Trend zur Nachhaltigkeit verändert Unternehmenskultur in Österreich langfristig

Wiener Neustadt - Das Thema "Nachhaltigkeit" erfährt seit geraumer Zeit erhöhte Aufmerksamkeit und hat sich mittlerweile auch schon in den Köpfen der Konsumenten verankert. Wie stark sich Österreichs Unternehmen den Anforderungen nachhaltigen Wirtschaftens bereits stellen und was sie sich davon erwarten, hat eine aktuelle Studie von Marketagent.com untersucht. Im Rahmen der Studie wurden mehr als 1.300 Entscheidungsträger aus den verschiedensten Wirtschaftsbereichen und Unternehmensgrößenordnungen der heimischen Unternehmenslandschaft zum Thema Nachhaltigkeit befragt.

"Nachhaltige Unternehmensführung kann nach Meinung der befragten Entscheidungsträger aus Österreichs Unternehmenslandschaft ein wichtiger unternehmerischer Erfolgsfaktor, vor allem für Industrie-, Groß- sowie international vernetzte Unternehmen sein", fasst Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com, die Studienergebnisse zusammen. Gut zwei Drittel sehen nachhaltige Entwicklungsstrategien als klaren Wettbewerbsvorteil für solche Konzerne. Kleinstunternehmen und Start-ups tun sich laut Umfrage beim "grünen Wirtschaften" dagegen schwerer, wenn es um die Generierung von ökonomischem Zusatznutzen geht. Nicht einmal drei von zehn Entscheidungsträgern glauben, dass Kleinst- (26,8%) oder junge Unternehmen (28,5%) von nachhaltiger Unternehmensführung profitieren können, 36 Prozent sehen darin für Klein- und Mittelbetriebe eine Chance.

Als größtes Potenzial einer nachhaltigen Unternehmensführung wird die "Image-Politur" gesehen. Nachhaltigkeit kann aber nicht nur dem Image schmeicheln. 71 Prozent der Befragten glauben, dass nachhaltige Entwicklungsstrategien zu Kostensenkungen führen können, und zwar durch Energie- und Ressourceneinsparungen (65,2%). "Zwei Drittel gehen davon aus, dass sich eine nachhaltige und umweltbewusste Orientierung eines Unternehmens innerhalb von etwa 5 Jahren in den Bilanzen widerspiegeln kann", erklärt Thomas Schwabl. Bestimmte Branchen profitieren von nachhaltigem Wirtschaften mehr, andere weniger. Definitiv zu den Gewinnern zählen sich stark Abfall-produzierende Unternehmen sowie Unternehmen mit hohen Emissionswerten wie z.B. Industrie-, Transport-/Logistik- und metallverarbeitende Unternehmen.

Sechs von zehn Entscheidungsträgern geben an, dass ihr Unternehmen bereits Maßnahmen in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung setzt (62,0%). Überrepräsentiert sind darunter wenig überraschend Entscheider aus den Bereichen Metall, Industrie sowie Transport/Logistik. Ein relativ hoher Wert, der auf die breite Fassung des Begriffs Nachhaltigkeit zurückzuführen ist, der von Abfalltrennung bis hin zur Personalentwicklung reicht.

Eine getrennte Betrachtung der einzelnen Bereiche macht deutlich, dass nachhaltiges Abfallmanagement (75,9%) am weitesten verbreitet in den heimischen Unternehmen ist, die sich ökologischen bzw. ökonomischen Nachhaltigkeitsstrategien stellen. Danach folgen Klimaschutzmaßnahmen (59,9%) sowie Bemühungen in Richtung Rohstoff- und Materialeffizienz (55,5%). Lediglich 8 Prozent erleben in um Nachhaltigkeit engagierten Betrieben keinerlei Maßnahmen zur Förderung der unternehmerischen Sozialverantwortung. Zu den am häufigsten gesetzten sozialen Aktivitäten gehört die systematische Personalentwicklung (71,1%), gefolgt von Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Beschäftigten (64,1%). Je größer das Unternehmen, desto mehr soziale Nachhaltigkeitsaktivitäten werden beobachtet. Kommuniziert werden gesetzte Nachhaltigkeitsstrategien vergleichsweise häufiger intern an die eigenen Mitarbeiter (78,9%) als nach außen an Kunden (62,5%) oder ferner an Medien bzw. die Öffentlichkeit (45,5%), was eine starke Korrelation mit weit verbreiteten Personalentwicklungsstrategien in den betreffenden Betrieben aufweist.  

Insgesamt zeigt die Umfrage, dass Österreichs Entscheidungsträger ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeitsstrategien als einander gleichrangig bewerten (Top-2-Box-Wert "sehr" + "eher relevant": soziale N.: 61,5%; ökonomische N.: 56,6%; ökologische N.: 59,1%). Laut Studienergebnis sind 85 Prozent der Entscheidungsträger der Meinung, dass der Nachhaltigkeits-Gedanke zu langfristigen Veränderungen in der Unternehmenskultur führen wird. 15 Prozent halten das Thema nur für einen vorübergehenden Hype.

Quelle: Marketagent.com online reSEARCH

Veröffentlicht am: 09.09.2011

 

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