Studie von Marketagent.com: Potenzial für persönliche Apotheker-Beratung vorhanden

München - Deutschlands Apotheken-Kunden sind treue Kunden: Mehrheitlich besuchen sie zumindest meistens ihre "Stammapotheke", um Arzneimittel und OTC-Produkte zu erwerben. Die Beratung des Apothekers wird dabei seltener in Anspruch genommen, als es das in ihn gesetzte Vertrauen erwarten lassen würde. Die bereits mit Online-Apotheken gesammelten Erfahrungen werden sehr positiv bewertet, wobei Preisvorteile und flexible Einkaufszeiten als besondere Stärken der Apotheken im Web hervorgehoben werden.
Dies geht aus einer aktuellen Studie von Marketagent.com hervor, für die das Unternehmen 500 Mitglieder seines eigenen Online Access Panels in Deutschland zu deren Gewohnheiten beim Apotheken-Besuch befragt hat.

Über 70% aller Befragten suchen demnach fast immer (43,2%) oder zumindest meistens (28,7%) dieselbe Apotheke auf, besonders treu ist dabei die weibliche sowie die regelmäßig wiederkehrende Kundschaft: Acht von zehn Kundinnen dürfen Apotheker als Stammkundinnen begrüßen. Unter den Befragten, die insgesamt einmal pro Monat oder häufiger eine Apotheke aufsuchen sind es jeweils sogar über 85%, die meist oder (fast) immer in das gleiche Geschäft kommen.

Fast ein Fünftel aller Befragten (19,4%) geben an, sich nie in der Apotheke beraten zu lassen, welches Arzneimittel wohl das geeignetste ist. Nur Zwölf von 100 Personen nehmen häufig so eine Beratung in Anspruch, jeweils ein Drittel gelegentlich (36,8%) oder zumindest selten (31,7%).

"Die relativ geringe Inanspruchnahme von Beratungsleistungen überrascht uns ein wenig, da das Vertrauen in die Beratungskompetenz der Apotheker der Wahl groß ist", kommentiert Christian Jung, Sales Director von Marektagent.com Deutschland dieses Resultat der Studie: Mehr als zwei Drittel (68,5%) haben sehr großes oder eher großes Vertrauen in den Apotheker – nur fünf von 100 Befragten haben dagegen eher geringes oder sogar keinerlei Vertrauen.

Dass es sich häufig um intensive Kundenbeziehungen handelt, aus denen Vertrauen erwächst, belegt der Befund, dass vor allem die häufigen Apothekengänger dieses Vertrauen empfinden: 85,8% der Kunden, die mehrmals im Monat kommen, haben mindestens "eher großes Vertrauen" in Empfehlungen des Anbieters ihrer Wahl.

Online statt OTC?

Persönliche Beratung und Vertrauen in diese Beratung – beim Kauf in der Online-Apotheke spielen sie keine Rolle: 56,4% der von Marketagent.com Befragten haben schon einmal in einer Online-Apotheke eingekauft, mit überwiegend positiven Erfahrungen: Fast sieben von zehn Onlinekäufern waren mit ihren bisherigen Erfahrungen in Online-Apotheken sehr zufrieden, weitere 23,8% eher zufrieden.

Die wichtigsten Argumente für den Kauf in der Online-Apotheke sind nach Ansicht von über der Hälfte aller Befragten die günstigen Preise (58% bewerten dies als sehr großen Vorteil), die Öffnungszeiten rund um die Uhr (56,4%) sowie das bequeme Aussuchen und Bestellen von zu Hause (54,2%).
Als Nachteil des Online-Kaufs von Apothekenprodukten bewerten mehr als ein Viertel der Befragten die fehlende Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen und die nicht vorhandene Beratung durch einen Experten (jeweils 26,2%). Die Gefahr, bei der Onlinebestellung Arzneimittel-Fälschungen oder falsch dosierte Medikamente zu erhalten sehen 24,6% der Befragten als Problem.

Auf genau diesen Aspekt können die stationären Apotheker aufbauen: Die als zuverlässig wahrgenommene Beratungsleistung, die aber – wie die Studie von Marketagent.com aufzeigt – relativ selten in Anspruch genommen wird, ist der entscheidende USP der Apotheke "um die Ecke".

Quelle: Marketagent.com

Veröffentlicht am: 09.03.2011

 

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