersucht. weiterlesen

 
Strategische Partnerschaft

Ipsos steigt mit 10 Prozent bei Questback ein

16.09.2019 - Questback und Ipsos haben eine "strategische Investitionsvereinbarung" geschlossen. Ipsos beteiligt sich mit 10 Prozent am Plattformanbieter Questback, der sich auf Employee Engagement und Customer Experience Management spezialisiert hat. weiterlesen

 
Über marktforschung.de

Branchenwissen an zentraler Stelle bündeln und abrufbar machen – das ist das Hauptanliegen von marktforschung.de. Unser breites Informationsangebot rund um die Marktforschung richtet sich sowohl an Marktforschungsinstitute, Felddienstleister, Panelbetreiber und Herausgeber von Studien, Marktdaten sowie Marktanalysen als auch an deren Kunden aus Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe.

facebook twitter google plus