TV-Konsum: Zeit der Entscheidung

SPLENDID RESEARCH-Umfrage

Es mehren sich die Umfragen, in denen die Präferenzen der Deutschen zum Fernsehverhalten gemessen werden, jetzt hat SPLENDID RESEARCH Ergebnisse veröffentlicht. Danach zieht eine knappe Mehrheit der Deutschen Video-On-Demand dem klassischen linearen Fernsehen vor. Aber gut 70 Prozent der Bundesbürger schalten dennoch häufig ein Fernsehprogramm ein.

Mit welcher Box schauen wir denn heute? (Bild: mohamed_hassan - Pixabay)

Mit welcher Box schauen wir denn heute? (Bild: mohamed_hassan - Pixabay)

Dagegen nutzen lediglich drei von zehn Deutschen Video-On-Demand derart intensiv. Für 80 Prozent der aktuellen Nutzer liegt der entscheidende Vorteil von Video-On-Demand in der inhaltlichen und zeitlichen Flexibilität der eigenen Programmgestaltung. Immer noch knapp 60 Prozent schätzen die fehlende Werbung sowie qualitativ hochwertigere Inhalte.

Wenig Lust auf Gebühren

Trotz des stetigen Zuwachses an Beliebtheit ist die Zahlungsbereitschaft für VOD-Dienste jedoch begrenzt: 52 Prozent aller Deutschen erachten die aktuell übliche Monatsgebühr von zehn Euro für die Nutzung werbefreier Anbieter als zu hoch. Zudem würde sich bei gleichwertigen Inhalten die Mehrheit für einen kostenlosen Anbieter mit Werbung und gegen ein Abo-Modell entscheiden. Mehr noch: Lediglich zwölf Prozent der aktuellen YouTube-Nutzer wären bereit, für ein werbefreies Angebot zu zahlen. Ein durch Werbung finanziertes Gratis-Netflix käme dagegen für drei Viertel der aktuellen Nutzer in Frage. "Diese Erkenntnisse lassen auf ein bisher ungehobenes Potenzial werbefinanzierter VOD-Plattformen schließen. Mit diesen Modellen könnte das Tor zum Massenmarkt endgültig aufgestoßen werden", schlussfolgert Patrick Teubenbacher, Studienleiter von SPLENDID RESEARCH. 

Die bekanntesten Anbieter sind Netflix (94 Prozent), Amazon Prime (93 Prozent), Sky (86 Prozent) und YouTube (85 Prozent). Sport-Anbieter DAZN erreicht inzwischen einen Bekanntheitswert von 38 Prozent, das Videospiel-Streaming-Portal Twitch kennen immerhin 19 Prozent der Deutschen. Unter den Portalkennern erreichen Gratis-Dienste wie YouTube (71 Prozent) oder die Mediatheken des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (67 Prozent) die höchsten Nutzungsquoten. Über Grundgebühren finanzierte Angebote wie Maxdome (22 Prozent) und DAZN (20 Prozent) oder Plattformen mit Einzeltransaktionen wie iTunes (18 Prozent) oder Google Play Video (12 Prozent) fallen dagegen deutlich ab.

"Vor diesem Hintergrund wäre es spannend zu beobachten, wie sich ein werbefinanzierter Anbieter mit hochwertigem Inhalt auf dem stark umkämpften und sich möglicherweise bald konsolidierenden Markt behauptet. Die Voraussetzungen für Erfolg sind auf jeden Fall gegeben", stellt Teubenbacher abschließend fest.

Hamburger Marktforschungsinstitut SPLENDID RESEARCH hat im Dezember 2018 im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 1.221 Deutsche zwischen 15 und 69 Jahren online zum Thema Video-On-Demand (VOD) befragt. Die Studie untersucht das Mediennutzungsverhalten, die Präferenz von Video-On-Demand gegenüber dem klassischen Fernsehen, die Zahlungsbereitschaft für werbefreie Inhalte sowie die Bekanntheit und Nutzung von insgesamt 27 VOD-Anbietern.

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