TV-Streaming: Sprunghafter Zuwachs

Studie von GfK

TV-Streaming wird in Deutschland immer beliebter. Laut einer aktuellen GfK-Studie haben im vierten Quartal 2019 rund 24 Millionen Menschen deutlich über eine Milliarde Stunden auf den kostenpflichtigen Streaming-Diensten Amazon Prime Video, Netflix, Sky und Maxdome verbracht. Das ist ein Zuwachs von neun Prozent beziehungsweise 1,9 Millionen Nutzern.

Immer beliebter: Streaming (Bild: Antonioguillem - AdobeStock)
Immer beliebter: Streaming (Bild: Antonioguillem - AdobeStock)

Erweitert man den sogenannten SVOD-Markt (Subscription-Video-on-Demand) um weitere Angebote wie beispielsweie TV Now, Joyn, Magenta TV oder die Sportangebote von Sky und DAZN, wächst die Nutzer-Reichweite (Nutzung in den letzten drei Monaten) auf knapp 50 Prozent in der deutschsprachigen Online-Bevölkerung. 

Ältere Zielgruppen sind im Kommen 

Innerhalb der SVOD-Nutzung gibt es immer noch deutliche Unterschiede. Während rund zwei Drittel der jüngeren Altersgruppen SVOD Angebote nutzen (14 bis 29 Jahre: 66 Prozent, 30 bis 39 Jahre: 64 Prozent), besteht in den älteren Zielgruppen noch Potenzial (50 Jahre und älter: 28 Prozent). Allerdings zeichnet sich im Zeitverlauf eine Veränderung ab: Innerhalb der letzten zwölf Monate (engere Definition des SVOD Marktes) stieg die Anzahl der Nutzer ab 50 Jahren um rund 30 Prozent vs. knapp 10 Prozent in den jüngeren Zielgruppen unter 40 Jahren.

The Witcher - erfolgreichste Serie im vierten Quartal 2019

"The Witcher" führt das Ranking im Zeitraum Oktober bis Dezember 2019 mit einer Reichweite von zwölf Prozent an. Danach folgen "Tom Clancy´s Jack Ryan" und "Carnival Row". Wirft man einen Blick auf verschiedene Zielgruppen, zeigen sich auch hier unterschiedliche Vorlieben: Während "Riverdale" und "The Witcher" bei Serien-Streamern zwischen 14 und 29 Jahren im vierten Quartal 2019 vorne liegen, sind in der Zielgruppe ab 50 Jahren mit "Tom Clancy´s Jack Ryan" und "Carnival Row" Agenten und Thriller Themen besonders beliebt.

Wo liegen die Obergrenzen?

Im Zuge neuer Angebote wie beispielsweise Apple TV+ und Disney+ steht der Markt vor weiteren Veränderungen. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach der Obergrenze für das Zeit- und Ausgabenbudget der Konsumenten für SVOD Dienste. Konsumenten sind grundsätzlich bereit rund 23 Euro im Monat für Streaming-Dienste aus dem Film und Serienbereich auszugeben. Durchschnittlich können sie sich vorstellen 2,2 Angebote zu nutzen. Insgesamt 33 Prozent der aktuellen SVOD Nutzer geben in der GfK-Studie an, zukünftig für bestimmte Filme oder Serien ein weiteres Abo abzuschließen beziehungsweise den Anbieter zu wechseln.

Zur Methodik: Der GfK SVOD Tracker erhebt kontinuierlich die Nutzung von Serien und Filmen bei kostenpflichtigen SVOD Anbietern wie beispielsweise Netflix oder Amazon Prime Video. Das Panel umfasst Teilnehmer ab 14 Jahren, die das Verhalten innerhalb von Streaming Abos repräsentativ für die deutschsprachige Bevölkerung abbilden. Die Basis bildet das Panel GfK Media*Scope, in dem die Entertainmentmärkte Bücher, Games, Musik, Home Video und Kino konsumentenseitig erhoben werden.

Die Teilnehmer berichten kontinuierlich, welche Filme und Serien sie auf welcher Plattform anschauen. Diese Daten werden zusätzlich mit den innerhalb des GfK Consumer Panels vorliegenden Informationen und weiteren Erkenntnissen aus separaten Befragungen zum Bewegtbildmarkt verknüpft, um so detaillierte Informationen zum Nutzungsverhalten insgesamt sowie in bestimmten Zielgruppen zu erhalten. Der Ansatz des GfK SVOD Trackers ermöglicht einen 360-Grad-Blick auf den kostenpflichtigen Streaming-Markt.

Veröffentlicht am: 12.02.2020

 

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