Studie: Viele Fernsehzuschauer wissen nicht, was HDTV tatsächlich bedeutet

Nürnberg - Vor der Internationalen Funkausstellung „IFA“ in Berlin deckt eine CONCENTRA Marketing Research-Studie mangelndes Wissen und eine zögerliche Umstellungsbereitschaft bei deutschen Verbrauchern auf den neuen Standard auf.

In mehr als zwölf Millionen deutschen Haushalten stehen bereits HD-fähige Fernsehgeräte, aber noch immer wissen die meisten Fernsehzuschauer nicht genau, was sich hinter dem Begriff HDTV verbirgt und welche Unterschiede es zwischen Fernsehgeräten mit den Kennzeichnungen HD-ready und Full-HD gibt. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die vom Nürnberger Marktforschungsinstitut CONCENTRA Marketing Research in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift „CE-Markt“ erstellt und kurz vor der internationalen Funkausstellung „IFA“ in Berlin die Kenntnisse und den Wissensstand von Konsumenten zum Thema HDTV ermittelte.

Die Verbraucher-Studie basiert auf einer repräsentativen Befragung von 500 Besitzern von Fernsehgeräten im Alter zwischen 18 und 69 Jahren, die im Juni 2009 durchgeführt wurde. Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass bei den Besitzern und potenziellen Käufern von HD-Produkten noch ein erhebliches Informationsdefizit besteht. So können zum Beispiel 33 Prozent der befragten Personen ihren Bekannten, Verwandten oder Freunden nicht erklären, was der Begriff HDTV bedeutet. Fast die Hälfte (49 Prozent) hat nur eine ungenaue Vorstellung von HDTV. Nur 18 Prozent der Befragten können »ziemlich genau« erklären, was hochauflösendes Fernsehen bedeutet – ein ernüchterndes Ergebnis angesichts der massiven Werbung für den neuen Fernsehstandard.  

Knapp die Hälfte der befragten Flachbild-TV-Besitzer ist mit einem HD-ready-Gerät ausgestattet, 21 Prozent der Befragten haben ein Full-HD-Gerät im Haushalt. Jedoch wussten 22 Prozent dieser befragten Gruppe über die HD-Norm ihres eigenen Fernsehers nicht Bescheid.

Auch der Kenntnisstand über die Empfangsmöglichkeiten von HDTV ist nicht besonders ausgeprägt. So glauben zum Beispiel mehr als 30 Prozent der Befragten, dass sie HDTV-Sendungen über ihre vorhandenen DVB-T-Systeme empfangen könnten. 14 Prozent der Befragten waren der Meinung, HDTV-Sendungen ließen sich über die analoge Hausantenne empfangen.

Die wenigen HDTV-Angebote werden laut Studie von den meisten Besitzern HDfähiger TV-Geräte auch genutzt, allerdings mit unterschiedlicher Häufigkeit: 13 Prozent sehen desöfteren Sendungen in HD-Qualität an, 41 Prozent tun dies zumindest gelegentlich. Von denjenigen Fernsehzuschauern, die sich durch HDAbstinenz auszeichnen, wird das immer noch zu geringe Angebot an HDTV-Sendern und HD-Programmen bemängelt. Auch werden die für den Empfang notwendigen Zusatzkosten – wie zum Beispiel Pay-TV-Gebühren – als zu hoch empfunden.

Ähnliches wie für den HDTV-Standard generell gilt hinsichtlich konkreter Kaufabsichten der deutschen Verbraucher bis Ende 2010 für HD-fähige Geräte. Zwar steigt der Absatz HD-fähiger Fernsehgeräte, 44 Prozent der befragten Besitzer von Röhren-Fernsehern haben bisher jedoch noch gar nicht über einen Umstieg auf HDGeräte nachgedacht. Nur sechs Prozent beabsichtigen einen Umstieg bis Ende dieses Jahres, die größte Umstiegswelle auf HD-fähige Flachbildfernseher – 30 Prozent aller Befragten haben dies vor – ist laut CONCENTRA Marketing Research-Studie aber erst 2010 zu erwarten.

Karsten Buroh, Senior Project Manager bei CONCENTRA Marketing Research vermutet, dass die zurzeit eher zögerliche Haltung deutscher Verbraucher zum einen damit begründet werden kann, dass erst im Falle einer substanziellen Verbesserung der eigenen wirtschaftlichen Situation – die Krise ist nach Meinung vieler Verbraucher noch nicht vorüber- ein Konsumschub bei CE-Produkten generell und HD-Fernsehern im Speziellen stattfinden kann.  Zum anderen existiert nur eine vage Hoffnung der Konsumenten, dass sich das Angebot günstig zu empfangender HDTV-Formate deutlich vergrößern wird.

„Die Technik der Geräte bestimmt zurzeit die Konsumbereitschaft der Verbraucher, nicht das Angebot HD-fähiger Sendungen. Somit liegt der „HDTV-Ball“ im Feld der öffentlich-rechtlichen und privaten TV-Sender.“, glaubt Buroh, „Da aber vor 2010 mit einem wirklich flächendeckenden HDTV-Angebot der Sender in Deutschland kaum zu rechnen ist, warten die Konsumenten lieber erst einmal ab.“

Quelle: CONCENTRA Marketing Research

Veröffentlicht am: 28.08.2009

 

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare geben ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht oder gekürzt zu veröffentlichen. Das gilt besonders für themenfremde, unsachliche oder herabwürdigende Kommentare sowie für versteckte Eigenwerbung.

Weitere Meldungen

Personalmeldungen aus der Marktforschung

Neue Köpfe bei (r)evolution, Appinio und mo'web

30.07.2021 - Spannende Neuzugänge bei drei Marktforschungsinstituten: (r)evolution begrüßt gleich zwei neue Mitglieder in seinem Team, während Appinio einen neuen Chief Product Officer bekannt gibt. Mo'web research verstärkt das Vertriebsteam und ist außerdem seit kurzem Mitglied… weiterlesen

 
Personalwechsel bei Harris Interactive

Führungswechsel auf der Brücke

Kapitän (Symbolbild)

29.07.2021 - Dr. Thomas Rodenhausen scheidet am 31. Juli planmäßig aus dem Vorstand der Harris Interactive AG aus. Gabriele Stöckl und Dr. Orhan Kocyigit werden in das Senior Executive Team der Harris Interactive AG berufen. Rodenhausen wird danach den CEO der Toluna-Gruppe bei… weiterlesen

 
Biggest-Mover im YouGov BrandIndex

Flaschenpost mit größtem Sprung

Lieferant von Flaschenpost (Bild: Flaschenpost)

29.07.2021 - Welche der unter den im YouGov BrandIndex getrackten deutschen Marken hat sich im Jahresvergleich am stärksten verbessert? Das ist erstmals der Getränke-Lieferdienst Flaschenpost. Den zweiten Rang belegen das italienische Kreuzfahrtunternehmen Costa sowie die… weiterlesen

 
Technologie

VPN unterstützt digitales Marketing und Marktforschungsprojekte

Online-Datenschutz (Bild: janbaby – Pixabay)

29.07.2021 - VPN – Warum das Ganze überhaupt? Steckt hinter der Technologie noch viel mehr als Cybersicherheit? Bringt ein VPN vielleicht sogar einen Wettbewerbsvorteil? weiterlesen

 
Covid-19

Die vierte Welle

Vierte Welle (Bild: Dimitris Vetsikas - Pixabay)

28.07.2021 - Es wird im Herbst zu einer vierten Corona-Welle kommen. Das denken zumindest 80 Prozent der Deutschen laut einer OmniQuest-Umfrage. 67 Prozent rechnen mit erneuten Einschränkungen und Maßnahmen, die vergleichbar mit denen im letzten Herbst bzw. Winter sein könnten.

weiterlesen

 

Über marktforschung.de

Branchenwissen an zentraler Stelle bündeln und abrufbar machen – das ist das Hauptanliegen von marktforschung.de. Unser breites Informationsangebot rund um die Marktforschung richtet sich sowohl an Marktforschungsinstitute, Felddienstleister, Panelbetreiber und Herausgeber von Studien, Marktdaten sowie Marktanalysen als auch an deren Kunden aus Industrie, Handel und Dienstleistungsgewerbe.

facebook twitter xing linkedin