Studienflut im Dezember - Von vermeintlich rücksichtlosen Jugendlichen, bis hin zu Social Media-schüchternen CEOs

Blick auf die Branche: News KW 50

Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu und auch in diesem Jahr werden im Dezember noch einige neue Studienergebnisse präsentiert. Von der Akzeptanz und Nutzung von Smart Home-Anwendungen und dem Social Media-Auftritt der CEOs, über die Kaufkraft der Deutschen in 2021, bis hin zur vermeintlich rücksichtslosen Jugend in Coronazeiten ist so ziemlich alles dabei.

News aus der Marktforschungsbranche

Teamzuwachs bei eye square

Das Team von eye square konnte nach erfolgreichen abgeschlossener Traineezeit gleich zwei neue Research Consultants gewinnen.

Julian Seuffert, eye square

Julian Seuffert, eye square

Julian Seuffert absolvierte sein Masterstudium in Psychologie mit Schwerpunkt Cognitive-Affective Neuroscience. Er berät bei eye square internationale Kunden aus den Bereichen Medien und Vermarkter bei der Planung und Durchführung von Werbewirkungsstudien.

Michelle Pia Grätsch, eye square
Michelle Pia Grätsch,
eye square
Michelle Pia Grätsch hat ihren Master in Volkswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt in der Verhaltensökonomie absolviert. Im Bereich der Brand and Media Unit analysiert und optimiert sie insbesondere Bewegtbildformate internationaler Marken.

 

 

Qualtrics - Marktführer im Gartner 2020 Magic Quadrant Voice of Customer

Qualtrics, Anbieter von Customer-Experience-Lösungen gibt seine Positionierung als Leader" im Magic Quadrant bekannt, den der IT-Marktforscher Gartner erstmals für die Kategorie "Voice of the Customer (VoC)" veröffentlicht hat. Das Unternehmen setzte sich insbesondere in der Vollständigkeit seiner Vision ("Completness of Vision") und im Bereich der Umsetzung ("Ability to Execute")  von der Konkurrenz ab.

Studie von Kearney: Social Media Auftritt der DAX CEOs

Nur zaghaft freuen sich die Chefs der DAX-30-Unternehmen mit Social Media an, das zeigt die Studie "CEOs als Corporate Influencer" von Kearney. Untersucht wurden unter anderem die Profile der CEOs aller DAX-30-Mitglieder. Die Analyse zeigt, dass immer mehr CEOs über geschäftsbezogene Informationen hinaus über gesellschaftlich relevante Themen posten. Besonders häufig wird hierfür LinkedIn benutzt. Immer mehr Unternehmenslenker erkennen, dass sie sich in den sozialen Medien für ein besseres Stakeholder-Management nahbar und authentisch zeigen können. Darüber bietet ihnen Social Media die Chance, eine ganzheitliche Botschaft ihrer Unternehmen persönlich zu kommunizieren.

Wie glaubwürdig ein Profil jedoch wirkt, hängt primär von zwei Faktoren ab: Inwieweit decken sich die persönlichen Botschaften der CEOs mit den Unternehmenswerten und passt das Profil in Tonfall und Charakter zur Persönlichkeit der oder des CEOs? Die Studienautoren empfehlen jenen CEOs, die sich mit sozialen Medien nicht anfreunden können, besser nicht halbherzig aktiv zu sein. 

Beliebtheitsgrad der verschiedenen Social Media Plattformen bei CEOs (Bild: obs/Kearney)
Beliebtheitsgrad der verschiedenen Social Media Plattformen bei CEOs (Bild: obs/Kearney)

Jugendliche und junge Erwachsene in der Corona-Pandemie

Der Jugendforscher Simon Schnetzer untersuchte im Rahmen der Studie "Junge Deutsche" inwiefern Jugendliche und junge Erwachsene in Krisenzeiten von COVID-19 Rücksicht auf ältere Bevölkerungsgruppen nehmen. Besonders den Jugendlichen wird eine Ignoranz gegenüber den Hygieneregeln und ein allgemein mangelndes Verständnis für den ernst der Lage vorgeworfen. Doch inwieweit stimmen diese Aussagen? Wie verhält sich die junge Bevölkerung? Wie schätzen Sie das Risiko ein, selbst infiziert zu werden und welche Rolle spielen Alter, Geschlecht, Bildung und religiöse Orientierung?

Die Mehrheit der jungen Menschen (73 %) findet es wichtig, sich an die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) zu halten. Dem Verzicht auf Feiern und Partys messen beinah zwei Drittel eine große Bedeutung zu. 23 Prozent der Befragten verhalten sich abwägend und 4 Prozent wollen an dieser Stelle nicht verzichten. Das Risiko im Falle der Ansteckung wird bei der jungen Generation geringer eingeschätzt als bei älteren Bevölkerungsgruppen, so sehen sich 73 Prozent der Befragten keinem Risiko ausgesetzt. Nichtsdestotrotz hält sich die Mehrheit der Befragten an die AHA-Regeln und nimmt Einschränkungen in Kauf. Ein Indiz dafür, die Wahrnehmung einer "Rücksichtslosen Jugend" zu widerlegen.

Studie von GfK: Prognostizierte Kaufkraft der Deutschen im Jahr 2021

Nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung im Pandemie-Jahr 2020 wird sich die Kaufkraftsumme der Deutschen 2021 laut der aktuellen GfK Kaufkraftstudie auf 1.965,8 Milliarden Euro belaufen. Pro Person sind das nominal 2,0 Prozent (453 Euro) mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Pro-Kopf-kaufkraft der Deutschen liegt 2021 demnach bei 23.637 Euro. 

Spanend ist darüber hinaus der Blick auf die regionale Kaufkraftverteilung. Auf Bundesland-Ebene liegt Bayern mit einer durchschnittlichen Pro-Kopf-Kaufkraft von 25.770 Euro an der Spitze des Rankings. Den Bayern stehen damit 9 Prozent mehr als dem Bundesdurchschnitt zur Verfügung. Eine ebenfalls überdurchschnittliche Kaufkraft weisen die Bundeländer Hamburg, Baden-Württemberg und Hessen auf den Rängen zwei bis vier auf. Alle anderen Bundesländer schneiden im bundesweiten Vergleich unterdurchschnittlich ab.

Regionale Kaufkraftverteilung nach Bundeländern (Grafik GfK)
Regionale Kaufkraftverteilung nach Bundeländern (Grafik GfK)
 

Kaum geplante Reisen bei Deutschen und Spanier

Rund 34 Prozent der Deutschen planen für die nächsten 12 Monate keine nationalen oder internationalen, privaten oder beruflichen Reisen ein. Das ergab die aktuelle YouGov Global Travel Profiles Analyse, die Auskunft über die Reisepläne 25 Länder für das kommende Jahr gibt. Mit dieser Aussage liegen die Deutschen im europäischen Vergleich an erster Stelle. In Europa treffen nur die Spanier diese Aussage genauso häufig wie die Deutschen. Im weltweiten Verglich führt Kanada in dieser Äußerung mit 40 Prozent. 

Dem entgegen äußerten 40 Prozent der befragten Deutschen nationale Urlaubsreisen innerhalb der kommenden 12 Monate geplant zu haben, 31 Prozent sogar international. Die Urlaubsplanung wird weiterhin durch die anhaltende Covid-19-Pandemie eingeschränkt und die Deutschen sehen sich primär mit zwei Hindernissen konfrontiert: 60 Prozent sind der Meinung, dass die gesundheitlichen Risiken des Reisens eine Barriere darstellen. Mit 57 Prozent glauben beinah ebenso viele, dass die Reisebeschränkungen, denen sie ausgesetzt sind, ein Hindernis darstellen.

Akzeptanz der Deutschen für Smart Home steigt

Zurzeit nutzen 40 Prozent der deutschen Bevölkerung mindestens eine Smart Home-fähige Anwendung und reizen deren Potenzial in 18 Prozent der Fälle auch aus, indem verschiedene Anwendungen zu einem mehr oder minder komplexen System verknüpft werden. 38 Prozent zeigen sich zumindest daran interessiert, während 22 Prozent eine Nutzung vollends ablehnen. Im Vergleich zu einer Erhebung in 2019 nahmen sowohl die Anzahl der nutzenden (2019: 46 Prozent) als auch die der ablehnenden (2019: 26 Prozent) Personen ab. 

Insbesondere Anwendungen im Bereich von Entertainment, Kommunikation und Energiemanagement führen zu einer stetigen Implementierung smarter Anwendungen im Eigenheim. Über die Hälfte der Nutzer besitzt Produkte dieser Kategorie. Die Nutzer versprechen sich davon insbesondere geringe Strom- und Heizkosten sowie einen erhöhten Komfort. Bei Betrachtung der Markenimages wird ersichtlich, dass der deutsche Hersteller AVM-Fritz unter den Markenkennern besonders vertrauenswürdig eingestuft wird. Bosch Smart Home wird hingegen eine besondere Produktqualität zugesprochen, während der Hersteller Xiaomi besonders mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen kann. 

Smart Home Monitor 2021 (Grafik: SPLENDID RESEARCH)
Smart Home Monitor 2021 (Grafik: SPLENDID RESEARCH)

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Veröffentlicht am: 10.12.2020

 

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