Trotz Trump und Brexit: Verbraucherstimmung bleibt positiv

GfK-Konsumklimastudie

Die Stimmung der Verbraucher ist zu Anfang des Jahres optimistisch. Sowohl die Konjunktur- und Einkommensaussichten als auch die Anschaffungsneigung verbessern sich. Der GfK Gesamtindikator Konsumklima prognostiziert für Februar 10,2 Punkte nach 9,9 Zählern im Januar.

Trotz Trump und Brexit bleibt die Verbraucherstimmung zu Anfang des Jahres positiv. (Bild: xy - fotolia.com)
Trotz Trump und Brexit bleibt die Verbraucherstimmung zu Anfang des Jahres positiv. (Bild: xy - fotolia.com)

Der steigende Konjunkturoptimismus, der sich bereits seit Herbst des vergangenen Jahres zeigt, setzt sich auch im neuen Jahr fort. Nach einem Plus von 5,2 Zählern klettert der Konjunkturindikator auf 21,6 Punkte. Dies ist bereits der vierte Anstieg in Folge und zugleich der höchste Stand seit Juni 2015. Damals wurden 24,9 Punkte gemessen. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres steht derzeit ein Zuwachs von mehr als 17 Zählern zu Buche.

Die Konsumenten sehen die deutsche Wirtschaft auch weiterhin auf einem soliden Wachstumskurs. Unterstützt wird diese Einschätzung durch die kürzlich veröffentlichten ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Demnach ist das preisbereinigte BIP 2016 um 1,9 Prozent gestiegen. Dies ist der stärkste Zuwachs seit 2011, als 3,7 Prozent gemessen wurden.

Die Konsumenten lassen sich der GfK zufolge nicht von den aktuellen Entwicklungen verunsichern. Dies betrifft sowohl den künftigen Kurs des neuen US-Präsidenten, als auch den Brexit. Zudem hat offenbar der Terroranschlag vor Weihnachten in Berlin den Konjunkturoptimismus nicht nachhaltig beeinträchtigt. Die Konsumenten beurteilen die stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt mit steigender Beschäftigung und damit einhergehend auch guter Einkommensentwicklung als deutlich wichtiger.

Einkommenserwartung steigt weiter

Nach den deutlichen Zuwächsen zum Jahresende 2016 legt die Einkommenserwartung zu Jahresbeginn mit einem moderaten Zuwachs nach. Der Indikator gewinnt 2,7 Punkte hinzu und weist nun 58,3 Zähler auf. Damit kann der leichte Aufwärtstrend gefestigt werden. Im Vorjahresvergleich liegt die Einkommensstimmung um gut 11 Zähler höher.

Aufgrund der zuletzt gestiegenen Inflation in Deutschland droht jedoch verstärkt Gegenwind für die realen Einkommen. So ist – durch höhere Energie- und Nahrungsmittelpreise – im Dezember 2016 die Inflation auf 1,7 Prozent hochgeschnellt.

Anschaffungsneigung legt spürbar zu

Nachdem die Anschaffungsneigung im Dezember vergangenen Jahres moderate Einbußen hat hinnehmen müssen, verzeichnet sie zu Beginn dieses Jahres spürbare Zuwächse. Der Indikator gewinnt 9,6 Zähler hinzu und klettert auf 57,6 Punkte. Er verbessert damit sein ohnehin schon sehr hohes Niveau.

Aufwärtstrend beim Konsumklima setzt sich fort

Die Konsumlaune ist auch nach Weihnachten ungebrochen und zeigt sich von ihrer besten Seite. So stiegen die realen privaten Konsumausgaben nach den ersten vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr um 2 Prozent. Dies entspricht der Prognose der GfK von Anfang 2016.

Für Februar 2017 prognostiziert der Gesamtindikator 10,2 Punkte nach 9,9 Zählern im Januar. Mit dem dritten Anstieg in Folge setzt das Konsumklima seinen moderaten Aufwärtstrend fort. Damit sind gute Voraussetzungen für das Konsumjahr 2017 geschaffen.

Wenn auch die inländischen Rahmenbedingungen, wie hohe Beschäftigung und steigende Einkommen bei niedrigen Zinsen, günstig bleiben werden, so bedrohen dennoch verschiedene Risiken die gute Konsumstimmung. Neben der Unsicherheit über den künftigen Kurs der neuen US-Administration und Wahlen in wichtigen europäischen Ländern, wie Frankreich, Deutschland und (vermutlich) Italien, könnten eine steigende Inflation sowie beginnende Brexit-Verhandlungen die Konsumfreude eintrüben.  

Zur Studie:

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. Das Konsumklima bezieht explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch – je nach Abgrenzung – lediglich etwa 30 Prozent der privaten Konsumausgaben aus. Der Rest sind Dienstleistungen, Reisen, Miete, Gesundheitsdienstleistungen sowie der gesamte Wellness-Bereich.

dr

Veröffentlicht am: 26.01.2017

 

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