Trotz Corona steigt bei YouGov der Umsatz

Aktuelle Zahlen

von: Jörg Stroisch

Das britische Marktforschungsunternehmen kann seinen positiven Trend fortsetzen und den Umsatz um drei Prozent bei den Halbjahresgeschäftszahlen steigern. Damit setzt sich das Unternehmen positiv vom allgemeinen Trend ab.

finanzen-gewinn-index (Bild: ID3844328 - pixabay)
Der Umsatz bei YouGov stieg bei den Data Products auf 26,5 Millionen britische Pfund. (Bild: ID3844328 - pixabay)

YouGovs Geschäftsjahr endet unterjährig am 30. Juli; das Geschäftshalbjahr beginnt entsprechend am 1. August 2020 und endet am 31. Januar 2021. In diesem ersten Halbjahr stieg der Umsatz bei YouGov um drei Prozent auf 79,0 Millionen britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 76,9 Millionen britische Pfund). Bereinigt um den Einfluss von Akquisitionen und dem Geschäftsende in Kurdistan sind es sogar neun Prozent Wachstum. Auch der Gewinn vor Steuern konnte weiter deutlich zulegen und stieg auf 13,6 Millionen britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 12,1 Millionen britische Pfund) und somit um 13 Prozent.

Entsprechend zufrieden ist das Unternehmen: "Wir sind mit unserer Leistung im ersten Halbjahr sehr zufrieden, da wir weiterhin unsere Strategie umsetzen und unsere Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt haben", so CEO Stephan Shakespeare in einer Finanzmitteilung. So sei der Fokus des Unternehmens weiter auf der Bereitstellung vernetzter Datenlösungen, der Sammlung von Meinungen und Konsumenteneinblicke.

Custom Research sinkt beim Umsatz

In einer ausführlicheren Investorenpräsentation werden die Zahlen grafisch dargestellt und es werden auch die Zahlen des Vorjahreszeitraums benannt. Demnach stieg der Umsatz bei den Data Products auf 26,5 Millionen britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 25,1 Millionen britische Pfund) und somit um aufgerundete sechs Prozent (bereinigt: + 8 Prozent). Zu diesem Bereich gehören zum Beispiel der BrandIndex, Profiles oder auch der SportsIndex und DestinationIndex. Das Unternehmen sieht hier in allen Regionen ein gutes Wachstum und sieht hier eine große, langfristige Nachfrage.

Data Services stiegen von 18,4 auf 21,8 Millionen britische Pfund und somit um etwa 19 Prozent (bereinigt: + 18 Prozent). Hierzu gehört zum Beispiel Omnibus. Erfreulich sei hier, dass in Europa ein zweistelliges Wachstum zu verzeichnen sei, auch die USA und der asiatisch-pazifische Raum zeigen hier wohl starkes Wachstum.

Allerdings verlor der wichtigste Bereich Custom Research um 11 Prozent (bereinigt: + 2 Prozent) auf nun 30,1 Millionen britische Pfund (Vorjahreszeitraum: 33,9 Millionen britische Pfund). Dieser Bereich zeige stabile Wachstumstrends, so das Unternehmen. Und unterstreicht das mit starken Wachstumstendenzen in Europa und stabilem Wachstum in den USA. Allerdings sei die Performance in diesem Segment besonders stark von dem Wegfall des Geschäfts in Kurdistan betroffen.

Leider führt das Unternehmen bei seiner Halbjahrespräsentation nicht die Entwicklung in den einzelnen Regionen aus.

Weiterhin ambitionierter Wachstumsplan

"Wir arbeiten weiterhin an Innovationen, um unsere Kunden und ihre sich ändernden Bedürfnisse besser zu bedienen", so CEO Shakespeare. "Wir haben unser Angebot YouGov Direct erweitert, es mit YouGov Chat und YouGov Safe integriert und unsere Panels auf 15 weitere Länder ausgeweitet", listet er auf. Und dies spiegelt sich auch in ambitionierten Wachstumszielen wider: Bis 2023 will das Unternehmen den Umsatz und auch die Marge verdoppeln, auch die Einnahmen pro Anteil deutlich steigern. Man sei auch gut in das neue Halbjahr gestartet.

Der Aktienkurs stieg nach der Veröffentlichung der Zahlen zunächst, sank aber bis zum Börsenschluss in London um etwa ein Prozent im Vergleich zum Vortag auf nun etwa 9,70 britische Pfund. Ist der Wert so mit Blick auf die letzten drei Monate eher gefallen, so sieht es aufs Jahr betrachtet anders aus: Um über 142 Prozent stieg der Kurs an - vor einem Jahr lag er, zu Beginn der Corona-Krise in Europa, bei 4,25 britische Pfund.

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/mvw

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